(pm/ea) – Nebelschwaden über dem Werratalsee am frühen Morgen, hochsommerliche Temperaturen am Nachmittag – und dazwischen zwei Tage Rudersport vom Feinsten: Bei den 52. Hessischen Landesmeisterschaften am 26. und 27. September in Eschwege hat der Hanauer Ruderclub Hassia seine Saison mit einer beeindruckenden Bilanz abgeschlossen.
28 Aktive im Alter von zwölf bis 22 Jahren gingen auf dem Werratalsee an den Start und holten 20 Gold-, 10 Silber- und 6 Bronzemedaillen. Damit war die Hassia nach der Medaillenbilanz der erfolgreichste hessische Verein, vor Frankfurt, Limburg und Weilburg. Die Meisterschaften wurden vom Eschweger Ruderverein auf dem Werratalsee ausgerichtet.
Besonders bemerkenswert: Die Hessenmeisterschaft ist die einzige Regatta im Jahr, bei der die gesamte Hassia-Leistungsgruppe – vom zwölfjährigen Nachwuchsruderer bis zum U23-Athleten – gemeinsam zu einem Wettkampf reist. Entsprechend stand neben den Ergebnissen das Gemeinschaftserlebnis im Mittelpunkt. Vier Trainer und 28 Sportler bildeten in Eschwege eine Mannschaft, in der sich alle gegenseitig unterstützten, anfeuerten und auch zwischen den eigenen Rennen mit anpackten.

Für das sportliche Ausrufezeichen sorgte einmal mehr Jakob Rastetter. Der U23-Vizeweltmeister im Doppelvierer und U23-Vizeeuropameister im Doppelzweier gewann in Eschwege zehn Hessenmeistertitel in zehn Rennen – Siegquote 100 Prozent. Über 1.000 Meter siegte Rastetter im Einer, Doppelzweier, Doppelvierer und Mix-Doppelvierer. Über die Sprintdistanz von 350 Metern kamen Siege im Einer, Doppelzweier, Zweier ohne, Vierer ohne, Doppelvierer und Mix-Doppelvierer hinzu.
Dabei war Rastetter nicht nur selbst Dauergast auf dem Siegerpodest: Simon Gimplinger kam in acht der zehn Rennen mit Rastetter gemeinsam zum Einsatz – und gewann ebenfalls alle seine Rennen. Die beiden verbindet bereits eine erfolgreiche gemeinsame Geschichte: 2023 wurden sie zusammen U19-Vizeweltmeister im Vierer ohne.
Am Sonntag wurde ausgerechnet Trainer Robby Gerhardt zum Teamkollegen: Im Vierer ohne über 350 Meter griff er selbst zum Riemen und komplettierte die erfolgreiche Crew.
Insgesamt sammelte die Hassia im U23-Bereich zwölf Goldmedaillen. Für eine besondere Nachwuchsnote sorgten dabei Lou Dörner und Nikki McMeeken: Obwohl beide noch dem U19-Bereich angehören, gewannen sie im Doppelzweier sowohl über 1.000 als auch über 350 Meter und steuerten damit die Hessenmeistertitel Nummer elf und zwölf für die Hassia-U23-Bilanz bei.
Auch im U19-Bereich gab es weitere Titel. Antonin Dickel gewann den Einer über 1.000 und 350 Meter. Paulina Pfeil und Ellen Bussian ergänzten die Bilanz mit drei Silbermedaillen: jeweils im Doppelzweier über beide Distanzen sowie im Doppelvierer gemeinsam mit Nikki McMeeken und Lou Dörner.
Im U17-Bereich siegten Maximilian Röthig als Steuermann, Salome Richters, Vlada Khanko, Hannah Reelfs und Helena Hünicke im gesteuerten Doppelvierer.
Lukas Becher und Filip Krcmar holten zudem in Renngemeinschaft mit Frankfurt Gold im Achter. Gemeinsam mit Max Koch und Ole Dziea kamen Becher und Krcmar im gesteuerten Doppelvierer außerdem zu Silber.
Auch die U15 setzte ein deutliches Ausrufezeichen. Henri Kraus, Damian Braun, Henri Dörner, Linus Reisinger und Simon Firnges gewannen den gesteuerten Doppelvierer sowohl über 1.000 als auch über 350 Meter. Dazu kamen Goldmedaillen für Henri Dörner und Simon Firnges im Doppelzweier der 13-/14-Jährigen sowie für Leif Herbert und Linus Reisinger im Doppelzweier der 11-/12-Jährigen.
Weitere Silbermedaillen gingen unter anderem an Martha Eckl und Hannah Meryem Kanbak im Doppelzweier der 12-/13-Jährigen sowie gemeinsam mit Sarah Moser, Leni Böhringer und Sophia Gebhardt im gesteuerten Doppelvierer. Auch der Doppelvierer der 12-/13-Jährigen mit Damian Braun, Linus Reisinger, Otto Kollmer, Constantin Richters und Henri Kraus fuhr zu Silber.
Für die Trainer Volker Lechtenberg, Nick Stollenmeyer, Robby Gerhardt und Alexander Forkert war Eschwege deshalb weit mehr als eine erfolgreiche Meisterschaft.
„Die ganze Gruppe hat sich wahnsinnig gut unterstützt und angefeuert. Wir haben unseren eigenen Titelrekord von 21 zwar nicht geknackt. Aber das wichtigere Ziel haben wir erreicht: Wir haben die Gruppe noch einmal richtig zusammengeschweißt für das harte Training im Winter.“
Mit den 20 Hessenmeistertiteln endet damit eine Saison, in der die Hassia-Aktiven auf allen Ebenen erfolgreich waren – auf internationaler Bühne, bei deutschen und hessischen Meisterschaften ebenso wie bei Jugend trainiert für Olympia.
Die zwei Tage in Eschwege waren dafür ein passender Schlusspunkt: morgens Nebelschwaden über dem See, mittags Hochsommer, auf dem Wasser schnelle Boote – und an Land eine Hassia-Mannschaft, die sich über Alters- und Leistungsgrenzen hinweg gegenseitig zum Erfolg trug.
Fotos: PM
