Zu den Erlenseer Kulturnächten äußert sich Wolfgang Kropp in seinem Leserbrief.
Eine Stadt braucht Kultur. Eine Stadt braucht Veranstaltungen, Begegnungen und Menschen, die bereit sind, dafür Verantwortung zu übernehmen. Deshalb möchte ich ausdrücklich sagen:
Ich unterstütze die Erlenseer Kulturtage und die Verantwortlichen, die solche Veranstaltungen auf die Beine stellen.
Wo etwas organisiert und ausprobiert wird, kann auch einmal etwas schiefgehen. Und der vergangene Freitag mit der Mountain Crew war aus meiner Sicht leider eine solche Fehlplanung.
Vor nahezu leeren Reihen stand eine Band auf der Bühne, die sich davon nichts anmerken ließ und trotzdem alles gegeben hat. Respekt dafür! Umso bedauerlicher, dass dieses Engagement nicht vor einem größeren Publikum stattfinden konnte.
Für mich gibt es dafür vor allem drei Gründe:
Erstens: ein Veranstaltungsbeginn um 15.30 Uhr an einem Freitag. Da darf man sich schon die Frage stellen: Muss in Erlensee freitags niemand arbeiten? Für viele Berufstätige war dieser Termin schlicht nicht machbar.
Zweitens: ein Eintrittspreis von fast 50 Euro. Auch hier wäre aus meiner Sicht weniger mehr gewesen. Lieber ein gut gefüllter Platz mit vielen Gästen bei einem Preis von beispielsweise 19 oder 25 Euro als leere Stühle zu einem hohen Eintrittspreis. Stimmung lässt sich schließlich nicht verordnen – sie entsteht durch Menschen.
Drittens: Die Bewerbung der Veranstaltung über die Grenzen Erlensees hinaus war meines Erachtens zu schwach. Wer eine solche Band verpflichtet und einen entsprechenden Eintrittspreis verlangt, muss auch in Hanau, im Main-Kinzig-Kreis und darüber hinaus sichtbar und offensiv für die Veranstaltung werben.
Was mich allerdings am meisten geärgert hat, ist der Umgang mit unserem Tennisverein.
Unser Verein hat die Veranstaltung mit großem Engagement unterstützt. Mitglieder haben mit viel Frauen- und Männerpower einen aufwendigen Essensstand aufgebaut, eine tolle rustikale Speisekarte entwickelt und vor Ort tatkräftig zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.
Der Dank dafür? An beiden Veranstaltungstagen wurde das Tennisspielen auf unserer Anlage untersagt.
Dafür gab es aus meiner Sicht keinen nachvollziehbaren Grund. Gerade bei einer Veranstaltung, die am Freitag ohnehin nur sehr wenige Besucher hatte, ist ein solches Verbot vollkommen unverständlich. Dass eine solche Entscheidung offenbar auf Betreiben einer einzelnen Stadtverordneten zustande kam, hinterlässt bei vielen engagierten Vereinsmitgliedern einen äußerst bitteren Beigeschmack.
Ehrenamtliche Unterstützung kann man nicht auf der einen Seite gerne in Anspruch nehmen und den Helfern auf der anderen Seite ohne überzeugenden Grund die Nutzung ihrer eigenen Sportanlage untersagen.
Kultur braucht Unterstützung. Kultur braucht Ehrenamt. Und Kultur braucht manchmal auch den Mut, nach einem Misserfolg ehrlich zu analysieren, was schiefgelaufen ist.
Genau das wünsche ich mir für die nächsten Veranstaltungen der Erlenseer Kulturtage. Denn die Idee ist richtig und wichtig. Nur Planung, Preisgestaltung, Werbung und der Umgang mit den eigenen Unterstützern sollten beim nächsten Mal besser zusammenpassen.
Wolfgang Kropp
Erlensee
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