(pm/ea) – Nach drei Niederlagen in Serie gegen die Bergischen Panther ist der Bann gebrochen. Mit 33:31 (16:15) setzten sich die Grimmstädter am Samstagabend in der Max-Siebold-Halle gegen die Panther durch und fuhren zwei wichtige Auswärtspunkte in der 3. Liga Süd-West ein.
Cedric Marquardt (9 Tore davon vier Siebenmeter) und Cedric Schiefer (7) waren die erfolgreichsten Schützen, während Benedikt Müller ein starker Rückhalt zwischen den Pfosten war und den Unterschied ausmachte. Am Ende stand ein verdienter Sieg, der lange auf sich warten lassen hat.
„Die ausgerufene Pantherjagd haben wir diesmal positiv beendet — in einem spannenden und kampfbetonten Spiel“, fasste Trainer Axel Spandau den Abend zusammen. „Die zweite Halbzeit waren wir deutlich kontrollierter, deutlich zielstrebiger im Angriff, und Benne Müller hinten im Tor hat unsere Abwehr nach allen Leibeskräften unterstützt.“
Im Vorfeld stellt sich die Frage, ob die Mannschaft den Schwung des ersten Heimsiegs in das Spiel gegen die Panther mitnehmen und auch die ersten beiden Auswärtspunkte einfahren kann. Mit einer deutlich verbesserten Leistung in Durchgang zwei sicherten sich die Grimmstädter den Sieg. Dabei waren eine gute Deckungsarbeit und mehr Geduld im Angriff die Schlüssel, um erfolgreich zu sein.
Es war nicht nur der erste Sieg nach drei Niederlagen in Folge gegen die Bergischen Panther, sondern auch der erste Auswärtssieg in Burscheid, seitdem beide Mannschaften aufeinandertreffen. Der Sieg ließ die Blau-Weißen in der Tabelle der 3. Liga Süd-West weiter vorrücken. Zwei Siege in Folge sollten entsprechenden Rückenwind für das anstehende Derby gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden am Samstag, 10.10.2026 um 19:30 Uhr geben.
Torwartrückhalt legt den Grundstein — erste Halbzeit mit offenem Schlagabtausch
Zu Beginn der Partie dominierten die Torhüter auf beiden Seiten die Frühphase des Spiels. Unter anderem hielt Benedikt Müller die ersten beiden Siebenmeter von Louis Elsässer gleich in den ersten 10 Minuten. Cedric Marquardt, an diesem Abend erneut bester Torschütze der Hanauer, brachte seine Mannen in Führung und Cedric Schiefer konnte rasch auf 3:1 erhöhen. Doch in der Folge kamen auch die Gastgeber besser ins Spiel und glichen zum 3:3 durch Louis Elsässer aus.
Die anschließenden fünf Minuten waren auf beiden Seiten von technischen Fehlern und Nervosität geprägt. Das Spiel ging nun auf und ab, ein Fehlwurf hier, ein technischer Fehler da zeigte, was in dieser Partie auf dem Spiel stand. Bis zur 15. Minute hielten sich beide Mannschaften vornehmlich mit dem Tore werfen zurück. Dies veranlasste den Gastgeber, seine erste Auszeit zu nehmen. Sie zeigte Wirkung und die Panther gingen in der 20. Minute nach 4:5 mit 8:6 in Führung. Dieser Zwei-Tore-Rückstand veranlasste Trainer Axel Spandau in der 23. Minute ebenfalls, sein erstes Team-Time-Out bei 8:10 zunehmen.
Bis zum 10:12 (25.) hatte dieser Rückstand Bestand. Doch ein schön herausgespielter Abschluss von Mathi Geerken auf Linksaußen, eine gute Abwehraktion und ein Tor von Cedric Schiefer war zwei Minuten später (27.) der Ausgleich geschafft. Danach ging es Schlag auf Schlag. In den letzten drei Minuten klingelte es noch sieben Mal bis zur Halbzeit. Malte Just egalisierte das Tor von Maurice Meurer mit einem starken 1:1 gegen den Innenblock. Florian Müller traf für den Gastgeber zur letzten Führung vor der Halbzeit. Dziugas Jusys mit einem Doppelpack nach einer Parade von Benedikt Müller stellt so auf 15:14 kurz vor der Pause. Doch eine Zeitstrafe gegen Jusys ließ die Panther wieder ausgleichen. Fast mit der Pausensirene sorgte Lukas Böhm mit einem Rückraumwurf für die 16:15 Pausenführung.
Dennis Gerst beurteilt die erste Halbzeit: „Ich denke, beide Mannschaften haben sich heute in der ersten Phase des Spiels schwergetan. Das zeigt auch das Ergebnis von 4:4 nach 15 Minuten. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nahm das Spiel an Fahrt auf. In einem offenen Schlagabtausch konnten wir uns eine knappe Halbzeitführung erkämpfen.“
„Beide Mannschaften kamen am Anfang schwierig rein. Die Torwartparaden bestimmten das Spiel. Ich glaube, nach 15 Minuten stand es 4:4. Und dann ging es ein bisschen voran. Allerdings wurde unser Spiel tatsächlich nicht sicherer, sondern viele technische Fehler oder Unzulänglichkeiten haben dann uns den Rhythmus genommen. Dennoch haben wir es geschafft, bis zur Halbzeit über Lukas Böhm zur Führung zu gehen“, pflichtet Trainer Spandau Gerst bei.
