Leserbrief zur Reaktion der AfD Main-Kinzig auf Heinz Hunn

Helmut Hasenhait kommentiert in seinem Leserbrief die Reaktion der AfD Main-Kinzig auf den Leserbrief von Heinz Hunn


Ich kenne Heinz Hunn seit fast 40 Jahren – als Nachbar, als Erlenseer Bürger, als jemanden, der sich in all diesen Jahren nie weggeduckt hat, wenn es um unsere Stadt und um die Kinder hier ging. Sein Engagement für den Ganztag an der Grundschule Langendiebach, sein Einsatz im Verein “Leben mit Kindern in Erlensee”, sein Landesehrenbrief – das ist über Jahrzehnte erarbeitet. Deshalb kann ich zur Reaktion der AfD Main-Kinzig auf seinen Leserbrief nicht schweigen.

Die AfD appelliert an Herrn Hunn, seiner Verantwortung “auch außerhalb der Schule” gerecht zu werden, weil sein Ehrenamt ihn nicht davon entbinde, “zwischen persönlichen politischen Ansichten und sachlich belegbaren Tatsachen zu unterscheiden”. Übersetzt heißt das: Ein Bürger, der sich seit Jahrzehnten für Kinder und Familien einsetzt, soll sich als Privatperson politisch zurückhalten, weil er dafür geehrt wurde. Das ist genau umgekehrt. Meinungsfreiheit gilt für jeden, unabhängig vom Ehrenamt. Ein Landesehrenbrief ist kein Freibrief für andere, jemanden öffentlich zu maßregeln, nur weil ihnen sein Leserbrief nicht passt.

Damit will ich es aber nicht bei einer reinen Verteidigung belassen, sondern auch etwas einordnen: Die AfD in Erlensee und im Main-Kinzig-Kreis lebt nicht im luftleeren Raum. Viele Menschen, die AfD wählen, tun das nicht nur, weil sie rechts stehen, sondern weil sie eine Alternative zu einer Politik suchen, bei der die etablierten Parteien sich aus ihrer Sicht in Sturheit verrannt haben und einfach weitermachen wie bisher, ohne echte Lösungen anzubieten. Diesen Frust ernst zu nehmen ist wichtig – er ist real und hat Gründe. Das entbindet aber niemanden davon, genau hinzusehen, wofür die Partei und ihre führenden Köpfe tatsächlich stehen, und wie im vorliegenden Fall mit Kritikern wie Heinz Hunn umgegangen wird.

Ich schätze und bewundere, wie sich Heinz Hunn seit Jahrzehnten für diese Stadt einbringt – mit klarer Haltung, auch wenn sie unbequem ist. Genau das braucht Erlensee: Bürger, die sich einmischen, statt sich einschüchtern zu lassen. Und eine Debattenkultur, in der man über Sachfragen streiten kann, ohne dass jemandem sein Ehrenamt als Maulkorb umgehängt wird.

Helmut Hasenhait
Erlensee

 

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