Viertwärmster August seit Messbeginn 1985 an der Wetterstation Erlensee

(ms/ea) – Der August war mit 22,3 °C der viertwärmste an der Wetterstation Erlensee seit Messbeginn 1985. Beim Niederschlag entsprach er in etwa dem Durchschnitt.

Wärmer waren nur die Augustmonate der Jahre 2022 (23,3 °C), 2015 (22,4 °C) und 2003 (22,8 °C).

Der August war um 4,0 °C gegenüber der Referenzperiode 1961-90 und um 2,3 °C gegenüber dem wärmeren Mittel 1991-2020 zu warm.

Das Thermometer stieg an 23 Tagen auf bzw. über 25,0 °C (Sommertage), davon waren 13 Tage heiße Tage (Temperaturmaximum 30,0 °C oder höher).

Die höchste Temperatur wurde am 15. mit 38,6 °C gemessen, die tiefste (8,1 °C) am 24., 5 cm über dem Erdboden betrug das Minimum am gleichen Tag 7,6 °C. Im Erdboden in einer Tiefe von 20 cm schwankte die Temperatur zwischen 15,7 °C und 25,9 °C.

Regen fiel fast ausnahmslos in der zweiten Monatshälfte. Die höchste Tagesniederschlagsmenge betrug 18,3 l/² und wurde am 19. gemessen. Die Summe betrug 59,7 l/m² und entsprach in etwa den beiden Vergleichsperioden, die sich nur wenig unterscheiden.

Vier Gewittertage wurden verzeichnet, davon ein Gewitter mit ausgeprägter Böenwalze, bei der am 19. abends mit 64 km/h und somit Windstärke 8 gemessen wurde. ⇒ Böenwalze über Erlensee richtet keine Schäden an

Die Sonnenscheindauer betrug 250,2 Stunden, wobei am 8. die Sonne mit 13,8 Stunden am längsten schien. Die Globalstrahlung (= gesamte Sonnenenergie, die auf die Erdoberfläche trifft. Sie setzt sich aus der direkten Sonnenstrahlung und der diffusen Himmelsstrahlung, hervorgerufen durch Streuung an Wolken, zusammen) summierte sich auf 56320 J/cm².

An der am nächsten zu Erlensee gelegenen DWD-Wetterstation Kahl wurde eine Temperatur von 22,2 °C und eine Niederschlagssumme von 45,7 l/m² gemessen. In Frankfurt wurde am Flughafen 22,6 °C und 51,9 l/m², im Westend 22,5 °C und 46,1 l/m² gemessen.

 

Im Deutschland-Überblick berichtet der DWD von einem ungewöhnlich warmen August mit heißem Auftakt und wechselhaftem Ausklang

Nach einer sonnigen, verbreitet heißen und in vielen Regionen trockenen ersten Augusthälfte stellte sich die Witterung um und brachte häufiger Regenfälle und Gewitter nach Deutschland. Am 19. traten in Brandenburg sowie von Rheinland-Pfalz über Hessen bis Thüringen schwere Gewitter und mehrere Tornados auf. Der letzte meteorologische Sommermonat 2026 fällt in der Summe trotzdem insgesamt ungewöhnlich warm, trocken und sehr sonnenscheinreich aus.

Erste Monatshälfte sehr heiß – letzte Monatsdekade mit zeitweise frischen Nächten

Das Temperaturmittel für Deutschland erreichte im August 2026 gemäß vorläufiger Datenlage 19,9 Grad Celsius (°C) und liegt damit 3,4 Grad über dem Klimamittel 1961 bis 1990 (16,5 °C). Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (18,0 °C) betrug der Überschuss 1,9 Grad. In der ersten Monatshälfte herrschte vor allem im Süden und Südwesten anhaltende Hitze. Dort wurden verbreitet mehr als zehn heiße Tage mit Höchstwerten von mindestens 30 °C gezählt. Das bundesweit höchste Tagesmaximum meldete Regensburg am 4. mit 39,4 °C. In der zweiten Monatshälfte ließ die markante Wärme nach; die Temperatur näherte sich zeitweise dem jahreszeitlichen Niveau. Dabei ermöglichte trockene Luft vielerorts eine kräftige nächtliche Abkühlung und brachte frische, mitunter bereits frühherbstlich anmutende Nächte. Am 24. sank die Temperatur in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit 1,0 °C auf das deutschlandweite Monatsminimum.

Zweite Augusthälfte niederschlagsreicher – regional mit Unwettern und Tornados

Mit rund 62 Litern pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag erreichte der August etwa 81 Prozent des Klimamittels 1961 bis 1990 von 77 l/m² und gut 79 Prozent der Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (78 l/m²). Dabei konzentrierte sich der Niederschlag vor allem auf die zweite Monatshälfte. Die höchste Tagesmenge meldete Kamen in Nordrhein-Westfalen mit 65,0 l/m² am 18. des Monats. Am 19. traten mit schweren Gewittern mehrere Tornados auf – in Brandenburg sowie in einem breiten Korridor vom Westerwald über Hessen bis nach Thüringen. Am 28. zog ein kräftiger Gewitterkomplex über das südliche Baden-Württemberg. Vom Hochrhein über die Bodenseeregion bis nach Oberschwaben verursachten bis zu fünf Zentimeter große Hagelkörner und orkanartige Böen erhebliche Schäden. In Friedrichshafen wurde eine Spitzenböe von 114 Kilometer pro Stunde (km/h) gemessen. Die höchsten Niederschlagssummen des Monats fielen am Alpenrand mit teils rund 180 l/m². Deutlich trockener blieb es in Teilen Nordostdeutschlands mit Monatsmengen unter 20 l/m².

Ungewöhnlich sonniger August mit Schwerpunkt vor allem im Süden

Mit rund 252 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer ihr Klimamittel von 200 Stunden um 26 Prozent. Gegenüber der Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (212 Stunden) betrug das Plus gut 19 Prozent. Besonders in Teilen Süddeutschlands, gebietsweise aber auch in Sachsen schien die Sonne örtlich länger als 280 Stunden.

Rückblick für Hessen:

(In Klammern die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Für Hessen bilanzierte der DWD einen außergewöhnlich warmen August. Die Mitteltemperatur erreichte voraussichtlich 20,3 °C und übertraf das Klimamittel von 16,4 °C um 3,9 Grad. Damit zeichnete sich der drittwärmste August seit Messbeginn 1881 ab. Im Flächenmittel wurden rund zehn heiße Tage gezählt, in Schaafheim-Schlierbach waren es sogar 15. Den thermischen Höhepunkt markierte der 15. mit 38,9 °C in Michelstadt. Vier Tage später sorgten heftige Gewitter für mehrere Tornados in Mittel- und Osthessen. Die Tornadoliste Deutschland führt für diesen Abend sechs bestätigte Tornados. Zu Beginn der letzten Monatsdekade stürzten die nächtlichen Temperaturen vielerorts in den einstelligen Bereich. Mit rund 50 l/m² erreichte der Niederschlag lediglich 71 Prozent des Solls von 70 l/m². Die Sonnenscheindauer summierte sich auf etwa 254 Stunden und übertraf ihr Mittel von 190 Stunden um 34 Prozent. Damit gehörte der Monat voraussichtlich zu den fünf sonnigsten Augustmonaten seit 1951.

 

Bericht und Grafik: Markus Sommerfeld

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