Grimmstädter kehren in die Erfolgsspur zurück

(pm/ea) – Die HSG Hanau hat am Freitagabend den Weg in die Erfolgsspur zurückgefunden. Nach aufopferungsvollen 60 Minuten bezwang der Gastgeber den aktuellen Tabellendritten. Durch den Sieg glich die HSG ihr Punktekonto auf 8:8 aus.

Erfolgreichster Torschütze an diesem besonderen Abend war Cedric Marquardt mit 11 Toren, davon vier Siebenmeter. Neben dem zweiten Sieg zur Primetime am Freitagabend stand erstmals Jan Grolla im Kader der Blauen-Weißen und erstmalig wurde die Fanbotschafterin der HSG Hanau gekürt.

„Wir wollten vor dem blauen Block ein richtig gutes Spiel zeigen und wollten kämpfen und fighten mit allem, was wir haben“, hatte Trainer Axel Spandau vor der Partie versprochen — und seine Mannschaft löste dieses Versprechen über weite Strecken mit Bravour ein.

„Erstmal muss ich ein Kompliment an meine Mannschaft ausrichten“, sagte Trainer Spandau nach dem Abpfiff. „Eine unfassbare, kämpferische Leistung. Und natürlich auch ein hervorragendes Publikum, das wirklich da war, wo wir es gebraucht haben, uns nach vorn gepeitscht und uns wieder zurückgeholt hat.“

Erstmals im Kader der Gastgeber stand Jan Grolla. Der groß gewachsene Linkshänder unterstützt die HSG während des Ausfalls von Lukas Böhm auf der Rückraum Rechtsposition und soll Dennis Gerst die notwendigen Pausen geben. Grolla ging bis Jahreswechsel noch für die MSG Körle/Guxhagen auf Torejagd. Nach seinem beruflich bedingten Umzug nach Aschaffenburg hielt er sich bereits im Frühjahr bei der HSG fit. Als die Anfrage nun vom sportlichen Leiter Reiner Kegelman kam, war es für Grolla selbstverständlich, in der schweren Zeit zu unterstützen.

Das erste Highlight und Gänsehautmoment des Abends gab es bereits vor dem Anpfiff. Beim Derby gegen die Baggerseepiraten vor zwei Wochen hatte die HSG ihre Fans aufgerufen, eigene Fanbotschaften zu verfassen. Über 30 Einsendungen gingen ein. Schon in der Halle wurde abgestimmt, die zehn besten Botschaften kamen anschließend auf Instagram zur Wahl. Zwei Wochen lang votierten Fans, Anhänger und Follower der HSG Hanau. Am Ende setzte sich die Botschaft von Sarah Gómez durch. Sie lautet: „Kämpfen, Siegen – wir stehen hinter euch, auf geht’s HSG!“ Mit ihr bringt Sarah Gómez auf besonders emotionale Weise auf den Punkt, was Handball in Hanau und speziell bei der HSG ausmacht.

Frühe Führung — Hanau bestimmt den ersten Durchgang

Begleitet von den Kindern des Herbstcamps liefen Kleemann, Schiefer und Co. in die gut besuchte Main-Kinzig-Halle ein. Bereits während der Einlaufshow spürten die Anwesenden, dass Knistern in der Luft lag und die Heimsieben bis in die Haarspitzen motiviert war, um als Sieger vom Platz zu gehen.

S³Leutershausen Handball schlug zunächst zu. Im ersten Angriff traf Stefan Salger, am Ende des Spiels mit zehn Treffern Topscorer seiner Mannschaft, zum frühen 1:0. Doch die Grimmstädter antworteten sofort — Cedric Schiefer glich in der zweiten Minute aus und legte, nach der vorausgegangenen Parade von Benedikt Müller, nur Sekunden später zur 2:1-Führung nach. Der Beginn war intensiv und wechselhaft: Salger für die Gäste, Jan-Eric Kleemann und Cedric Marquardt in Überzahl für Hanau. Bis zur siebten Minute hatte sich ein 5:3 für die Blau-Weißen herauskristallisiert.

Leutershausen ließ nicht locker, Salger verkürzte auf 5:4 und 6:5, doch die Grimmstädter antworteten jedes Mal. Sebastian Hein erhöhte per Tempogegenstoß in der elften Minute auf 7:5, ehe Niklas Krämer für die Gäste zum 6:7 traf. Marquardt verwandelte in der 13. Minute den von Dennis Gerst herausgeholten Siebenmeter. Diesen Zwei-Tore-Vorsprung verteidigten die Gastgeber bis zur 17. Minute. Nach einer weiteren Parade von Benedikt Müller gegen Kessler traf Jan-Eric Kleemann mit einem gewaltigen Schlagwurf zur ersten Drei-Tore-Führung (11:8).

Bis zur 22. Minute verkürzten die Gäste wieder durch Tim Götz auf 12:13. Doch bis dahin war schon deutlich zu sehen, was in diesem Spiel der Schlüssel sein wird. „Wir haben eine überragende Abwehrleistung gezeigt“, brachte es der verletzte Jan-Philipp Winkler auf den Punkt. Dziugas Jusys organisierten Abwehr auf beeindruckende Art und Weise. Dahinter glänzte immer wieder Benedikt Müller mit seinen Paraden. „Die abgezockteste, coolste Mannschaft der Liga“, nannte Spandau die Leutershausener nach dem Spiel, und genau diese Kaltschnäuzigkeit der Gäste machte das schnelle Aufschließen möglich.

