(pm/ea) – Auf die Nominierung von Jakob Mähler zum hauptamtlichen Kreisbeigeordneten im Main-Kinzig-Kreis haben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit einer Pressemitteilung reagiert, in der sie die Personalentscheidung kritisch hinterfragen.
„Jeder Mensch darf seine politische Überzeugung verändern und seine Partei wechseln. Gleichzeitig spielen bei der Besetzung eines solchen Spitzenamtes neben fachlicher Erfahrung auch politische Haltung, Kontinuität und Verlässlichkeit eine wichtige Rolle. Deshalb ist es legitim, diese Personalentscheidung kritisch zu hinterfragen“, erklärt Reiner Bousonville, Mitglied des Vorstands der Grünen Kreistagsfraktion.
„Es ist durchaus bemerkenswert, dass die SPD für eines der wichtigsten Ämter im Main-Kinzig-Kreis auf jemanden setzt, der seine politische Erfahrung über viele Jahre bei den Grünen gesammelt hat. Offenbar weiß die SPD die politische Arbeit und Erfahrung zu schätzen, die Jakob Mähler aus seiner Zeit bei uns mitbringt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum die SPD nach vielen Jahren politischer Verantwortung im Kreis keine entsprechende Personalperspektive aus den eigenen Reihen entwickelt hat“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Mahwish Iftikhar.
„Für die Grünen steht dabei nicht der Parteiwechsel Mählers im Mittelpunkt. Politische Biografien entwickeln sich weiter, und ein Wechsel der Parteizugehörigkeit ist selbstverständlich legitim. Entscheidend ist, dass ein hauptamtlicher Kreisbeigeordneter die Interessen des gesamten Main-Kinzig-Kreises vertritt, Verantwortung übernimmt und die anstehenden Herausforderungen kompetent angeht. Kritisch sehen die Grünen darüber hinaus, dass die SPD erneut einen Mann für die hauptamtliche Kreisspitze nominiert. Seit dem Ausscheiden von Susanne Simmler im April 2024 ist dort keine Frau mehr vertreten. Gerade von einer Partei, die sich die Gleichstellung der Geschlechter und die Förderung von Frauen in politischen
Führungspositionen auf die Fahnen schreibt, hätten wir eine andere Erwartung. Wir fragen uns, welche Rolle die Geschlechtergerechtigkeit bei dieser Personalentscheidung überhaupt gespielt hat. Dass es innerhalb der SPD keine qualifizierten Frauen für ein solches Amt geben soll, bezweifeln wir ausdrücklich.“
Die Grünen betonen, dass es bei ihrer Bewertung nicht darum gehe, Mähler seine berufliche oder kommunalpolitische Erfahrung abzusprechen. Seine langjährige Tätigkeit in der Kommunalpolitik und seine Kenntnisse der Strukturen im Main-Kinzig-Kreis seien unbestritten.
Sollte Jakob Mähler vom Kreistag gewählt werden, würden die Grünen professionell und konstruktiv mit ihm zusammenarbeiten. „Wir werden Jakob Mähler, sollte er gewählt werden, an seiner Arbeit messen und dort konstruktiv zusammenarbeiten, wo es um gute Lösungen für den Main-Kinzig-Kreis geht. Unsere politische Kritik richtet sich vor allem an die Personalstrategie der SPD. Dass sie bei der Besetzung der Kreisspitze auf einen Politiker mit langjähriger grüner Vergangenheit setzt, spricht jedenfalls nicht gegen die politische Arbeit
der Grünen“, so Iftikhar abschließend.
