(ms/ea) – Am Dienstag wurde in der Integrierten Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises das Melde-Tool „Kein Notfall“ offiziell in Betrieb genommen. Es soll bei einem großen Notruf-Aufkommen Schadensmeldungen priorisieren und damit Notrufleitungen für echte Notfälle freihalten. Bei einem Pressegespräch wurde das Tool vorgestellt.
Bei Unwetterlagen wird oft die Notrufnummer 112 gewählt, um umgestürzte Bäume oder vollgelaufene Keller zu melden. So gingen bei einem Unwetter im Jahr 2024 bei der Leitstelle rund 800 Anrufe in einer Stunde ein. Im schlimmsten Fall kann ein so großes Aufkommen dazu führen, dass Notrufleitungen blockiert werden und über diese bei echten Notfällen nicht die erforderliche schnelle Hilfe angefordert werden kann.

In der Leitstelle werden die Meldungen aus dem Tool priorisiert und an die Einsatzkräfte weitergeleitet
Um nicht-akute Fälle dennoch melden zu können, ohne die 112 unnötig zu blockieren, wird ab sofort das Melde-Tool „Kein Notfall“ im Main-Kinzig-Kreis zur Verfügung stehen.
Bei besonderen Einsatzlagen, bei denen mit einem großen Aufkommen nicht akuter Fälle zu rechnen ist, wird über die Warn-Apps ein Link veröffentlicht, der zu dem Meldeportal führt. Hier kann jeder mit seinem Mobilgerät einen eingetretenen Schaden melden, zum Beispiel einen umgestürzten Baum, den Ort, ein Foto und ergänzende Informationen einfügen und es direkt an die Leitstelle senden. Dort wird die eingegangene Meldung – insbesondere auch anhand des Fotos – entsprechend priorisiert und an die Einsatzkräfte weitergeleitet.
Ziel ist es, Nicht-Notfälle aus dem Notrufbereich herauszuhalten, damit dieser für echte Notfälle freigehalten wird.
Die Firma BTC hat für das von ihr entwickelte Tool eine ⇒Anleitung zum Download zur Verfügung gestellt.

Voraussetzung für die Nutzung des Tools ist die Installation einer Warn-App auf dem Mobilgerät. Der Link wird im Schadensfall über diese Apps mitgeteilt, über diesen wird man zum Melde-Tool geleitet.
Auf dem Titelfoto (v.l.): Beim offiziellen Start des Tools in der Leitstelle: Lothar Liesen (Firma BTC), Landrat Thorsten Stolz, Manuel Hack, Michael Tumbrägel, Yannik Piston, Reiner Kaul und Dr. Wolfgang Lenz
Bericht und Fotos: Markus Sommerfeld
