(pm/ea) – „Jede und jeder darf Auto fahren“ – unter diesem Motto wurde am Samstag auf dem Gelände der Honda-Akademie und der Spedition Dachser in Erlensee wieder Inklusion auf die Straße gebracht.
Zum sechsten Mal hatte die Lebenshilfe Hanau e.V. zum i-Mobil, dem Tag der inklusiven Mobilität, eingeladen. Weit über 2.000 Besucherinnen und Besucher machten den Tag zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.

Schon am frühen Morgen war klar: Dieser Tag wird etwas Besonderes. Bei bestem Wetter füllte sich das weitläufige Gelände mit Menschen, Fahrzeugen und vor allem mit einer riesigen Portion Vorfreude. Rund 70 Fahrschulautos, zwei Busse, vier Lkw, Bagger, Trecker und zahlreiche weitere Fahrzeuge standen bereit und warteten darauf, von Menschen mit (und ohne) Behinderung selbst gefahren oder erlebt zu werden.
Dabei ging es um weit mehr als ums Autofahren. i-Mobil steht für Selbstbestimmung, Teilhabe und die Überzeugung, dass Mobilität allen Menschen offenstehen sollte. Menschen mit Behinderung konnten sich hinter das Steuer setzen, verschiedene Fahrzeuge ausprobieren und erleben, was möglich ist, wenn Barrieren abgebaut werden.
Ein Erlebnis, das Menschen bewegt
Überall waren an diesem Tag glückliche Gesichter zu sehen – bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ebenso wie bei den vielen Helferinnen und Helfern. „Gänsehaut pur“ war eine der häufigsten Beschreibungen. Immer wieder war zu hören: „Ein tolles Happening – so etwas gibt es nirgendwo anders.“
Und tatsächlich ist i-Mobil etwas Besonderes. Was hier auf die Beine gestellt wird, ist bundesweit außergewöhnlich. Die Fahrschulen reisen teilweise von weit her an. Die weiteste Anreise in diesem Jahr betrug rund 800 Kilometer.
Hinter dem großen Erlebnis steht ein enormer ehrenamtlicher Einsatz. Zahlreiche Menschen aus der Lebenshilfe Hanau und viele weitere Unterstützerinnen und Unterstützer opferten ihren Samstag, um diesen besonderen Tag möglich zu machen.
Viele Helfer, ein gemeinsames Ziel
Unterstützt wurde die Lebenshilfe Hanau unter anderem von Mensch machen mit e.V., der Lebenshilfe Gelnhausen, der Polizei mit rund 80 Studierenden aus dem zweiten Ausbildungsjahr, Schülerinnen und Schülern der Main-Kinzig-Akademie für Pflege, dem Porsche-Club Rhein-Main, Mitarbeitenden von Gebr. Heinemann, dem Motorradverein Erlensee, dem DRK, dem THW, dem Behindertenrat Main-Kinzig, der EUTB, dem IB, der SHK und der Feuerwehr – um nur einige der zahlreichen Beteiligten zu nennen.
Sie alle verband ein gemeinsames Ziel: Menschen mit Behinderung einen Tag zu ermöglichen, an dem sie selbstbestimmt Mobilität erleben können.
Dabei wurde nicht nur gefahren. Es wurde gelacht, ausprobiert, gestaunt und miteinander gesprochen. Die Fahrzeuge wurden zu Begegnungsorten und das Gelände der Honda-Akademie und von Dachser zu einem großen Festplatz der Inklusion.
Politik zeigt Flagge
Auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik ließen es sich nicht nehmen, i-Mobil persönlich zu besuchen und damit die Bedeutung der Veranstaltung zu unterstreichen.
Mit dabei waren Bürgermeister Stefan Erb, der i-Mobil bereits seit den ersten Veranstaltungen unterstützt, der 1. Kreisbeigeordnete Andreas Hofmann, der in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hatte, Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori sowie der Bürgermeister der Stadt Hanau, Dr. Maximilian Bieri.
Ihre Anwesenheit machte deutlich: Inklusion und selbstbestimmte Mobilität sind gesellschaftliche Themen, die Aufmerksamkeit und Unterstützung verdienen.
Bürgermeister Stefan Erb und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori bei einem Rundgang:

Wenn Ehrenamt Gänsehaut erzeugt
Am Ende des Tages blieb bei vielen Beteiligten vor allem ein Gefühl: Stolz.
Stolz auf das, was gemeinsam erreicht wurde. Stolz auf die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich engagiert haben. Und vor allem die Freude darüber, Menschen mit Behinderung einen Tag voller besonderer Erlebnisse geschenkt zu haben.
i-Mobil 2026 hat einmal mehr gezeigt: Inklusion funktioniert – wenn Menschen sie gemeinsam leben.
Die mehr als 2.000 Besucherinnen und Besucher gingen mit vielen Eindrücken nach Hause. Und bei den Organisatoren und Helfern blieb die Gewissheit, dass sich der enorme ehrenamtliche Einsatz gelohnt hat.
Denn wenn auf einem Gelände mehr als 70 Fahrschulautos stehen, Menschen mit Behinderung lachend aus Lastwagen, Baggern und Autos steigen und Helferinnen und Helfer müde, aber glücklich nach Hause gehen, dann ist das mehr als eine Veranstaltung: Es ist i-Mobil. Ein Tag, an dem wirklich jede und jeder Auto fahren darf!
Impressionen vom Tag der inklusiven Mobilität




Fotos: Privat, Markus Sommerfeld