Hanau dreht auf — und Kleemann macht den Deckel drauf
„Für die zweite Halbzeit haben wir uns vorgenommen, gut zu starten, was uns leider nur teilweise gelungen ist“, gab Gerst Einblick aus der Halbzeitpause. Nach einem Fehlwurf im Angriff glich Kaan Taymaz für die Panther mit seinem Wurf aufs leere Tor zum 16:16 aus. Dass dies das letzte Unentschieden der Partie sein sollte, war zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar.
Marquardt verwandelte seinen selbst herausgeholten Siebenmeter zum 17:16. Benedikt Müller startet auch gleich mit einer Parade. Nach einem harmlosen Rückraumabschluss zog im Rückzug Jan-Eric Kleemann ein Offensivfoul. Dies ermöglichte Marquardt per Tempogegenstoß, auf 18:16 zu stellen.
Die anschließende Phase glich der ersten Halbzeit. Im Gleichschritt lief das Spiel bis zum 21:19 in der 38. Minute. Das 21. Tor von Sebastian Hein war auch etwas für die Zuschauer. Im passiven Spiel und mit wenig verbleibenden Pässen sprang Cedric Marquardt von links mit wenig Platz ein und bediente per Expresspass, den von rechts einspringenden Hein, der dann den Ball im Netz unterbrachte. Zu dieser Zeit waren die Gäste durch die zweite Zeitstrafe gegen Jusys in Unterzahl auf dem Feld. In Überzahl verkürzten die Panther. Ein Abspielfehler im Angriff brachte die Hausherren die Möglichkeit, auf Unentschieden zu stellen.
Taymaz tankte sich durch und erhielt einen Siebenmeter für seine Farben. Exner, bis dahin tadellos vom Siebenmeterstrich, trat zu seinem fünften Siebenmeter. Einmal angetäuscht und dann mit aller Wucht versucht er, den Ball an Benedikt Müller vorbei in den linken Giebel zu werfen. Doch mit einem starken Reflex schießt Müllers linker Arm hoch und bewahrt die HSG vor dem Ausgleich. Der Abpraller landet bei den Blau-Weißen. Es war bereits der dritte Strafwurf, den Müller an diesem Samstagabend vereitelte.
„Mit einem bärenstarken Benne Müller hinten im Tor, der unsere Abwehr nach allen Leibeskräften unterstützt hat, konnten wir uns peu à peu absetzen“, lobt Trainer Axel Spandau seinen Schlussmann.
Die nächsten sieben Minuten das gleiche Spiel. Hanau legte vor und die Panther zogen nach. In der 47. Minute brachte dann ein Ballgewinn von Marek Schöber und per Tempogegenstoß selbst abgeschlossen die erste Drei-Tore-Führung zum 26:23. Gleichzeitig erhielt Joe Ballmann, den Hanau an diesem Abend gut unter Kontrolle hatte, eine Zeitstrafe beim Versuch, Schöber im Rückzug zu verteidigen. Im Gegenzug traf Maurice Meurer nur den Pfosten. Auf dem Weg in die Defensive meckerte er zu viel, sodass die Schiedsrichter auch ihm die zwei Finger zeigten. Somit waren die Grimmstädter in doppelter Überzahl. Doch in die Phase traf nur Jusys einmal vom Kreis.
„Und in dem Moment, wo wir zweifache Überzahl waren, hätten wir das Spiel zu machen können, haben aber dann zwei glasklare Chancen liegen lassen“, beschreibt Spandau die Phase des Spiels.
Beim 28:27 für die Gäste waren die Gastgeber wieder auf ein Tor herangerückt. Doch nun sollte sich die Erfahrung der Mannen um Jan-Eric Kleemann, Lukas Böhm und Co. bezahlbar machen. Statt hektisch zu werden, könnten sie gestützt auf einer guten Abwehr im Zusammenspiel mit Benedikt Müller die Panther im Zaun halten. Zweimal Schiefer und einmal Marquardt stellten auf 31:28 (58.). Doch es kam noch einmal zunehmend Hektik in der Schlussphase auf. Grund dafür waren zwei hundertprozentige Torchancen, die die Hanauer nicht genutzt haben, und so verkürzte Ballmann 31 Sekunden vor Schluss auf 31:32 und Spandau nahm seine letzte Auszeit. Aus der Manndeckung heraus löste sich Jan-Eric Kleemann, empfing den Ball in halbrechter Position und verwandelte eiskalt zum 31:33.
„Somit haben wir aus meiner Sicht auch einen absolut kämpferischen und verdienten Sieg eingefahren, der auf jeden Fall lange nötig war bei den gegen die Bergischen Panther.“, so Trainer Spandau zum Abschluss.
Dennis Gerst befand auch: „In den entscheidenden Momenten waren wir da – mit Kampf, Leidenschaft und einem starken Benedikt Müller konnten wir das Spiel auf unsere Seite ziehen.“
Weiter geht es für die HSG Hanau am Samstag, 10. Oktober 2026, um 19:30 Uhr in der Main-Kinzig-Halle. Dann kommt es zum ersten Heimderby der Saison gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden.
Aufstellung Bergische Panther: Eigenbrod, Berblinger; Müller (3), Hermann (2), Meurer (1), Taymaz (4), Lindemann (4), Exner (8/4), Lorenz, Schütte, Ballmann (3), Schön (1), Büscher (4), Elsässer (1).
Aufstellung HSG Hanau: Müller, Eberhardt; Kleemann (2), Hein (6), Jusys (3), Just (1), Gerst, Geerken (1), Böhm (3), Schöber (1), Scharriär, Winkler, Schiefer (7), Marquardt (9/4).
Zeitstrafen: 8:8 Min. – Siebenmeter: 7/4:4/4. – Rote Karten: keine. – Zuschauer: 150. – Schiedsrichter: Dominik Zahs / Nils Zahs
Foto: HSG Hanau
