Leserbrief zum Haushaltssicherungskonzept

Heinz Hunn kritisiert in seinem Leserbrief die Maßnahmen des vorgelegten Haushaltssicherungskonzepts.

Erlensees Zitrone wurde wohl schon ausgepresst, so dass das vorgelegte Haushaltskonsolidierungskonzept als alternativlos dargestellt wird. Vielleicht sind aber auch die falschen Prioritäten gesetzt worden und jetzt gilt es, dies schleunigst nachzuholen, was aber nicht heißt, kürzen auf Teufel komm raus und die Steuern erhöhen.

Mit der überdimensionalen und mit der falschen Zielrichtung ausgestatteten Programm der Kulturnächte hat man sehenden Auges Geld versenkt. Neue Baugebiete wurden ausgewiesen, jedoch die Vermarktung steckt irgendwo auch immer noch fest. Dass die Fallbachhalle abgängig ist, steht schon was länger fest, jedoch wurde es verschleppt, dieses Gelände zu vermarkten und zu Geld zu machen. Der Main- Kinzig-Kreis kommt nicht in die Hufe, die vierte Grundschule inkl. neuer Mehrzweckhalle zu bauen. Diese Finanzentwicklung war absehbar und doch hat man die Sanierung und Ausstattung unseres Rathauses mit 40 Millionen Euro angepeilt, da muss ein klarer und zeitnaher Baustopp erfolgen und auf Sparflamme neu konzipiert werden. Es muss kein parlamentarischer Sitzungsraum her, da reicht auch eine normale und flexible Ausstattung und Bestuhlung. Das Servicebüro könnte auch in angemieteten Räumen untergebracht werden, die Verwaltung besser digitalisiert und 24/7 zur Verfügung stehen. Müllsäcke könnten auch im Bauhof verkauft werden. Der Kreis könnte auch Mehrzweckräume in den Schulen für Gremienarbeit zur Verfügung stellen. Der Rathausvorplatz muss nicht wieder in eine versiegelte, hitzespeichernde Fläche verwandelt werden. Ins neu zu konzipierende Rathaus müssen mehr Mehrzweckräume öffentlich mit ansprechendem Außengelände zugänglich gemacht werden und somit als vielfältig nutzbarer Bürgertreff eingerichtet und betrieben werden. Dann könnte auch problemlos das Gelände der Alten Kita Rathaus der vorgesehenen innerstädtischen Städtebaulichen Entwicklung zugeführt und vermarktet werden.

Woher nimmt man eigentlich den Optimismus, den GASTGARTEN vermarkten zu können. Jahrelang stand das Gelände zum Verkauf und es wurde kein Investor gefunden, um dieses Gelände zu nutzen. Jetzt wo sich die Bürger selbst und ehrenamtlich darum kümmern, will man es wieder in die Tonne treten.

Grundschulen haben sich in jahrelanger konzeptioneller und betrieblicher Praxis darauf eingearbeitet, einen guten Ganztagesbetrieb auf die Beine zu stellen, die finanzielle Hoheit hat der Main-Kinzig-Keis nach mühevoller Vorarbeit übernommen, die Stadt entlastet und hat die Elterngebühren kräftig erhöht und jetzt will sich die Stadt weiter aus der Förderung verabschieden? Die sich sehr gut entwickelten beiden Familienzentren will man wieder zusammenstutzen, junge Familien mit höheren Gebühren belasten.

Das Schwimmbad könnte schon längst wieder in Betrieb von Bürgern sein und unseren Schülerinnen, uns allen wieder zur Verfügung stehen. Nein, so geht das nicht weiter. Wie aufgezeigt gibt es ganz andere Stellschrauben und Beschlussmöglichkeiten, um Prioritäten zu setzen und es gilt nicht weiter das Gemeinwesen einzuschränken und die Bürger zu belasten. Da gilt es, nicht die Pistole auf die Brust zu setzen, so und nicht anders. Sondern intensiv und zielgerichtet lösungsorientiert effektivere Möglichkeiten anzufassen und zügig im Sinne aller Bürger umzusetzen.

Hierzu muss mit allen Bürgern, Vereinen, Initiativen in der Stadt intensiv beraten und gemeinsam entschieden werden und nicht einfach über die Köpfe der Bevölkerung hinweg gehandelt werden.

Heinz Hunn
Erlensee

 

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