„Bedrucktes Papier reicht nicht aus“ Erlenseer Grüne fordern Maßnahmen zum Hitzeschutz und kritisieren fehlende Reaktion in der Stadtverordnetenversammlung

(pm/ea) – Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen zeigt sich zutiefst verärgert über das Verhalten der anderen Fraktionen (außer „Die Linken“) in der Erlenseer Stadtverordnetenversammlung (StaVo) zum dringenden und wichtigen Thema Hitzeschutzkonzept, wie sie in einer Pressemitteilung berichten.

Darin heißt es weiter:

Trotz eindringlicher Appelle scheiterte selbst der grundlegendste Schritt: Die Befassung mit dem Thema wird nicht umgesetzt, da der Antrag nicht einmal zur Beratung in den Bau- und Umweltausschuss überwiesen wurde – dem Gremium, in dem konkret über Maßnahmen für das kommende Jahr hätte diskutiert werden müssen.

Besonders unverständlich ist diese Blockadehaltung vor dem Hintergrund der Erfahrungen der letzten Jahre: Nach dem extremen Hitzesommer 2026 ist das Untätigbleiben der Kommunalpolitik für die Bevölkerung kaum vermittelbar. Zwar existiert auf Ebene des Main-Kinzig-Kreises bereits ein umfassendes Klimaanpassungskonzept, doch wird dieses vor Ort nicht mit Leben gefüllt. „Alles, was in dem Kreiskonzept steht, ist richtig und fachlich fundiert und auch von der Grünen-Fraktionen im August 2025 beschlossen worden – aber es nützt den Bürgerinnen und Bürgern rein gar nichts, wenn vor Ort keinerlei konkrete Maßnahmen ergriffen werden“, so die Kritik von Renate Tonecker-Bös, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/die Grünen.

Während ein vollumfängliches Klimaanpassungskonzept komplex in der Ausarbeitung ist, stellt ein kommunales Hitzeschutzkonzept eine deutlich einfachere und rasch umsetzbare Orientierungshilfe dar. Es liefert direkte Schutzmaßnahmen für gesundheitlich gefährdete Gruppen, Beschattungskonzepte, Trinkwasserangebote sowie Notfallpläne für heiße Sommertage. Dass nicht einmal die Chance ergriffen wurde, im Ausschuss über erste Schritte für den nächsten Sommer zu beraten, bewerten die Grünen als unglaubliche Ignoranz.

Damit nachvollziehbar wird, worum es der Grünen-Fraktion in ihrem Antrag geht, hier die wichtigsten Punkte:

Der Magistrat wird aufgefordert, ein für Erlensee angepasstes Hitzeschutzkonzept zu entwickeln und über die Eckpunkte regelmäßig im Bau- und Umweltausschuss zu berichten. Hierbei muss das Konzept unterscheiden zwischen kurzfristigen Maßnahmen für Mensch und Tier und langfristigen Maßnahmen für das gesamte Umfeld (Baumpflanzaktionen, Entsiegelung etc.)

Ziel des Hitzeschutzkonzeptes

  • gesundheitlichen Folgen von extremer Hitze effizient kommunizieren, ein der Situation angepasstes Verhalten der Menschen erreichen und eine langfristige Minderung der Hitzebelastung in Städten und Kommunen erzielen
  • Verbesserung der öffentlichen Trinkwasserversorgung (Refillstationen)
  • Schaffung von Schatteninseln und Erholungsräumen
  • Öffnen öffentlicher Räume für Menschen mit in der Hitze schwierigen Wohnsituationen
  • Bäume pflanzen sowohl im öffentlichen Raum als auch Anreize entwickeln, um private Gartenbesitzer und -besitzerinnen zu vermehrten Baumpflanzungen zu animieren
  • In Kitas und auf Spielplätzen für Schatten sorgen innerstädtische Kühle-Orte-Karten: Interaktive Stadtpläne verzeichnen Parks, Brunnen, schattige Plätze, klimatisierte Gebäude, kühlere Orte wie Kirchen, Altenheim, etc.) und Trinkwasserspender
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