(ms/ea) – Der Juni war der bisher wärmste in der seit 1985 bestehenden Messreihe der Wetterstation Erlensee. Mit 22,0 °C löste er den bisher wärmsten Juni aus dem Jahr 2003 ab, der es damals auf 21,6 °C brachte. Außerdem wurde mit 41,0 °C ein neuer Temperaturrekord aufgestellt.
Der alte Temperaturrekord von 39,2 °C am 25.7.2019 wurde am 26. Juni überboten, als das Thermometer zum ersten Mal in der mehr als 40-jährigen Messreihe der Wetterstation Erlensee die 40er-Marke überschritt und genau bei 40,0 °C ein neues Maximum markierte. Dieser Rekord hatte jedoch nur einen Tag lang Bestand, da am 27. Juni mit 41,0 °C das neue Maximum aufgestellt wurde.
Mit 22,0 °C lag der Juni um 3,6 °C über dem „neuen“ Klimamittel 1991-2020 und um 4,9 °C über dem früheren Mittel 1961-90.
Wie an der Grafik ersichtlich, war der Juni deutlich zweigeteilt: In der ersten Monatshälfte lagen die Tagestemperaturen in einem Bereich, in dem in der zweiten Hälfte die nächtlichen Tiefstwerte lagen. Außerdem wurden die 12 heißen Tage (Temperaturmaximum gleich oder über 30,0 °C) durchweg in der zweiten Monatshälfte registiert. An neun Tagen verblieben die Temperaturen auch in der Nacht über 20,0 °C, was als „tropische Nächte“ gilt.
Beim Niederschlag zeigt sich der Juni mit 85,5 l/m² in der Summe als überdurchschnittlich nass, allerdings trägt die Tagessumme von 38,7 l/m² vom 28. Juni einen großen Teil dazu bei.
Am 29. wurde ein Gewittertag registriert, mit 41,3 km/h wurde am 3. die stärkste Windböe in diesem Monat verzeichnet.
Die Sonnenscheindauer betrug 260,9 Stunden, wobei am 24. die Sonne mit 15,3 Stunden am längsten schien. Die Globalstrahlung (= gesamte Sonnenenergie, die auf die Erdoberfläche trifft. Sie setzt sich aus der direkten Sonnenstrahlung und der diffusen Himmelsstrahlung, hervorgerufen durch Streuung an Wolken, zusammen) summierte sich auf 66279 J/cm².
Das tiefste Temperaturminimum 5 cm über dem Erdboden wurde am 15. gemessen und betrug 8,4 °C. An diesem Tag wurde auch die tiefste Lufttemperatur in diesem Monat mit 9,2 °C verzeichnet. Im Erdboden in einer Tiefe von 20 cm schwankte die Temperatur zwischen 15,2 °C und 29,3 °C.
An der am nächsten zu Erlensee gelegenen DWD-Wetterstation Kahl wurde eine Temperatur von 21,8 °C und eine Niederschlagssumme von 70,2 l/m² gemessen. In Frankfurt wurde am Flughafen 22,2 °C und 62,8 l/m², im Westend 22,1 °C und 50,9 l/m² gemessen.
Im Deutschland-Überblick berichtet der DWD von einem trockenen und sehr sonnigem Juni, der mit historischer Hitzewelle endet
Nach einem sehr warmen Start in den Juni folgte ein Temperaturdämpfer, bevor sich im weiteren Verlauf hochsommerliche Bedingungen durchsetzten. Gegen Monatsende stellte sich über Mitteleuropa eine sogenannte Omega-Wetterlage ein, die die Großwetterlage maßgeblich prägte: Dabei wird ein stabiles Hochdruckgebiet von zwei Tiefdruckgebieten flankiert und bildet in der Höhenströmung ein Muster, das an den griechischen Buchstaben Omega (Ω) erinnert. Solche Wetterlagen führen häufig zu einer blockierten atmosphärischen Zirkulation, wodurch sich Wetterverhältnisse über mehrere Tage oder sogar Wochen kaum verändern. Dies begünstigte im Juni in Deutschland eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle mit verbreitet hoher thermischer Belastung. Nach vorläufigen Messungen wurden dabei verbreitet sehr hohe Temperaturen registriert: Sogar der deutschlandweite Allzeitrekord wurde nach vorläufigen Messungen mit 41,7 Grad Celsius (°C) in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) am 28. geknackt. Die Niederschläge waren regional sehr unterschiedlich verteilt und in der Summe unterdurchschnittlich. Die Sonne schien den vierten Monat in Folge mehr als im Klimasoll.
