„Landwirtschaft im Blickfeld“: Getreideernte in Erlensee weitgehend abgeschlossen

(ms/ea) – Die Getreideernte in Erlensee ist weitgehend abgeschlossen und auch das Stroh als Einstreu für Rinder und Pferde ist von den Feldern abgefahren worden. Derzeit werden die Getreidestoppeln, die auf dem Acker zurückgeblieben sind, bearbeitet.

Das bedeutet, der Boden wird mit Scheibenegge oder Grubber gelockert. Das schützt die Erde vor dem Austrocknen. Feine Röhrchen, die sogenannten Kapillaren, und z. B. Regenwurmgänge, die die Feuchtigkeit wie ein Strohhalm nach oben transportieren und ungenutzt verdunsten lassen, werden dabei unterbrochen. So bleibt mehr Wasser im Boden.

Außerdem sorgt die Durchmischung der oberen Erdschichten dafür, dass Getreidekörner, die nach dem Mähdreschen auf dem Feld geblieben sind und Unkrautsamen keimen können. Sie werden später in einem weiteren Arbeitsgang eingearbeitet. Das spart später Pflanzenschutzmittel.

Gleichzeitig mit der Stoppelbearbeitung kann man auch schon Zwischenfrüchte aussäen. Sie heißen so, weil sie zwischen den hauptsächlichen Anbaufrüchten angesät werden. Meistens dienen sie der Gründüngung, sie bleiben also auf dem Feld und verrotten dort wieder. Dabei nehmen sie restliche Nährstoffe auf und konservieren sie, bis sie im Frühjahr von den neuen Pflanzen gebraucht werden. Außerdem ernähren sie Regenwurm und Co. und liefern Humus.

Phacelia und Ramtillkraut sind gängige Zwischenfruchtpflanzen für die Zeit von Sommer bis Herbst. Später sät man Gelbsenf oder Mischungen aus mehreren verschiedenen Pflanzen, die sogar über Winter auf dem Feld stehen bleiben.

Ich säe gerade ein Gemisch aus Phacelia und Ramtillkraut an. Wenn alles gut geht, kann man die gelben und lila Blüten demnächst z. B. auf den Feldern bei den Wasserbüffeln bewundern.

Wenn auf einem Acker Zwischenfrüchte angesät werden, darf auch ein wenig gedüngt werden. Maximal 6 Gramm reinen Stickstoffs je Quadratmeter. (Zum Vergleich: Für Rasen im Garten werden 15 – 30 Gramm Stickstoff pro Quadratmeter empfohlen.) Deshalb wird derzeit auch Mist, Gülle oder Gärrest aus einer Biogasanlage auf manche Felder gedüngt.

Bericht und Fotos: Anke Eyrich

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