(pm/ea) – Für Jakob Rastetter vom Hanauer Ruderclub Hassia hätte der Weg zur Silbermedaille bei den U23-Europameisterschaften kaum schwieriger sein können. Am 5. und 6. September holte der Hanauer gemeinsam mit Jesse Ilsemann von der RG Hansa Hamburg im polnischen Kruszwica den Vizeeuropameister-Titel im Doppelzweier.
Dabei hatte Rastetter bis kurz vor der EM kaum im Boot trainieren können. Eine Erkältung und eine Prellung an der Hand machten gezieltes Rudertraining über längere Zeit unmöglich. Stattdessen ging es aufs Spinning Bike. Erst im Trainingslager in Ratzeburg, rund eineinhalb Wochen vor der Europameisterschaft, konnten Rastetter und Ilsemann gemeinsam Kilometer im Doppelzweier sammeln.
Dass daraus bei der EM eine Medaille wurde, ist auch deshalb bemerkenswert, weil die beiden zuvor in unterschiedlichen Bootsklassen unterwegs waren: Ilsemann war bei der U23-WM im Einer gestartet, Rastetter hatte in Duisburg im Doppelvierer die Silbermedaille und damit den Vizeweltmeistertitel gewonnen. Den Doppelzweier wollten sie in Kruszwica vor allem nutzen, um Erfahrung zu sammeln.
„Mit der Erkältung war für mich nicht ganz klar, ob ich überhaupt starten kann, das ging dann aber doch überraschend gut – genauso wie die Rennen“, sagt Rastetter. Im Finale fand das Duo schnell seinen Rhythmus. Bei etwa 1.000 Metern setzten sich die Deutschen gemeinsam mit den Schweizern vom Feld ab und behaupteten ihre Position bis ins Ziel. Das war keine Selbstverständlichkeit: Die Italiener, die am Ende Bronze holten, waren die Weltmeister von 2025. Auch die Boote aus der Türkei und Rumänien hatten in diesem Jahr das WM-Finale erreicht. Umso größer die Freude über Silber.
„Wir sind insgesamt sehr zufrieden, mit eineinhalb Wochen Vorbereitung eine Medaille in einem gut besetzten Feld zu gewinnen“, sagt Rastetter.
Damit findet eine bemerkenswerte Saison des Hanauers ihren Abschluss. Rastetter hatte im Juni die U23-Rangliste des Deutschen Ruderverbandes im Einer gewonnen und war in Duisburg bei der U23 WM Vizeweltmeister im Doppelvierer geworden. Parallel dazu machte er an der Karl-Rehbein-Schule Hanau auch noch sein Abitur – mit einem Schnitt von 1,8! „Dass dieses Pensum an Höchstleistungen überhaupt funktionieren kann, verdanken wir insbesondere der engen Kooperation zwischen der KRS als Partnerschule des Leistungssports und der Hassia.“, so Trainer Volker Lechtenberg. „Jakob ist das beste Beispiel dafür, dass mit entsprechendem Engagement auf allen Seiten dieser Spagat zwischen Schule und Leistungssport sehr erfolgreich funktionieren kann. Wir sind mehr als stolz auf ihn.“
Auf dem Foto: Jesse Ilsemann und Jakob Rastetter (2. v.l) bei der Siegerehrung
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