Leserbrief als Antwort auf den Offenen Brief der DLRG Nidderau zum Thema „Schließung des Hallenbades in Erlensee“

Helmut Hasenhait antwortet auf den von der DLRG Nidderau verfassten Offenen Brief „Schließung des Hallenbads Erlensee“.

Sehr geehrte Damen und Herren der DLRG Nidderau und verantwortliche Verfasser für den Leserbrief vom 3.11.2022.

Die Situation ist sehr ernst und mit Vorwürfen und persönlichen Angriffen oder einer Unterstellung oder gar einer Schuldzuweisung kommen wir hier nicht weiter und das ist auch in keiner Weise zielführend.

Zitat aus Ihrem Leserbrief:

“.. Sie alle werden mit Ihrem Gewissen vereinbaren müssen, dass auch Sie durch Ihre Entscheidung eine Mitschuld an dem derzeitigen Abwärtstrend der Nichtschwimmersituation trifft – dafür tragen Sie die Verantwortung. Konkret können durch die Schließung des Schwimmbades früher oder später auch Kinder der Stadt Erlensee durch Ertrinken ums Leben kommen, weil sie mit 6, 8 oder 10 Jahren immer noch keine Chance bekommen haben, sicheres Schwimmen zu erlernen.“

Diese und auch andere Textstellen sind unverschämt und böswillig und entbehren jeglichen Tatsachen. Vor allem die persönlichen Angriffe gegenüber dem Bürgermeister, dem Magistrat und den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Erlensee, ist eine absolute Unverschämtheit und eine verbale Entgleisung der Verfasser. Hiermit fordere ich Sie auf, sich hier zu erklären, sich zu entschuldigen und das richtig zu stellen.

Sie haben schon 2020 die traurige Situation der Schwimmbäder beim Bundestag positioniert. Warum haben Sie in dieser Hinsicht nicht weitergearbeitet? Warum haben Sie keine Erfolge erzielt? Was ist der Stand der Dinge?

Was sind die Tatsachen in Erlensee:

Erlensee hat 46 Jahre lang ein Hallenbad betrieben und es wurde zum größten Teil von nicht ortsansässigen Personen benutzt

– Im Zuge der Hessischen Gemeindereform sollten die entstehenden Hallenbäder von interkommunalen Schwimmbadzweckverbänden getragen werden (so die Vorstellungen vom damaligen SPD-Landrat Martin Woythal)

– Die damalige Gemeinde Erlensee hat das dann auch vor fast 50 Jahren so aufgenommen und ist die Planung für den Bau eines Hallenbades eingestiegen. In der Hoffnung und der Erwartungshaltung: Wir werden beim Betrieb des Hallenbades durch den Zweckverband bzw. den Nachbarkommunen entsprechend unterstützt werden.

Leider kam der Zweckverband nie zum Tragen. In der Vergangenheit haben die verantwortlichen politischen Gremien der Stadt Erlensee immer wieder die Nachbarkommunen angesprochen und um Hilfe und Unterstützung gebeten. Die Aussagen waren eigentlich immer vom gleichen Tonfall: Das ist Euer Hallenbad, dann kümmert Euch auch drum. Dass das Hallenbad zu über 50% von auswertig ansässigen Personen benutzt und besucht wird, spielt hierbei keine Rolle.

– Vor den letzten Sanierungsarbeiten 2010 hatte man sich auch an die Landesregierung gewendet und hat die bestehende Situation geschildert und dass man ohne kräftige finanzielle Unterstützung durch das Land, den Bund und den Kreis das Hallenbad nicht weiter betreiben kann.

Ergebnis, keines!

– Jetzige finanzielle Situation:

o Ein jährliches Defizit von ca. 1.500.000,00 €
o Das Hallenbad wird zu über 50% von nicht Ortsansässigen besucht
o Keine finanzielle Unterstützung der Kommunen, aus denen die Besucher kommen
o Zu geringer Kostenbeitrag des Kreises für das Schulschwimmen
o Hohe Sanierungskosten
o Immer wiederkehrende Sanierungskosten in Höhe von ca. 10 Mio. € alle 10-15 Jahre
o Wie soll das von einer Stadt wie Erlensee alleine getragen werden?

Ergebnis der laufenden Petition, Stand 31.10.2022:

5000 Unterzeichner:

– 390 Hanau
– 375 Rodenbach
– 399 Bruchköbel
– 258 Neuberg  = 1422 Stimmen aus Nachbarkommunen
– 1500 Erlensee
– 2078 ohne Lokationsangabe

So wie die Zahlen der Petitionszeichner sind, so ähnlich ist das Verhältnis der Besucher, aus Erlensee stammend und anderweitig. Da besteht ganz klarer Handlungsbedarf bei den anderen Kommunen.

Somit die Empfehlung an Sie:

Sprechen Sie öffentlich folgende Personengruppen oder Verantwortliche an, damit uns und anderen geholfen werden kann. Von unserer Seite wurde das schon mehrfach getan, leider ohne richtigen Erfolg, deshalb stehen wir im Moment vor einem Scherbenhaufen.

– Landrat und Kreistag
– Landesregierung, Kultusministerium, Landtag
– Bürgermeister, Stadtverordnete, Gemeindevertreter, Magistrate, Gemeindevorstände der Städte und Gemeinden, deren Einwohner unser Hallenbad nutzen

Städte oder Kommunen, die sich bereit erklären, ein Hallenbad zu unterhalten, müssen vom Land, vom Kreis und den Nachbarkommunen unterstützt werden. In diese Richtung sollten Sie Ihre Kritik anbringen. Wir haben die letzten 46 Jahre alles getan, um ein Hallenbad zu betreiben.

Helmut Hasenhait
Erlensee

Leserbriefe können an redaktion@erlensee-aktuell.de zur Veröffentlichung gesendet werden. Sie geben allein die Meinung der Verfasser wieder. Anonyme Zusendungen sind von einer Veröffentlichung ausgeschlossen.

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