Einer der wärmsten Junimonate mit extremer Hitze zum Monatsende
Der erste meteorologische Sommermonat war von starken Temperaturkontrasten geprägt. In der Bilanz war der Juni 2026 mit einem Temperaturmittel von 19,5 °C außergewöhnlich warm und belegt damit nach aktuellen Auswertungen Platz 2; nur 2019 war es mit 19,8 °C noch wärmer. Die Abweichung gegenüber dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 lag bei 4,1 Grad (15,4 °C). Selbst der Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (16,4 °C) offenbart einen deutlichen Überschuss von 3,1 Grad. Zur Monatsmitte war man davon jedoch weit entfernt, denn nach einem warmen Start folgte vorübergehend ein verhältnismäßig kühler Witterungsabschnitt mit dem deutschlandweiten Minimum von 1,0 °C am 15. in Meßstetten-Appental (Baden-Württemberg). Anschließend etablierte sich in der dritten Dekade vor allem in den westlichen Landesteilen eine Hitzewelle mit extrem heißer und feuchter Luft aus südlichen Gefilden. Am Oberrhein gab es beispielsweise acht bis zehn Sehr Heiße Tage (Maximum der Lufttemperatur ≥ 35 °C). Am 27. wurde deutschlandweit an 46 Stationen die 40-Grad-Marke geknackt. Der Monatshöchstwert und vorläufig gleichzeitig der deutschlandweite Allzeitrekord wurde am 28. in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) mit 41,7 °C gemessen. In vielen Regionen purzelten die Monatsrekorde, teils auch die Allzeitrekorde für die Höchstwerte. In den Nächten war es zum Monatsende oftmals tropisch warm mit Tiefstwerten deutlich über 20 °C, örtlich über 25 °C. Auch der vorläufige Wert des höchsten jemals gemessenen Tiefstwerts stammt mit 29,4 °C in Kubschütz, Kr. Bautzen (Sachsen) aus diesem Juni.
Niederschlagssoll nicht erfüllt und sehr inhomogene Verteilung
Zum Ende des ersten meteorologischen Sommermonats wurden rund 66 Liter pro Quadratmeter (l/m²) an Niederschlag registriert. Damit war es im Juni trockener als im langjährigen Mittel; gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 (85 l/m²) fiel etwa ein Fünftel weniger Niederschlag. Selbst im Vergleich mit der aktuelleren und trockeneren Referenzperiode 1991 bis 2020 (76 l/m²) ergibt sich ein Defizit von circa 13 Prozent (%). Die Niederschläge waren dabei sehr inhomogen verteilt. Während am Alpenrand und im äußersten Nordwesten 120 bis 180 l/m² fielen, waren es am Mittel- und Oberrhein, in Unterfranken und im Großraum Berlin nur 15 bis 30 l/m². Punktuell kam bei heftigen Gewittern, die vor allem am Monatsende auftraten, lokal der gesamte Monatsniederschlag in kurzer Zeit vom Himmel. Die höchste Tagesniederschlagssumme gab es am 27. mit 77,2 l/m² in Erfde (Schleswig-Holstein).
Sonne poliert ihre Bilanz in der zweiten Junihälfte ordentlich auf
Nachdem bis zur Monatsmitte lediglich knapp 90 Sonnenstunden zu Buche standen, legte sich das Zentralgestirn in der zweiten Junihälfte ordentlich ins Zeug und damit gab es insgesamt rund 248 Sonnenstunden. Das waren über 20 % mehr als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (203 Stunden). Auch im Vergleich mit der jüngeren Referenzperiode 1991 bis 2020 (216 Stunden) ergab sich noch eine positive Abweichung von 15 %. Der Juni war der vierte Monat in Folge, der deutlich sonniger ausfiel als im vieljährigen Mittel.
Rückblick für Hessen:
(In Klammern die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)
Noch nie in der Messreihe war es in Hessen so warm wie im vergangenen Juni. Die Mitteltemperatur lag bei 19,8 °C (15,2 °C) und damit wurde selbst der bisherige Rekordjuni 2003 um 0,3 Grad überboten. Bemerkenswert war die Hitzewelle in der dritten Dekade, als es beispielsweise am 27. in Frankfurt am Main-Westend ein hessenweit nie zuvor gemessenen Tagesmittelwert von 33,1 °C gab. Als körperlich besonders anstrengend dürften viele Menschen insbesondere im Rhein-Main-Gebiet die hohe Anzahl (acht bis zehn) tropischer Nächte empfunden haben, gepaart mit Allzeitrekordwerten über 40 °C. Der Niederschlag war auch in der Landesmitte unterrepräsentiert und bis Monatsende landeten mit rund 56 l/m² nur 70 % des Klimasolls (80 l/m²) in den Messbechern. Die Sonne lachte rund 242 Stunden (192 Stunden) am Himmel und damit war es der vierte überdurchschnittlich sonnige Monat in Folge.
Bericht und Grafik: Markus Sommerfeld
