Leserbrief: „Das Matratzen-Chaos in unserer Straße – Ein Lehrstück über lange Wartezeiten“

Tanja Dörr hat in ihrem Leserbrief „ein missglücktes Müll-Mischmasch“ thematisiert.

Ein missglücktes Müll-Mischmasch hat in den letzten zwei Tagen bei uns in der Nachbarschaft für gehörigen Wirbel gesorgt. Ausgangspunkt war eine schlichte Verwechslung: Angemeldet war Holzsperrmüll, herausgestellt wurde jedoch Restsperrmüll. Wie das in einer Hausgemeinschaft manchmal so läuft, stellten andere Bewohner noch drei alte Matratzen dazu. Bis dahin ein klassisches Missverständnis – das Problem fing jedoch danach erst richtig an.

Gegen Mittag verdoppelte sich der Berg, als Unbekannte klammheimlich drei weitere Matratzen dazulegten. Dass der Müll am nächsten Tag wegen der falschen Anmeldung stehen blieb, war verständlich. Die Hausbewohner räumten ihren Teil abends brav wieder ein – bis auf die fremden Matratzen, die auf die gegenüberliegende Straßenseite verlegt wurden.

Was folgte, war ein bürokratischer Blitz-Ablauf: Die Hausgemeinschaft erstattete eine Anzeige wegen illegaler Müllentsorgung, und nur eine Stunde später stand die Ordnungspolizei vor der Tür, die nichts von der Anzeige wußte. Zum Glück konnte alles schnell aufgeklärt werden: Nach der Überprüfung sagte das Ordnungsamt zu, dass die Stadt die drei fremden Matratzen entsorgen werde.

Doch die Posse war noch nicht vorbei: Gegen 11:30 Uhr wurden die drei Matratzen von Unbekannten einfach über unser Hoftor zurückgeworfen! Erst nach einem erneuten Anruf beim Ordnungsamt konnte geklärt werden, dass die Matratzen vor das Tor gestellt werden sollten, damit die Stadt sie wie versprochen noch am selben Tag abholt. Die erste Abholung erfolgte ganze 10 Minuten später. Vielen Dank dafür an das Ordnungsamt. Der Rest wurde gegen 15 Uhr vollständig abgeholt.

Dieser Vorfall wirft eine dringende Frage auf: Warum laden Unbekannte ihren Müll einfach bei anderen ab? Im Gespräch mit dem Ordnungsamt wurde das Kernproblem deutlich angesprochen: Die Wartezeiten für Termine zum Restsperrmüll sind extrem lang – teilweise vergehen bis zu zwei Monate, wie wir selbst bei der Neuanmeldung für den richtigen Restsperrmülltermin feststellen durften.

Restsperrmüll wird zur Geduldsprobe: Appell an die Stadtverordneten – Lange Wartezeiten bei der Abholung: Bürgerinnen und Bürger brauchen schnelle Lösungen

Wenn sich im Keller, auf dem Dachboden oder in der Garage Sperrmüll ansammelt, ist Geduld gefragt. Die derzeitigen Wartezeiten auf einen Termin zur Abholung von Restsperrmüll stellen viele Bürgerinnen und Bürger vor erhebliche Probleme. Was eigentlich eine unkomplizierte Dienstleistung sein sollte, entwickelt sich zunehmend zu einer Geduldsprobe. Deshalb richtet sich ein dringender Appell an die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung: Die bestehenden Termine für die Restsperrmüllabholung müssen verkürzt und zusätzliche Abholtermine geschaffen werden.

Gerade für ältere Menschen, Familien oder Bürgerinnen und Bürger, die kurzfristig Platz schaffen müssen, sind lange Wartezeiten keine zufriedenstellende Lösung. Sperrmüll kann nicht beliebig über Wochen oder Monate gelagert werden. Gleichzeitig darf nicht der Eindruck entstehen, dass Bürgerinnen und Bürger auf andere Möglichkeiten der Entsorgung ausweichen müssen.

Mehr Termine statt langer Wartezeiten

Die Stadtverordneten sind gefordert, gemeinsam nach einer kurzfristigen und praktikablen Lösung zu suchen. Zusätzliche Abholtermine könnten dabei helfen, die bestehenden Rückstände abzubauen und gleichzeitig die Wartezeiten für zukünftige Anmeldungen deutlich zu reduzieren. Dabei geht es nicht nur um Komfort. Eine funktionierende Abfallentsorgung gehört zu den grundlegenden Dienstleistungen einer Stadt. Die Bürgerinnen und Bürger müssen darauf vertrauen können, dass angebotene Entsorgungsleistungen auch zeitnah zur Verfügung stehen.
Unser Appell an die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung lautet daher: Setzen Sie sich dafür ein, dass kurzfristig zusätzliche Kapazitäten geschaffen und weitere Termine für die Restsperrmüllabholung angeboten werden.

Mehr Abholtermine, kürzere Wartezeiten und eine schnelle Lösung für die Bürgerinnen und Bürger – dafür sollte sich die Stadtverordnetenversammlung einsetzen. Wenn Bürger monatelang darauf warten müssen, ihren Sperrmüll ordnungsgemäß loszuwerden, schafft das genau den Nährboden für illegale Entsorgungen. Das Ordnungsamt kennt das Problem, kann aber nur reagieren. Hier ist dringend die Stadtverordnetenversammlung gefordert: Die Wartezeiten für Sperrmülltermine müssen rasch verkürzt werden.

Sicherlich würde eine Taktverdichtung bedeuten, dass die regulären Müllgebühren leicht steigen. Doch unterm Strich wäre das die deutlich günstigere Lösung: Die ständigen Sonderentsorgungen durch den Bauhof kommen die Stadt extrem teuer zu stehen. Um den wilden Müll im Stadtgebiet einzusammeln, braucht es schätzungsweise schon jetzt täglich zwei Mitarbeiter, die nur für diese illegalen Altlasten unterwegs sind. Vorzubeugen ist hier am Ende billiger für alle, als dem Unrat ständig hinterherzuräumen, wenn die Täter unbekannt sind.

Tanja Dörr
Erlensee

 

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