Kernsanierung des Rathauses verläuft planmäßig: Aktuell unter kalkuliertem Kostenrahmen

(pm/ea) – Die umfassende Sanierung und Erweiterung des Erlenseer Rathauses verläuft laut Mitteilung der Stadtverwaltung weiterhin nach Plan. Über den aktuellen Stand des 36,5-Millionen-Euro-Projekts informierten die Projektverantwortlichen jetzt in einer gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Bau- und Umweltausschusses.

Der Magistrat wird den Projektfortschritt regelmäßig in den politischen Gremien darstellen.

Nach Angaben der Projektsteuerung gibt es derzeit weder gravierende technische Probleme noch unvorhergesehene Kostenentwicklungen. Im Gegenteil: Mehrere Ausschreibungsergebnisse liegen bislang deutlich unter den ursprünglichen Kalkulationen. So konnten die Kosten für die Entkernung des Bestandsgebäudes um mehr als 400.000 Euro gegenüber der ursprünglichen Schätzung reduziert werden. Auch die Vergabe der Rohbauarbeiten fiel deutlich günstiger aus als erwartet.

„Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung ist es wichtig, frühzeitig finanzielle Reserven vorzuhalten. Umso erfreulicher ist es, dass wir aktuell sogar unter den veranschlagten Kosten liegen“, erklärte Bürgermeister Stefan Erb.

Durch die bislang erzielten Einsparungen hat sich die für Unvorhergesehenes vorgesehene Kostenreserve von ursprünglich sieben Prozent auf derzeit rund 13 Prozent der Gesamtinvestition erhöht. Das entspricht einem Betrag von etwa 4,7 Millionen Euro. Die Mittel bleiben jedoch Bestandteil der genehmigten Haushaltsplanung und der Verpflichtungsermächtigungen für die kommenden Jahre, da sie für die rechtssichere Vergabe weiterer Aufträge benötigt werden.

Lukas Lindlar vom Ingenieurbüro Hitzler machte zugleich deutlich, dass eine belastbare Aussage zu den endgültigen Projektkosten erst in einem späteren Stadium möglich sei. Erfahrungsgemäß lasse sich die Schlussabrechnung erst dann seriös einschätzen, wenn etwa 60 Prozent der Aufträge vergeben worden seien. Derzeit liege dieser Wert bei rund 30 Prozent.

Architekt Hans Pätzold stellte den aktuellen Planungsstand des künftigen Rathauses aus architektonischer Sicht nochmals ausführlich vor. Der sanierte Bestandsbau wird künftig über 44 Einzel- und 22 Doppelbüros verfügen und entspricht damit dem bereits vor mehreren Jahren entwickelten Raumprogramm. Beide Präsentationen sind im Ratsinformationssytem der Stadt bei den Ausschusssitzungen hinterlegt. https://rim.ekom21.de/erlensee/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZTWnX_8saR3fN6KHIT_RjHM

„Das neue Rathaus wird kein Prestigeobjekt, sondern ein funktionales Verwaltungsgebäude für die nächsten Jahrzehnte“, betonte Bürgermeister Erb. Neben den Arbeitsplätzen für die derzeit 78 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien auch Räume für das Ortsgericht, das Schiedsamt, die Polizei sowie weitere regelmäßig im Rathaus tätige Behörden vorzusehen.

Die Innenausstattung werde bewusst wirtschaftlich geplant und bewege sich im unteren bis mittleren Ausstattungssegment. Im Neubau entstehen unter anderem der Bürgerservice, der Sitzungssaal mit Foyer, ein barrierefreies Treppenhaus mit Aufzug sowie zusätzliche Mehrzweckräume im Obergeschoss. Die Sitzungs- und Mehrzweckräume sind dabei im Hinblick auf eine abendliche Nutzung durch einen separaten Seiteneingang zu erreichen.

Auch Fragen zur technischen und gestalterischen Ausführung wurden im Ausschuss erörtert. Die Projektverantwortlichen erläuterten dabei die Vorteile eines Batteriespeichers für die geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach. Dieser sei nicht nur aus ökologischer Sicht sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich vertretbar.

Thematisiert wurde zudem die vorgesehene Fassadengestaltung mit einer vertikal strukturierten Keramikverkleidung. Nach Angaben des Architekten zeichnet sich diese Lösung durch eine hohe Lebensdauer sowie einen geringen Wartungsaufwand aus und stellt damit eine nachhaltige Investition für ein öffentliches Gebäude dieser Größenordnung dar.

Bei den Ausschreibungen gelten die jeweils vorgeschriebenen Vergabeverfahren. Eine gezielte Bevorzugung örtlicher Unternehmen ist daher nicht möglich. Gleichwohl bestehen durch die Verschiebung der Schwellenwerte bei den Ausschreibungsverfahren jetzt weit mehr Chancen für die regionalen Handwerks- und Fachbetriebe als vorher. Laut Bauverwaltung sei es erklärtes Ziel, regionale Unternehmen zu gewinnen.

Insgesamt bewerten Stadtverwaltung, Planer und Projektsteuerer den bisherigen Verlauf der Rathaussanierung positiv. Der Zeitplan wird eingehalten, die Arbeiten schreiten kontinuierlich voran und die finanzielle Entwicklung liegt aktuell unter den ursprünglichen Annahmen.

„Transparenz war und ist uns bei diesem Großprojekt besonders wichtig. Deshalb werden wir die politischen Gremien und die Öffentlichkeit auch weiterhin regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten informieren“, so Bürgermeister Stefan Erb abschließend.

Fotos: Magistrat der Stadt Erlensee

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