KatS-Zug der Feuerwehr Hanau und THW Erlensee trainieren gemeinsam Hochwasserschutz

(pm/ea) – Steigt das Wasser, bleibt keine Zeit, sich erst kennenzulernen. Deshalb haben der Katastrophenschutzzug (KatS-Zug) der Feuerwehr Hanau und der Ortsverband Erlensee des Technischen Hilfswerks (THW) am Samstag erneut gemeinsam für den Ernstfall trainiert.

Katastrophenschutzeinheiten werden gebraucht, wenn eine Gefahr viele Menschen zugleich trifft, etwa bei schweren Unwettern, Hochwasser oder einem großflächigen Stromausfall. Eigens dafür vorgehaltenes Personal gibt es nicht. Die Einheiten bestehen aus Kräften und Fahrzeugen der vorhandenen Organisationen. Der KatS-Zug ist eine der Sondereinheiten der Feuerwehr Hanau. Neben der Berufsfeuerwehr sind darin auch Ehrenamtliche aus den sechs Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr aktiv.

Seit Hanau zum 1. Januar 2026 kreisfrei ist, verantwortet die Stadt ihren Katastrophenschutz selbst. Eingebunden sind neben der Feuerwehr auch ASB, DRK, DLRG und die Johanniter. Damit das reibungslos klappt, pflegt das THW Erlensee die Zusammenarbeit mit dem KatS-Zug seit Jahren. Feuerwehr und THW bringen unterschiedliche Technik und Fähigkeiten mit. Die regelmäßigen gemeinsamen Ausbildungen sorgen dafür, dass beide im Einsatz ohne Reibungsverluste zusammenarbeiten. Die Themen wechseln dabei: 2023 etwa übten beide Einheiten im Ortsverband das Abstützen von Decken mit dem Abrollbehälter Rüst des KatS-Zugs.

Diesmal stand der Hochwasserschutz auf dem Plan. Die Helferinnen und Helfer bauten drei Systeme auf. Der Quickdamm besteht aus einem Gestänge mit Planen und wird je nach Lage mit Wasser oder Sand befüllt. Damit entsteht ein Damm deutlich schneller als mit Sandsäcken. Beim Aquariwa-System, bekannt als „Frankfurter Tonne“, werden Kunststoffplatten zu Zylindern geformt, mit Folie abgedichtet und über Pumpen und Schläuche mit Wasser gefüllt. Die einzelnen Tonnen lassen sich in nahezu jeder Linienführung aufstellen. Die mobilen Hochwasserbarrieren bestehen aus vorgefertigten Elementen. Sie lassen sich schnell zu einer durchgehenden Sperre zusammensetzen und nach dem Einsatz wieder abbauen.

Spannend war vor allem, wie unterschiedlich sich die Systeme einsetzen lassen und für welche Lagen sich welches eignet. Zum Abschluss kombinierten die Einsatzkräfte alle drei Systeme zu einem Wasserbecken. So erlebten sie direkt, wie die Systeme unter Wasserlast reagieren.

Für den Ernstfall heißt das: Wer anrückt, kennt die Technik und Arbeitsweise der anderen Organisation bereits und kann vom ersten Moment an gemeinsam anpacken.

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