Leserbrief: „Dringend erforderliche bezahlbare Wohnungen in Erlensee auf Abstellgleis geschoben“

In seinem Leserbrief plädiert Heinz Hunn, das Thema „bezahlbares Wohnen in Erlensee“ mehr in den öffentlichen Fokus zu rücken und zu lösen.

Der geplante Start von neuem bezahlbarem Wohnraum in der Markwaldsiedlung ist durch Entscheidung der Hessen Nassauischen Baugesellschaft in die Ferne gerückt. Daher sind zeitnahe Planungen und der Ausstieg der Stadt aus dem Betrieb von Sozialwohnungen sofort zu stoppen. Es gilt nach einer anderen Baugesellschaft zu suchen und mit ihr einen neuen städtebaulichen Vertrag abzuschließen. Auch regionale Landespolitiker müssen sich für die Umsetzung durch die Hessen Nassauische stark machen. In der Nachverdichtung in den Ortskernen liegt auch die Chance, neuen bezahlbaren Wohnraum zu fördern und umzusetzen, zu initiieren und den Bau zu forcieren. Anstelle weiteres Baulandes für Einfamilien- Wohnhäusern auszuweisen ist geboten, die Bebauungspläne in Mehrfamiliengebäude umzuwandeln.

Auch könnte sich bei der neuen Planung für die freiwerdenden Flächen nach Abriss der Fallbachhalle eine gute Möglichkeit eröffnen.

Der abgängige Wohnblock Ecke-Eugen-Kaiser / Reußerhofstraße ist mit einer Ersatzbaumaßnahme für sozialen Wohnraum neu zu beplanen und mit einer qualifizierten Baugesellschaft neu zu errichten.

Die SHK wollte ihr Projekt des barrierefreien und bezahlbaren Wohnraums noch ausdehnen! Dies gilt es zu unterstützen und mit dem Land umzusetzen.

Für mich rückt in diesem Zusammenhang auch die Rückinger „Alte Mühle“ wieder ins Blickfeld. Hier ist direkt an der Straße ein ungenutztes Wohngebäude (Straße an der Wasserburg 22/24) und das Gebäude der Mühle wird ja auch nicht besser, verfällt Zusehens ungenutzt. Ich habe im Immobilien Scout 24 ein großspuriges Umbauprojekt für die alte Mühle gesehen und schätze es als Fake und nach Außen dargestellte Schutzbehauptung und übertrieben ein. Zumindest sehr hochpreisig und unrealistisch. Ich sehe dies als reines Spekulationsobjekt an und die äußerliche Darstellung als Schutzmantel der jetzigen Eigentümer, damit man Ihnen keine Verschleppung einer ungenutzten Immobilie, Leerstand, vorwerfen kann. Nach erstem fachlichen Blick einer Architektin kam der Kommentar: Dass das Bild ein Ergebnis einer KI Darstellung ist und wenn der Bezugs Termin 2027 sein soll, müssten die Bauanträge gestellt sein und bauliche Tätigkeiten erfolgen und wie bisher vom Bauherrn argumentiert, dass der Betrieb des Wassergetrieben Generators es unmöglich macht diese Immobilie umzubauen und zu nutzen, könnte nur so gelöst werden, dass dieser entweder abgeschaltet wird (eine gerichtliche Entscheidung sprach bisher dagegen), oder das Gebäude baulich voneinander entkoppelt wird, sprich Abriss der Mühle und Neubau. (dagegen steht der Denkmalschutz).

Kassel legt keinen Wert auf den weiteren Betrieb der evangelischen Kirche in Langendiebach, in der Konsequenz heißt dies: Abriss des Gebäudes . Wenn dem so wird, wäre auch hier die Chance, bezahlbaren Wohnraum neu zu schaffen.

Durch den massiven Rückgang der Geburtenzahlen wird über kurz oder lang der Neubau einer vierten Grundschule in Frage gestellt werden, oder ganz verworfen. Ersatzweise könnten dann hier auch neue bezahlbare Wohneinheiten entstehen.

Was könnte auch ein Ergebnis des neuen angestrebten Mietpreisspiegels sein? Hierbei ist es gelebte Praxis bei den Vermietern, das eigene Mietpreisniveau durch die Rückenstärkung durch die Stadt die Mieten nach oben anzupassen, auch der Betrieb der Sozialwohnungen. So dass die Stadt sich insofern selbst ein Loch ins Knie bohrt und bei erforderlicher Übernahme der Wohnungskosten mehr aus ihrem Haushalt zahlen muss. Aus diesem Grund muss hier sehr wohl abgewogen werden wohin die Reise geht!

Ich plädiere dafür, das Gesamtthema des bezahlbaren Wohnens in Erlensee mehr in den öffentlichen Fokus zu rücken und zu lösen.

 

Heinz Hunn
Erlensee

 

 

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