September zu warm und zu trocken

(ms/ea) – Der erste Herbstmonat zeigte sich an der Wetterstation Erlensee zu warm und zu trocken. Mi 17,7 °C landete er um 2,0 °C über dem Durchschnitt der Jahre 1991-2020 und um 2,9 °C über dem Mittel 1961-90.

An 3 Tagen stieg das Thermometer noch einmal über 30,0 °C , wobei am 8. mit 30,9 °C die höchste Temperatur erreicht wurde. 12 Sommertage (Temperaturmaximum 25,0 °C oder darüber) wurden verzeichnet.

Mit 4,8 °C wurde es am 25. am kältesten, 5 cm über dem Erdboden betrug das Minimum am gleichen Tag 4,6 °C. Im Erdboden in einer Tiefe von 20 cm schwankte die Temperatur zwischen 12,2 °C und 20,9 °C.

Geregnet hatte es an 10 Tagen, wobei am 13. mit 16,4 l/m² die höchste Tagesniederschlagssumme fiel. Die Monatssumme von knapp 25 l/m² erreichte nicht einmal die Hälfte des Monatssolls der beiden Referenzperioden, die hier recht ähnlich sind.

Die höchste Windböe betrug 45 km/h am 9., besondere Wettererscheinungen wurden nicht beobachtet.

Die Sonnenscheindauer betrug 205,1 Stunden, wobei am 25. die Sonne mit 11,1 Stunden am längsten schien. Die Globalstrahlung (= gesamte Sonnenenergie, die auf die Erdoberfläche trifft. Sie setzt sich aus der direkten Sonnenstrahlung und der diffusen Himmelsstrahlung, hervorgerufen durch Streuung an Wolken, zusammen) summierte sich auf 41567 J/cm².

An der am nächsten zu Erlensee gelegenen DWD-Wetterstation Kahl wurde eine Temperatur von 17,6 °C und eine Niederschlagssumme von 22,1 l/m² gemessen. In Frankfurt wurde am Flughafen 18,0 °C und 20,0 l/m², im Westend 18,4 °C und 24,6 l/m² gemessen.

 

Im Deutschland-Überblick berichtet der DWD von sommerlicher Wärme, extremer Trockenheit im Südwesten und reichlich Sonne im Süden

Der erste meteorologische Herbstmonat verband sommerliche Temperaturen mit herbstlich frischen Nächten und Tagen. Besonders markant war jedoch sein Finale: Zum Monatsende stellte sich eine Wärmephase ein, die im klimatologischen Vergleich außergewöhnlich war und für viele Menschen in Deutschland außerhalb dessen gelegen haben dürfte, was sie aus eigener Erfahrung kennen. In der Gesamtbilanz war der September nicht nur ungewöhnlich warm, sondern im Süden auch außergewöhnlich sonnig und im Südwesten extrem niederschlagsarm. Im Norden fiel dagegen regional deutlich mehr Regen.

Hitzespitzen, vorübergehende Herbstfrische und außergewöhnlich warmes Finale

Deutschlandweit wird der September 2026 mit einer Mitteltemperatur von 15,9 °C und damit rund 2,6 Grad über dem Klimamittel 1961 bis 1990 (13,3 °C) enden. Gegenüber 1991 bis 2020 (13,8 °C) lag das Plus bei 2,0 Grad. Somit zählt er zu den zehn wärmsten Septembern seit 1881. Mit einer markanten Erwärmung in der ersten Monatsdekade stieg am 8. die Temperatur an der Station Ohlsbach im Oberrheingraben auf 34,5 °C – bundesweiter Höchstwert. Mit der dritten Dekade kühlte es vorübergehend deutlich ab. Lokal trat Luftfrost auf. Meßstetten-Appental auf der Schwäbischen Alb meldete am 24. mit -1,4 °C den niedrigsten Wert der Republik. Auf diese frühherbstliche Abkühlung folgte zum Monatsende ein außergewöhnlicher Temperaturanstieg. In dieser sommerlichen Spätwärme wurden vor allem im Südwesten erneut über 30 °C sowie neue stationsspezifische Dekadenrekorde gemeldet.

Trockener September mit extremer Niederschlagsarmut im Südwesten und nassem Norden

Deutschlandweit brachte der September 2026 knapp 40 l/m² und damit etwa 34 Prozent weniger Niederschlag als im Referenzzeitraum 1961 bis 1990 (61 l/m²). Gegenüber 1991 bis 2020 (65 l/m²) betrug das Defizit rund 39 Prozent. Regional konzentrierte sich der Monatsniederschlag vor allem auf den Norden und die Küsten. Dort fielen an einigen Stationen über 125 l/m², Die höchste Tagessumme meldete die DWD-Station Drochtersen in Niedersachsen am 4. mit 57 l/m². Dagegen ging der Südwesten nahezu leer aus. In Teilen von Rheinland-Pfalz fielen keine 10 l/m², im Saarland wurden nicht einmal 5 l/m² erreicht.

Im Süden außergewöhnlich viel Sonnenschein, im äußersten Norden deutlich trüber

Mit rund 192 Sonnenstunden war der September 2026 deutschlandweit sonniger als im Referenzzeitraum 1961 bis 1990 (150 Stunden). Das Plus entsprach etwa 28 Prozent. Auch gegenüber 1991 bis 2020 lag die Sonnenscheindauer noch rund 22 Prozent über dem Durchschnitt (157 Stunden). Besonders sonnig war es im Süden Deutschlands: Gebietsweise wurden mehr als 250 Stunden registriert. Im äußersten Norden zeigte sich die Sonne dagegen deutlich seltener; örtlich erreichte die Sonnenscheindauer nicht einmal die Hälfte der Werte aus dem sonnenreichen Süden.

Rückblick für Hessen:

(In Klammern die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Hessen durfte den September mit 16,1 °C beenden, damit lag er ungewöhnliche hohe 2,9 Grad über dem Klimamittel (13,2 °C). In Geisenheim stieg die Temperatur am 7. auf 31,9 °C. Nach einer temporären Abkühlung in der dritten Monatsdekade, in der in Fulda-Horas am 25. kalte 0,5 °C gemessen wurde, folgte zum Monatsende erneut eine außergewöhnlich sommerlich warme Phase. Vor allem im Rhein-Main-Gebiet wurden mit fast 30 °C neue Dekadenrekorde erreicht. Hessenweit fielen nur knapp 29 l/m², also etwa 49 Prozent weniger als üblich (57 l/m²). Mit rund 198 Stunden lag die Sonnenscheindauer beachtliche 39 Prozent über dem Mittel von 142 Stunden.

 

Bericht und Grafik: Markus Sommerfeld

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