Trockenster Juli seit Messbeginn 1985 an der Wetterstation Erlensee

(ms/ea) – Mit einer Niederschlagssumme von 12,0 l/m² war der Juli der trockenste in der seit 1985 bestehenden Messreihe der Wetterstation Erlensee. Bisher war der Juli 2015 mit 14,7 l/m² der trockenste. Die durchschnittliche Regenmenge für den Monat Juli beträgt für das Mittel 1991-2020 80,8 l/m² bzw. für 1961-90 63 l/m².

Fast der gesamte Regen fiel am 18., es gab insgesamt nur 3 Regentage.

Mit 22,5 °C war der Juli der bisher fünftwärmste in der Messreihe. Gegenüber dem Klimamittel 1991-2020 war er um 2,1 °C zu warm, gegenüber dem Referenzmittel 1961-90 sogar um 3,6 °C.

25 Tage waren Sommertage, an denen die Temperatur auf oder über 25,0 °C stieg, von denen waren 13 Tage „heißeTage“ mit Temperaturen von oder über 30,0 °C. Gegenüber Juni hatte der Juli einen heißen Tag mehr und 6 Sommertage mehr, allerdings erreichten die Temperaturen nicht mehr die 40 °C-Marke.

Mit 10,6 °C war der frühe Morgen des 20. am kühlsten, das tiefste Temperaturminimum 5 cm über dem Erdboden wurde am 24. gemessen und betrug 10,2 °C. Im Erdboden in einer Tiefe von 20 cm schwankte die Temperatur zwischen 25,2 °C am 1. und  17,9 °C am 21.

Die stärkste Windböe wurde am 30. mit 54,7 km/h beim Durchgang einer zumindest in der hiesigen Region ansonsten wenig wetteraktiven Konvergenzlinie registriert.

Die Sonnenscheindauer betrug 292,7 Stunden, wobei am 11. die Sonne mit 15,0 Stunden am längsten schien. Die Globalstrahlung (= gesamte Sonnenenergie, die auf die Erdoberfläche trifft. Sie setzt sich aus der direkten Sonnenstrahlung und der diffusen Himmelsstrahlung, hervorgerufen durch Streuung an Wolken, zusammen) summierte sich auf 69758 J/cm².

Gewitter wurden an zwei Tagen registriert.

An der am nächsten zu Erlensee gelegenen DWD-Wetterstation Kahl wurde eine Temperatur von 22,3 °C und eine Niederschlagssumme von 11,2 l/m² gemessen. In Frankfurt wurde am Flughafen 22,7 °C und 9,4 l/m², im Westend 22,8 °C und 6,8 l/m² gemessen.

 

Im Deutschland-Überblick berichtet der DWD von einem deutlich ausgeprägten Südwest-Nordost-Gefälle im Juli

Im Juli 2026 gab es sowohl bei der Temperatur, als auch beim Niederschlag und der Sonnenscheindauer ein deutlich ausgeprägtes Südwest-Nordost-Gefälle. Der Südwesten und Westen präsentierten sich deutlich wärmer als im langjährigen Mittel, gebietsweise extrem trocken und außergewöhnlich sonnig. Im Nordosten war es zwar ebenfalls wärmer, regional trockener und etwas sonniger als im Klimamittel, Maximalwerte wurden dort in der Fläche jedoch nicht erreicht.

Ungewöhnlich warmer Juli mit einer erneuten Hitzewelle zum Monatsende

Nachdem der Juni mit einer historischen Hitzewelle endete, startete der Juli mit etwas gemäßigteren Temperaturen. Im weiteren Monatsverlauf gab es dann ein leichtes Auf und Ab, allerdings auf insgesamt hohem Temperaturniveau, sodass am Ende das Temperaturmittel bei 19,7 Grad Celsius (°C) lag. Der Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 wurde um 2,8 Grad überschritten (16,9 °C) und auch der Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (18,3 °C) zeigt ein Plus von 1,4 Grad. Das Temperaturgefälle zwischen einem außergewöhnlich warmen Südwesten und einem nicht ganz so warmen Nordosten war mit drei bis vier Grad sehr ausgeprägt. Dennoch wurde die Wärmebelastung im Südwesten über weite Strecken des Monats gedämpft, denn in den Nächten kühlte es oftmals unter 20 °C ab. Besonders kalt wurde es am Morgen des 24. als in Schorndorf-Knöbling (Bayern) mit 2,9 °C der deutschlandweite Monatstiefstwert registriert wurde. Zum Monatsende erfolgte ein erneutes kurzes Comeback der extremen Hitze.

Trockenheit im Südwesten und Westen mit historischem Ausmaß

Mit rund 40 Liter pro Quadratmeter (l/m²) fiel im zweiten meteorologischen Sommermontag nur geringfügig mehr als die Hälfte des Niederschlags, der in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (78 l/m²) gemessen wurde. Im Vergleich mit der aktuelleren und feuchteren Referenzperiode 1991 bis 2020 (87 l/m²) wurde das Defizit noch deutlicher. Es war somit der fünfte zu trockene Monat in Folge; mit Ausnahme Berlins wurde in keinem Bundesland das Klimasoll der Referenzperiode erreicht. Historische Ausmaße nahm die Niederschlagsarmut im Westen, Teilen des Südwestens und der westlichen Mitte an. Gebietsweise landeten dort weniger als 10 l/m² in den Messtöpfen. Eine hohe Waldbrandgefahr, sehr niedrige und die Schifffahrt beeinträchtigende Wasserstände und massive Ertragseinbußen bei der Getreideernte waren die Folge. Lokal heftige und mit Starkregen einhergehende Gewitter konnten die Trockenheit in der Fläche nicht mindern. Die größte Tagesniederschlagssumme resultierte aus solch einem Gewitter und wurde am 15. mit 81 l/m² in Blumberg-Randen (Baden-Württemberg) gemessen.

Deutschlandweiter sonniger Juli, im Südwesten gebietsweise auf Rekordniveau

Deutschlandweit wurden im zweiten meteorologischen Sommermonat ungewöhnliche 272 Sonnenstunden, gerundet, gemessen. Das waren etwa 30 Prozent (%) mehr als in der Periode 1961 bis 1990 (211 Stunden). Etwas weniger deutlicher fiel das Plus im Vergleich mit der jüngeren Referenzperiode 1991 bis 2020 aus. Hier waren es 46 Stunden und damit etwa ein Fünftel mehr als der Referenzwert (226 Stunden). Gebietsweise bewegte der Südwesten sich auf Rekordniveau. Regional gab es dort 325 bis 350 Sonnenstunden und damit im Schnitt elf bis zwölf Sonnenstunden täglich.

 

Rückblick für Hessen:

(In Klammern die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

In der Landesmitte nahm die Trockenheit im vergangenen Juli historische Ausmaße an. Nach letzten Prognosen gab es noch nie in der Messhistorie im zweiten meteorologischen Sommermonat in Hessen so wenig Niederschlag. Die Niederschlagssumme belief sich auf lediglich rund 14 l/m². Im Länderranking lag man mit diesem Wert auf dem ersten Platz der trockensten Regionen. Eine außergewöhnlich hohe Mitteltemperatur von 20,2 °C (16,9 °C) tat in Verbindung mit mehreren heißen Tagen ihr Übriges, um die Trockenheit zu verschärfen. Die Sonnenscheindauer fiel mit rund 283 Stunden ebenfalls ungewöhnlich hoch aus und der langjährige Mittelwert (204 Stunden) wurde um nahezu 40 % überboten.

 

Bericht und Grafik: Markus Sommerfeld

 

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