HSG Hanau unterliegt TSG Münster mit 30:32

(pm/ea) – Die HSG Hanau unterlag der TSG Münster am Samstagnachmittag in der Eichendroffschule Kelkheim mit 30:32 (10:14) und kassierte damit die zweite Niederlage im zweiten Spiel der 3. Liga Süd-West.

Cedric Schiefer mit sechs Treffern und Sebastian Hein mit fünf Toren waren die erfolgreichsten Torschützen auf Hanauer Seite. Trotz einer Aufholjagd und eines turbulenten Schlussspurts sollte diese kein erfolgreiches Ende finden. Die Grimmstädter kämpften bis zur letzten Sekunde, mussten sich einem erfahreneren Gegner jedoch geschlagen geben.

„In der ersten Viertelstunde waren wir nicht ganz im Spiel drin, haben einen relativ klaren Rückstand kassiert“, sagte Cheftrainer Spandau nach dem Abpfiff. „Die Mannschaft hat dann Moral gezeigt und bewiesen, dass sie kämpfen kann. Unser großes Manko war heute mit Sicherheit, dass wir zu viele freie Würfe von den Außenpositionen liegen lassen haben — ich glaube, insgesamt neun, dazu kommen noch zwei Siebenmeter: Das sind elf Würfe, die relativ frei sind, und das ist natürlich problematisch.“

Nach dem misslungenen Saisonauftakt hatte Trainer Spandau eine Reaktion auf die Auftaktniederlage in Ratingen gefordert und eine verbesserte Angriffsleistung auf dem Niveau der Vorbereitung als klare Vorgabe ausgegeben. Die Blau-Weißen erfüllten diesen Anspruch über weite Strecken — insbesondere in der zweiten Hälfte — wenngleich individuelle Fehler in entscheidenden Momenten den Sieg verhinderten.

Neben den beiden Ausfällen von Benedikt Müller und dem Langzeitverletzten Julian Fulda gesellten sich am Wochenende kurzfristig noch Cedric Marquardt und Jan-Philipp Winkler auf die Tribüne dazu. Damit standen Hanau vor den 480 Zuschauern in Kelkheim weniger Alternativen zur Verfügung als dem Gastgeber. Die Ausfälle sollten unter anderem mit dem lautstarken Support des Blauen Blocks aufgefangen werden.

Start erneut verschlafen

Mit der Unterstützung vom Blauen Block ging die HSG mit Mathi Geerken auf Links- und Sebastian Hein auf Rechtsaußen, Cedric Schiefer, Jan-Eric Kleemann, Lukas Böhm im Rückraum, Dziugas Jusys am Kreis sowie wie im Tor Florian Eberhardt in das Spiel. Die Anfangsphase der Partie glich dem Auswärtsspiel in Ratingen.

Die TSG Münster übernahm von Beginn an das Kommando: In der zweiten Minute traf Patrick Weber per Siebenmeter zur frühen Führung, ehe die Partie zunächst bis zum 2:2 ausgeglichen verlief. Cedric Schiefer und Dziugas Jusys glichen jeweils aus. Eine frühe Überzahlsituation durch eine Zeitstrafe gegen Jakob Gollan konnte nicht genutzt werden. Münster blieb in der Offensive konsequenter. Tom Gerntke und erneut Weber sorgten bis zur siebten Minute für ein 5:3, und als Weber in der achten Minute seinen zweiten Siebenmeter verwandelte, stand es 6:3 zugunsten der Gastgeber. Ein ähnliches Bild gab es in der letzten Woche bereits, wo die Mannschaft um Kleemann und Co. die Anfangsphase verschliefen. Die HSG fanden keine Antwort auf die druckvolle Münsteraner Abwehr, verloren beim Stand von 9:5 in der 14. Minute ihren Rhythmus vollends und sahen sich beim Timeout in der 16. Minute mit einem Fünf-Tore-Rückstand konfrontiert.

Doch die Grimmstädter fanden zurück: Sebastian Hein traf zum 10:6, und in der Schlussphase der ersten Hälfte verkürzten Jan-Eric Kleemann per Siebenmeter, Malte Just und Cedric Schiefer sukzessive den Abstand. Doch um ein besseres Ergebnis zu erzielen, wurde zu viele freie Einwurfmöglichkeiten liegen gelassen, unter anderem zwei verworfene Siebenmeter. Die Chancenverwertung blieb das größte Problem. Mit 10:14 ging es in die Kabine.

„Wir haben in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit ausgeglichen gestaltet“, bilanzierte Trainer Spandau. „Das hat uns für die zweite Hälfte Mut gegeben.“

Zur ersten Halbzeit zieht auch Dziugas Jusys eines erstes Fazit: „Wir starten mit Schwierigkeiten im Angriff. Das zieht sich die erste Halbzeit gefühlt so durch und wir tun uns schwer. Wobei die Abwehr im Verbund mit den Torhütern funktioniert hat. Mit 14 Gegentoren in der ersten Halbzeit kann man leben, nur die zehn eigenen Tore sind einfach nicht genug.“

Kräftezerrende Aufholjagd bleibt ohne Erfolg

Nach dem Seitenwechsel legten Kleemann und Co. los wie ausgewechselt. Der erste Angriff läutete die Aufholjagd mit einem sehenswerten Treffer ein. Auf Rückraum Rechts stieg Lukas Böhm hoch, doch statt das Spielgerät Richtung Tor zu werfen, bedient er per Kempapass mustergültig Cedric Schiefer, der zum 11:14 verwandelt. Im Deckungsverbund und mit einigen Paraden von Nico Scholz, der Ende der ersten Halbzeit schon zwischen die Pfosten kam, drückten die HSGler aufs Tempo. Malte Just brachte die Grimmstädter auf 15:15, der erste Ausgleich seit der Anfangsphase, wieder zurück ins Spiel. Bis dahin hatte Just nach seiner Einwechselung eine hundertprozentige Wurfquote. Münster stoppte in der 35. Minute die Aufholjagd mit einem frühen Timeout. Jakob Gollan stellte prompt die Führung wieder her. Doch Hanau blieb in dieser Phase dran. Mit einer leidenschaftlich kämpfenden Abwehr stellten sie Weber, Gollan und Co. vor Probleme und in der 44. Minute gingen sie erstmals per Tempogegenstoß durch Sebastian Hein mit 20:19 in Front.

