„Kirche in der Kirche“: Vorentwurf für Umgestaltung der Ev. Kirche Langendiebach vorgestellt

(ms/ea) – Peter Cord und Hubert Heck, Mitglieder des Projektmanagements der Ev. Kirchengemeinde Erlensee, haben in einem Gespräch mit Erlensee Aktuell erläutert, wie die Ev. Kirche Langendiebach zu einem multifunktional nutzbarem Kirchengebäude umgebaut werden soll. Als Grundlage soll ein Vorentwurf des Architekturbüros Prinzmetal dienen.

Wie bekannt, beabsichtigt die Ev. Kirchengemeinde Erlensee nach dem erfolgten Verkauf des Gemeindehauses in der Fröbelstraße das Kirchengebäude in Langendiebach multifunktional umzubauen und auch für nicht kirchliche Zwecke zu öffnen. Dazu soll der komplette Kircheninnenraum so variabel wie möglich umgestaltet werden, damit er den Bedürfnissen vieler Veranstaltungsformate entspricht.

Vor 10 Jahren hatte sich dazu der Zukunftsausschuss gebildet, der mit der Projektmanagementgruppe seitdem mit vielen Ideen und großem Eifer versucht, diese Vorgabe umzusetzen und dabei auch auf zahlreiche Widerstände stieß. Erlensee Aktuell berichtete im Jahr 2024 über das Projekt ⇒ „Quo vadis, Evangelische Kirche Langendiebach?“

Nachdem das Denkmalamt mitgeteilt hatte, dass die Einbauten der Kirche unverändert bleiben müssten, mit den Ausnahmen, dass die Orgel und die Bänke entfernt werden können, wurde nun aus von den Architekten vorgelegten vier Raumtypologien eine ausgewählt und ein an die Langendiebacher Gegebenheiten angepasster Vorentwurf „Kirche in der Kirche“ vorgestellt. Dieser sieht einen Glaskörper innerhalb des Kirchengebäudes vor, aus dem die Orgel und sämtliche Kirchenbänke entfernt wurden.

Zuvor wurden zu zwei Workshops Vertreter von Vereinen, Gruppierungen und Initiativen eingeladen, die einen Bedarf an Räumlichkeiten für Veranstaltungen haben und Vorstellungen für eine Raumnutzung formulieren konnten, die ebenfalls Eingang in den Vorentwurf fanden.

Der Glaskörper beginnt unterhalb der Empore und erstreckt sich in Abstand zu den unveränderten Seitenemporen als abgeschlossene Raumeinheit bis etwa zum Beginn der Seitentüren. Er soll eigenständig beheizt werden können und zum übrigen Kirchenraum zu öffnen sein. Unterhalb der Empore schließen sich seitlich ein Lager auf der einen und eine Teeküche auf der anderen Seite an.

Die Empore soll am bisherigen Orgelstandort temporär mit Vorhängen abtrennbar sein und mit Infrarotheizungen beheizt werden.

Die Grundflächen der so geschaffenen Räume betragen in etwa 30 m² (Empore) und 30 m² (Glaskörper). Nutzbar wären diese beispielsweise je nach Bestuhlung für 20 (Sitzung)  bis 35 Personen (Winterkirche). Da sich der Glaskörper öffnen lässt, ist der übrige Kirchenraum je nach Bestuhlungskonzept für Veranstaltungen aller Art nutzbar.

Die Kosten für den Glaskörper werden derzeit mit rund 750.000 Euro angegeben.

Für die Dachreparatur mit angepasster Statik wird nach aktueller Schätzung mit Kosten in Höhe von 1,5 Mio Euro gerechnet, wobei über die Installation einer dachintegrierten PV-Anlage vom Denkmalamt noch nicht entschieden wurde.

Wie Hubert Heck erläutert, wurde der Vorentwurf dem Kirchenvorstand und der interessierten Öffentlichkeit am Mittwochabend vorgestellt. In Kürze werde dieser gemeinsam von Kirchenvorstand und Zukunftsausschuss zur Erstellung eines Meinungsbildes beraten.

Die Umsetzung des jetzt als Vorentwurfs beschriebenen Konzepts „Kirche in der Kirche“ mit dem Glaskörper setzt eine Beheizungsstrategie unter Berücksichtigung von Bauphysik und Lüftungstechnik voraus. Hinzu kommen voraussichtlich noch Maßnahmen zur Gebäude- und Fensterdämmung. Die Kosten hierfür sind derzeit noch nicht abschätzbar, so dass auf dieser Ebene des Vorentwurfs noch keine Gesamtkostenkalkulation vorgenommen werden kann.

Auf die Frage, wie das vor wenigen Tagen verschickte Schreiben ⇒ „Immobilien gemeinsam in den Blick nehmen“ von Bischof Dr. Michael Gerber und Bischöfin Dr. Beate Hofmann bewertet wird, antwortete Hubert Heck, dass man es zur Kenntnis genommen habe und er es in die Gespräche mit aufnehmen werde. Pfarrerin Claudia Herchenröther sagte auf Anfrage, dass Pfr. Andreas Weitzel von der Kath. Pfarrgemeinde Christkönig schon vor längerer Zeit eingeladen habe, diesbezüglich in den Austausch zu treten.

Peter Cord informiert abschließend über eine geplante Exkursion zu fertiggestellten und auch im Bau befindlichen Projekten dieser Art. Die Exkursion soll im April stattfinden und danach über die Weiterbeauftragung des Architekturbüros entschieden werden, damit ein erster Entwurf erstellt werden kann.

 

Bericht: Markus Sommerfeld

Visualisierungen: Prinzmetal

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