25 Jahre SHK Service gGmbH: Einsatz für ein selbstbestimmtes Leben

(mb/ea) – Mit einem Festakt in der Klosterberghalle hat die SHK Service gGmbH ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden sowie langjährigen Wegbegleitern blickte die Organisation auf ein Vierteljahrhundert sozialer Arbeit zurück. Gleichzeitig wurde deutlich: Die Herausforderungen für die Zukunft wachsen.

Den Auftakt machte ein Rückblick auf die Entwicklung der Organisation. Dabei wurde deutlich, dass der heutige Erfolg auf jahrzehntelangem Engagement basiert. „25 Jahre erfolgreiche Arbeit sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind das Ergebnis von Engagement, Vertrauen, Zusammenarbeit und einem festen Willen, die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung nachhaltig zu verbessern“, hieß es in der Eröffnungsrede von Geschäftsführer Rasim Kohaupt.

Die SHK Service gGmbH entstand im Jahr 2001 aus der Arbeit des bereits Anfang der 1970er Jahre gegründeten Vereins Selbsthilfe Körperbehinderter Main-Kinzig. Was einst als Selbsthilfeinitiative begann, entwickelte sich zu einem modernen sozialen Dienstleister. Heute gehören unter anderem Assistenzleistungen, Schulbegleitung, Beratungsangebote, Wohnformen und Fahrdienste zum Leistungsspektrum. Mehr als 300 Mitarbeiter engagieren sich inzwischen dafür, Menschen mit Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Für den Main-Kinzig-Kreis würdigte Kreisbeigeordnete Cornelia Rück die Entwicklung der Einrichtung. „Der Verein setzt sich seit einem halben Jahrhundert dafür ein, dass Menschen mit Behinderung ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten können. Dabei geht es nicht nur um bauliche Fragen und technische Lösungen, sondern vor allem um Würde, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe“, sagte sie. Barrierefreiheit sei dabei „eine Frage der Gerechtigkeit“, die Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben ermögliche.

Auch Erlensees Stadtrat Wolfgang Gierhake, der Bürgermeister Stefan Erb vertrat, erinnerte an die Anfänge der Organisation in Erlensee. Er blickte auf die Zeit zurück, als die SHK noch in der Stadt beheimatet war und die Kommunalpolitik den Bau eines zweiten Gebäudes unterstützte. Besonders hob er das Engagement des langjährigen Bundesvorsitzenden Heinz Preis hervor. Dieser habe sich früh für abgesenkte Bürgersteige eingesetzt und Erlensee damit früh zu einer Vorzeigekommune in Sachen Barrierefreiheit gemacht.

Deutlich politischer wurde Sven Malsy, Regionalgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Hessen. „Das, was hier passiert, ist soziale Arbeit im besten Sinne“, sagte er. Organisationen wie die SHK seien weit mehr als soziale Dienstleister. „Sie sind Teil der demokratischen Infrastruktur unseres Landes.“ Gleichzeitig warnte Malsy vor den derzeit diskutierten Einsparungen in der Eingliederungshilfe. Die steigenden Ausgaben seien keine Fehlentwicklung, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen: Mehr Menschen benötigten Unterstützung, die Bevölkerung werde älter und Fachkräfte würden endlich besser bezahlt. „Das ist keine Fehlfunktion des Sozialsystems, sondern unsere gesellschaftliche Realität.“

Auch Michael Schimanski, Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft ambulanter Dienste in Hessen, stellte die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte heraus. Das Verständnis von Behinderung und Unterstützung habe sich grundlegend verändert. An die SHK gerichtet sagte er: „Ihr habt in den letzten 25 Jahren gezeigt, was es bedeutet, Pionierarbeit für eine inklusive Gesellschaft zu leisten.“

Mit persönlichen Erinnerungen führte der langjährige Vereinsvorsitzende Uwe Schneider durch die Geschichte der SHK. Er erinnerte an die Gründer und die vielen Ehrenamtlichen, die den Aufbau der Organisation ermöglicht hätten. Dem heutigen Geschäftsführer Rasim Kohaupt bescheinigte er: „Wir sind sehr froh, dass der alte und neue Geschäftsführer nicht nur fachlich, sondern auch charakterlich erste Klasse ist.“ Seine Rede schloss Schneider mit einem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker: „Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem jederzeit genommen werden kann.“

Geschäftsführer Rasim Kohaupt richtete den Blick schließlich auf die Menschen, die die Arbeit der SHK täglich tragen. Sein besonderer Dank galt den inzwischen mehr als 300 Beschäftigten sowie den zahlreichen Kooperationspartnern und Unterstützern. „Sie sind es, die aus unseren Leitbildern gelebte Wirklichkeit machen“, sagte er. Die Gründer hätten bereits vor Jahrzehnten einen Weg eingeschlagen, „der heute aktueller denn je ist“. Gerade die Vielfalt innerhalb der Organisation sei ihre besondere Stärke.

Neben dem Rückblick nutzte Kohaupt die Jubiläumsfeier auch für einen Appell an die Politik. Sollten notwendige Assistenz- und Unterstützungsleistungen gekürzt werden, treffe dies nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern häufig auch deren Angehörige, die ihre Arbeitszeit reduzieren oder ganz aufgeben müssten, um die notwendige Unterstützung sicherzustellen. Solche Kürzungen seien weit mehr als eine haushaltspolitische Entscheidung. Sie gefährdeten die Qualität der Unterstützungsangebote, verschärften soziale Ungleichheit und stellten die Fortschritte der vergangenen Jahre infrage.

So stand am Ende der Jubiläumsveranstaltung nicht nur der Rückblick auf 25 erfolgreiche Jahre der SHK Service gGmbH, sondern auch die gemeinsame Botschaft aller Redner: Teilhabe und Inklusion sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen jeden Tag aufs Neue ermöglicht und gesellschaftlich verteidigt werden.

Bericht und Fotos: Mike Bender

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