Vortrag am 22. Juli im Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt: „Pflücken erlaubt statt betreten verboten: Die essbare Stadt als multifunktionale Landschaft“

(pm/ea) – Parks und Grünflächen dienen nicht nur der Erholung – sie können auch frisches Obst, Gemüse und Kräuter hervorbringen. Das Konzept der „essbaren Stadt“ verbindet Stadtgrün mit Ernährung, Umweltbildung und gemeinschaftlichem Engagement und eröffnet neue Perspektiven für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Wie öffentliche Grünflächen zu Orten des Erlebens, Erntens und Miteinanders werden können und welche ökologischen wie sozialen Potenziale darin stecken, beleuchtet der nächste Vortrag der Senckenberg-Reihe „Stadtnatur kann’s! Gemeinsam lebenswerte und zukunftsfähige Städte gestalten“.

Vortrag: „Pflücken erlaubt statt betreten verboten: Die essbare Stadt als multifunktionale Landschaft“
Referentin: Dr. Ina Säumel (Humboldt Universität zu Berlin)
Datum: Mittwoch, 22. Juli, 19:30 Uhr
Ort: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Arthur von Weinberg-Haus, Grüner Hörsaal, Robert-Mayer-Str. 2, 60325 Frankfurt, sowie online.

Die essbare Stadt verbindet Stadtgrün, Ernährung, Bildung und Gemeinschaft. Obstbäume, Beerensträucher, Gemüse und Kräuter im öffentlichen Raum machen Stadtnatur unmittelbar erfahrbar und für alle nutzbar – und verleihen ihr für viele Menschen einen ganz neuen Wert. Der Vortrag stellt Konzepte und Beispiele essbarer Städte vor und zeigt, wie sich Urban Gardening, kommunale Initiativen und bürgerschaftliches Engagement sinnvoll ergänzen. Neben ökologischen Effekten wie der Förderung der Biodiversität und der Verbesserung des Mikroklima stehen soziale Aspekte im Fokus: Teilhabe, Umweltbildung und neue Formen gemeinschaftlicher Verantwortung. Dabei wird deutlich, dass essbare Stadtnatur weit mehr ist als ein symbolisches Projekt – sie ist eine multifunktionale Landschaft mit Potenzial für nachhaltige Stadtentwicklung.

Die Ökologin Ina Säumel arbeitet als Leiterin der Arbeitsgruppe „Multifunktionale Landschaften“ am Integrative Research Institute on Transformations of Human-Environment Systems bewusst interdisziplinär: Sie forscht zu gesunden, biodiversitätsfreundlichen und nachhaltig produktiven Stadt- und Kulturlandschaften. Dabei ist sie davon überzeugt, dass sich Forschende aktiv daran beteiligen müssen, anwendungs- und praxistaugliche Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.

Die Vortragsreihe „Stadtnatur kann’s!“ lädt dazu ein, urbane Natur neu zu denken und zeigt, wie vielfältig, überraschend und innovativ sie heute gestaltet wird. Vom winzigen Grün in Asphaltrissen zwischen Hochhäusern über Tiny Forests, essbare Städte und insektenfreundliche Grünflächen bis hin zu Schwammstadt-Konzepten und Bauen mit Bäumen – Expert*innen aus Forschung und Praxis geben Einblicke in Strategien, neue Herangehensweisen und mutige Zukunftsbilder. Themen wie Gebäudegrün, soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Wildtiere in der Stadt und biodiversitätsfördernde Gestaltung erweitern den Blick auf urbane Lebensräume. Die Reihe zeigt: Stadtnatur ist mehr als nur Grün – sie ist Klimaanpassung, Oase für eine Vielfalt an Lebewesen, Gestaltungsspielraum, gesellschaftlicher Lernort und ein entscheidender Faktor für unsere Lebensqualität, jetzt und in Zukunft.

Die Reihe findet in Kooperation mit der Frankfurt University of Applied Sciences statt, im Rahmen des gemeinsamen World Design Capital-Projektes „HumanNature“.

Alle Informationen zu den Vorträgen, Referenten und Themen sowie zur Online-Teilnahmemöglichkeit via Zoom finden sich hier: www.senckenberg.de/reihe-stadtnatur

 

 

 

 

 

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