Warum der Mähroboter im naturnahen Garten am besten gar nicht zum Zuge kommt

(pm/ea) – Mähroboter sind bei der Gartenarbeit nützlich, sie sind aber auch eine tödliche Gefahr für nachtaktive Tiere wie Igel, Amphibien und zahlreiche andere Kleinsäuger, wenn sie zur falschen Zeit laufen.

Die Untere Naturschutzbehörde des Main-Kinzig-Kreises macht Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer auf diese Gefahr aufmerksam und appelliert, die Mähroboter am besten gar nicht zu verwenden oder zumindest nur so einzusetzen, dass dämmerungsaktive Wildtiere im Garten, die in den Nachtstunden sowie kurz nach Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang auf Nahrungssuche sind, nicht verletzt oder getötet werden.

Die fahrenden Computer werden so programmiert, dass sie innerhalb einer abgesteckten Fläche meistens nachts alles autonom mähen. „Mit ihren rotierenden Klingen können sie dabei jedoch auch Wildtiere, die bei Dunkelheit im Garten auf Nahrungssuche sind, verletzen oder gar töten. Das gilt vor allem für Igel, die nicht flüchten, sondern sich bei Gefahr zusammenrollen. Mähroboter können Igeln schwere Verletzungen zufügen und sie regelrecht verstümmeln“, erklärt Umweltdezernent Andreas Hofmann.

Während Hersteller der fahrenden Roboter damit werben, dass ihre Produkte „Igelsicher“ sind, konnte das in einer Studie von 2023 an der Universität Aalborg in Dänemark nicht bestätigt werden. Es wurden 18 Mähroboter getestet, wobei keines der Geräte im Gras liegende Igel als Hindernis erkannt hatte. Einige fuhren über die Tiere hinweg und fügten ihnen schwere Verletzungen, wie Schnittwunden, amputierte Gliedmaßen und aufgeschlitzte Bäuche zu. Auch Forscherinnen und Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung haben nachgewiesen, dass es durch Mähroboter zu einem Tier- und Artenschutzproblem kommen kann. Igel gehören laut Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Tieren. Sie dürfen weder gefangen, noch verletzt oder getötet werden.

Die Untere Naturschutzbehörde macht außerdem darauf aufmerksam, dass es in heißen Sommern sinnvoller ist, Rasen seltener zu mähen und dabei Wasser zu sparen. Die Mähroboter halten den Rasen insgesamt zu kurz, ein solcher Rasen verkraftet Hitze nicht besonders gut und wird schnell braun, weshalb dann zum Gartenschlauch gegriffen werde und wertvolles Wasser verschwendet wird. Es sei ratsam, auf anderen Rasen umzustellen, der aus heimischen Wildkräutern besteht und mit einer gewissen Gräserlänge auch einen kühlenden Effekt hat. Darüber hinaus sei es sinnvoll, heimische Stauden und Gehölze anzupflanzen. Deren Blüten locken Insekten an und sind wiederum Nahrung für Igel und Vögel. Außerdem sollte auf Pflanzenschutzmittel und Pestizide verzichtet werden – Schneckenkorn ist auch für Igel giftig. Der naturnahe Garten setze auf „wilde Ecken“ im Garten mit Laubhaufen oder Ästen, wo zahlreiche Gartentiere Unterschlupf finden und Lebensraum. So entstehe ein Garten, in dem sich Mensch und Tier wohlfühlen können.

„Es ist leicht, einen wertvollen Beitrag zum Natur- und Artenschutz zu leisten, indem einfach weniger getan wird – weniger Rasenmähen, weniger Aufräumen im Garten – aber dafür mehr Vielfalt“, so Andreas Hofmann.

Foto: Wildtierfreunde Maintal

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