„In der zweiten Halbzeit starten wir so, wie wir uns das vorgenommen haben, drehen das Spiel“, berichtet Jusys positiv über den Start in die zweite Halbzeit.

Dann kamen jedoch die entscheidenden Minuten. Erst traf Nils Zelser zum 20:20 Ausgleich, vorne ein technischer Fehler und im Rückzugsverhalten sah Hein in der 45. Minute eine vermeidbare Zeitstrafe. Weber nutzte den Überzahlmoment eiskalt per Siebenmeter zum 21:20. Lucas Böhm glich nochmals mit einem Rückraumtreffer aus, doch Weber traf erneut, im anschließenden Angriff ein Fehlpass der HSG, sodass Nils Schröder mit einem Treffer ins leere Tor zum 23:21 nachlegte. Trainer Spandau reagierte und nahm seine zweite Auszeit (48.), um seine Jungs zu beruhigen und die richtigen Dinge mit an die Hand zu geben. Doch das Team-Time-Out verpuffte im nächsten Angriff durch einen weiteren Fehlpass. Per Tempogegenstoß erhöhten die Gastgeber auf 24:21. Bis zur 55. Minuten konnte Münster den Vorsprung auf vier Treffer beim 28:24 ausbauen. Hanau ließ in dieser Phase einige freie Torchancen aus und lief dem Rückstand so permanent hinterher. Zusätzlich musste zeitweise in Unterzahl auf Grund von zwei Zeitstrafen gegen Schiefer und Scharriär agiert werden.

In die letzten fünf Minuten ging es in Unterzahl. Von Linksaußen bliess dann Marek Schöber mit seinem Treffer zum 25:28 zur Schlussoffensiv. Mit einer offensiven Deckung zwang man den Gastgeber zu Fehlern und konnte binnen zwei Minuten auf 27:28 in der 58. Minuten verkürzen. In der 59. Minute traf Schöber nochmals von Linksaußen zum 29:30. Im Anschluss nahmen die Hausherren ihre letzte Auszeit. Die Grimmstädter stellten auf Manndeckung um. Doch leider schlich sich Weber mit all seiner Erfahrung davon und erzielte das 31:29. Zwar verkürzte Sebastian Hein nochmals auf 30:31 doch die Zeit lief davon. Mit dem 32:30 setzt Lars Zelser den Schlusspunkt unter die Partie.

„Leider können wir die Sachen, die wir uns vorgenommen haben, nicht die komplette zweite Halbzeit durchziehen, weshalb wir schnell die Führung wieder verspielen. Am Ende ist dann Münster der verdiente Sieger. Wir müssen weiter an uns arbeiten, um die ersten Punkte in der Saison zu holen.“, lautet das Resümee von Abwehrkante Jusys.

Die HSG Hanau hat sich den Saisonstart anders vorgestellt. Zwei schwere Auswärtsspiel zu Beginn sind eine Herausforderung. Doch blitzte immer wieder das Potenzial auf. Jedoch macht die mangelnde Chancenverwertung besseren Ergebnissen einen Strich durch die Rechnung. Nach zwei Spieltagen hat man nun durch die beiden Niederlagen die Rote Laterne inne.

„Wir merken, dass uns mit Bene Müller unser Top-Torwart fehlt, dazu kamen kurzfristig noch die Ausfälle von Cedric Marquardt und Jan-Philipp Winkler dazu“, so Spandau abschließend. „Das macht sich in unserem kleinen Kader natürlich bemerkbar. Aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt — dafür danken wir auch dem Blauen Block, der uns über die gesamte Partie lautstark begleitet hat. Nächste Woche wollen wir die Chancenverwertung verbessern und guten Mutes gegen die Topmannschaft Krefeld unser erstes Heimspiel bestreiten.“

Die HSG Hanau empfängt den Zweitliga-Absteiger HSG Krefeld Niederrhein am Sonntag, 20. September 2026, um 17:00 Uhr in der Main-Kinzig-Halle in Hanau. Diese sind mit drei Siegen aus drei Spielen in die Saison gestartet. Doch mit Unterstützung des Blauen Blocks und der Kulisse eines ersten Heimspiels wollen Kleemann, Müller und Co alles auf der Platte lassen, um den Favoriten vor Problem zu stellen.

Aufstellung TSG Münster: Jepsen, Gabor; Treber (2), Manso, Schneider, Sauer, Ulshöfer (1), Schröder (2), Fuhrig (2), Kosch, Gerntke (2), Liebeck, Weber (13/3), Gollan (4), N. Zelser (5), L. Zelser (1).

Aufstellung HSG Hanau: Scholz, Eberhardt; Kleemann (4/3), Hein (5), Jusys (4), Just (3), Gerst (1), Geerken (1), Böhm (3), Schöber (3), Scharriär, Rivic, Schiefer (6).

Zeitstrafen: 10:16 Min. – Siebenmeter: 3/3:5/3. – Rote Karten: keine. – Zuschauer: 480. – Schiedsrichter: Peter Abel / Christian Herpolsheimer.

Foto: HSG Hanau

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