Hybride Bedrohung auf der Spur: KRS-Lehrkräfte im Gespräch mit Experten in Berlin

(pm/ea) – Fünf Lehrkräfte aus dem Fachbereich „Politik-Wirtschaft“ der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) nahmen nun an einer Bildungsreise nach Berlin teil, die vom Bezirksjugendoffizier Wiesbaden, Hauptmann Jost, organisiert und begleitet wurde. Im Mittelpunkt der Fahrt stand ein hochaktuelles und zugleich beunruhigendes Thema der Außen- und Sicherheitspolitik: die hybride Bedrohungslage, mit der Deutschland und seine Partner zunehmend konfrontiert sind.

An authentischen Lernorten und im Gespräch mit hochrangigen Expertinnen und Experten aus Politik, Diplomatie und Bundeswehr gewannen die Lehrkräfte ein vertieftes Verständnis für diese komplexe Herausforderung – Erfahrungen, die künftig unmittelbar in den eigenen Unterricht einfließen sollen.

Zum Auftakt am Reichstag stand gleich ein Höhepunkt auf dem Programm: der Besuch des Reichstagsgebäudes mit Besuchertribüne und Kuppel, verbunden mit aufschlussreichen Hintergrundgesprächen zum parlamentarischen Alltag. Weiter stand ein Besuch der Bundeszentrale für politische Bildung auf dem Programm, wo ein Vortrag von Prof. Dr. Jan Niklas Kocks zum Thema „Fake News und Verschwörungstheorien“ eindrücklich zeigte, wie Desinformation als Instrument hybrider Kriegsführung eingesetzt wird – ein zentraler Baustein für den eigenen Unterricht. Im Anschluss stand ein Besuch beim Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) an, bei dem es konkret um die Frage ging, wie hybride Bedrohungen internationale Friedensmissionen beeinflussen und erschweren. Ein besonderer Höhepunkt war ein gemeinsames Abendessen mit Hintergrundgesprächen mit dem litauischen Botschafter sowie dem litauischen Verteidigungsattaché, die aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu Russland eindrucksvoll von hybriden Bedrohungen in der Praxis berichteten.

Weiter besuchte die Gruppe den Wald der Erinnerung, eine bewegende Gedenkstätte für gefallene und verstorbene Bundeswehrangehörige. Darauf folgte der thematische Höhepunkt der Reise: ein intensives Hintergrundgespräch mit Oberst Beck, Leiter des Presse- und Informationszentrums des Operativen Führungskommandos, zum Operationsplan Deutschland, zur Rolle Deutschlands als „Drehscheibe der NATO“ sowie zu konkreten möglichen Auswirkungen hybrider Angriffe auf unser Land.

Zum Abschluss der Bildungs-Reise stand ein Besuch im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) auf dem Programm, mit einer Führung am Ehrenmal der Bundeswehr und einem informativen Vortrag über die Arbeit des Ministeriums. Ein Besuch der Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“ rundete das Programm inhaltlich ab, bevor auf der Rückfahrt nach Hanau die Erlebnisse der Woche reflektiert und mit dem Planspiel „Blackout“ – das die Folgen eines großflächigen, möglicherweise hybrid ausgelösten Stromausfalls simuliert – ein weiterer praxisnaher Baustein für den künftigen Unterricht erprobt wurde.

Die viertägige Reise machte auf eindrückliche Weise deutlich, wie präsent und vielschichtig hybride Bedrohungen in der aktuellen Außen- und Sicherheitspolitik bereits heute sind – von Desinformationskampagnen über Angriffe auf kritische Infrastruktur bis hin zu ihrer Rolle in internationalen Konflikten. Die exklusiven Hintergrundgespräche mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Diplomatie und Bundeswehr – von der Bundeszentrale für politische Bildung über die litauische Botschaft bis hin zum Bundesministerium der Verteidigung – lieferten dafür einzigartige, authentische Einblicke.

 

Auf dem Foto: Lehrkräfte der Karl-Rehbein-Schule Hanau erleben in Berlin bei einer Fortbildungsreise die Außen- und Sicherheitspolitik Deutschlands hautnah: Curtis Elpelt, Corinna Walter, Tobias Pisch, Marc Meller und Jonas Bernges (v. l.) mit Jugendoffizier Max Jost (Dritter von rechts) auf dem Dach des Reichstags

Foto: Privat

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