Doch auch vorn entfalteten die Gastgeber Druck auf die gegnerische Deckung. Eine Zeitstrafe gegen Salger verhalf den Hanauern, sich wieder abzusetzen. In der 28. Minute erhöhte Marquardt mit einem seiner elf Tore auf 18:13. Bis zur Halbzeit gestaltet sich der Verlauf ausgeglichen. Der eingewechselte Moritz Keller verkürzte in der letzten Minute vor der Halbzeit auf 16:20.

„Wir haben von Anfang an hart gespielt, vor allem haben wir die Rückraumspieler angegriffen. Schreiber und Götz haben wir nicht zur Entfaltung kommen lassen“, war das Fazit von Winkler zur Halbzeit.

Kurze Schwächephase unbeschadet überstanden

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: eine agile Deckung, temporeich im Angriff und abschlusssicher. Marquardt eröffnete per Siebenmeter in der 31. Minute zum 21:16. Gerst erhöhte in der 34. auf 22:18. Begünstigt durch eine Zeitstrafe gegen Reisig zogen die Grimmstädter erstmals sechs Tore davon. Erst Schiefer in Überzahl und dann Müller per Wurf aufs leere Tor ließen die Halle 24:18 kochen. Hanau schien auf dem besten Weg, die Partie frühzeitig zu entscheiden.

Doch Leutershausen mobilisierte seine Kräfte. Zwischen der 38. und 41. Minute liefen die Gäste, begünstigt durch eine Zeitstrafe gegen Jusys, heiß. Von 19:25 auf 23:25, vier Treffer in Folge ohne Hanauer Antwort, zeigte die Qualität. Die Spannung in der Main-Kinzig-Halle stieg spürbar an. Trainer Spandau reagierte mit Auszeit und seine Mannschaft reagierte: Marquardt traf zum 26:23, Schiefer zog in der 42. Minute auf 27:23 nach, und Hanau hatte die Kontrolle zurück. In dieser Phase macht sich der lautstarke Blaue Block bemerkbar. Die Fans hatten das richtige Gespür und machten beeindruckenden Lärm, um die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen.

S³L zeigten das ganze Spiel über, warum sie erst drei Minuspunkte abgegeben haben. Die Abwehr wurde immer stabiler und im Angriff spielten sie ihren Stiefel runter. Zwischen der 54. und 58. Minute wurde es nochmals richtig spannend. Erst verkürzten sie auf 29:31 und dann auf 30:31. Die Partie war noch einmal vollständig offen. Schöber fing den Ball in der Abwehr ab und schloss erfolgreich im Tempogegenstoß zum 32:30 ab. Anschließend nochmals eine gute Abwehraktion, sodass Marquardt mit seinem elften Treffer ebenfalls per Gegenstoß wieder auf 33:30 erhöhte. Schiefer setzte sich nochmals unnachahmlich durch und markierte das 35:30.

„Zwar haben wir wieder phasenweise ein bisschen den Faden verloren und unsere Ballgewinne dann nicht genutzt, aber haben uns dann am Ende dann doch noch mal durchgesetzt und nachdem es kurz knapp wurde, nochmal einmal schön abgesetzt und den Sieg eingefahren, von daher sehr gut gelaufen.“, fasst der Verletzte Winkler die Partie zusammen.

Nun folgen zwei Derbys in Folge. Nächste Woche geht es zum ersten Derby in den Odenwald. Die Grimmstädter führt es am Samstag, dem 31. Oktober 2026, um 19:30 Uhr nach Kirchzell. Am Freitag, 06.11.2026, zur besten Primetime um 20:15 Uhr gastiert dann der aktuelle Tabellenführer TV Gelnhausen in der Main-Kinzig-Halle. Der Ticket-Vorverkauf für das Main-Kinzig-Derby startet am Montag, 26.10.2026 um 18 Uhr.
Tickets sind online über die Website der HSG Hanau sowie an der Vorverkaufsstelle im Service- und Ticketcenter der Hanau Marketing GmbH im Stadthof Hanau zu erwerben.

Aufstellung HSG Hanau: Müller (1), Eberhardt; Kleemann (3), Hein (3), Jusys (1), Grolla, Just (1), Gerst (3), Geerken, Schöber (3), Scharriär, Rivic (1), Schiefer (8), Marquardt (11/4).

Aufstellung S³Leutershausen Handball: Maier (1), Bennefeld; Schreiber (3), Gutsche, Salger (10), Krämer (3), Schwarzer (2), Burkard, Keller (5), Götz (4), Reisig (2), Schlafmann, Kessler (1).

Zeitstrafen: 4:10 Min. – Siebenmeter: 4/4:0/. – Rote Karten: keine. – Zuschauer: 509. – Schiedsrichter: Johannes Marchlewitz/Christian Stadtmüller

 

Foto: HSG Hanau

Anzeige