(pm/ea) – Die jährlich stattfindende „Krautschau“ machte am 29. Mai auch in diesem Jahr wieder Station in Erlensee.
Angeregt durch den Vortrag der Biologin Dr. Julia Krohmer vom Senckenberg Forschungsinstitut im Juni 2025 traf sich eine Gruppe Interessierter gemeinsam mit den Blühbotschafterinnen Monika Kühn-Bousonville, Stephanie Wölk und Karlheinz Lind zu einer Entdeckungstour in der Fallbachstraße.
„Wir wollen für das Grün in unseren Fugen und Ritzen begeistern“, so die Blühbotschafterinnen. Denn diese kleinen Pflänzchen haben es in sich. Sie wachsen unscheinbar auf Wegen und am Straßenrand und bleiben oft unbemerkt – dabei sind sie wahre Überlebenskünstler und wichtige Helfer für Klima und Artenvielfalt. Was viele als „Unkraut“ abtun, leistet Erstaunliches: Mehr als 500 verschiedene Pflanzenarten haben sich an die herausfordernden Bedingungen im urbanen Raum angepasst. Sie nehmen Regenwasser auf, fördern die Versickerung, binden Staub und tragen an heißen Sommertagen spürbar zur Abkühlung versiegelter Flächen bei. Gleichzeitig bieten sie Insekten und Wildbienen Nahrung und Lebensraum.

„Wir haben die unterschiedlichsten Pflänzchen entdeckt“, berichteten die Teilnehmenden. Mithilfe der App Flora Incognita konnten unter anderem Schöllkraut, Gewöhnlicher Rainkohl (beides Heilpflanzen), Wilde Möhre, Acker-Vergissmeinnicht, Knoblauchsrauke, Kompass-Lattich, Fetthenne und Breitwegerich bestimmt werden. Mit Kreide wurden die Namen der vielfältigen Gewächse direkt auf der Straße vermerkt. Die kleinen Wunder am Straßenrand können noch immer in der Fallbachstraße bestaunt werden.
An dieser Stelle möchten die Blühbotschafterinnen darauf aufmerksam machen, dass seitens der Stadt keine Verpflichtung mehr besteht, diese wichtigen Pflanzen zu entfernen. Die entsprechende Satzung wurde Ende vergangenen Jahres angepasst. (Stadt Erlensee, Straßenreinigungssatzung § 6 Abs. 1 (https://www.erlensee.de/portal/bekanntmachungen/uebersicht-900002413-32880.html?rubrik=900000001).
Mit der Aktion wurde sichtbar, welche Vielfalt sich selbst in kleinsten Fugen verbirgt – ein lebendiges Kleinod mitten in der Stadt.
Die Blühbotschafterinnen, die zugleich Mitglieder im Fördernetzwerk heimischer Pflanzen- und Insektenvielfalt (FÖPI) sind, freuen sich bereits auf weitere Krautschauen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich anzuschließen und eigene Termine für ihre Straße zu vereinbaren. Kontakt: Monika Kühn-Bousonville, E-Mail: monika.kuehn-bousonville@t-online.de
Spätestens zu den bundesweiten Aktionstagen der Krautschau im Jahr 2027 wird die Entdeckungstour fortgesetzt.
Auf dem Titelfoto: Nina Müller, Karlheinz Lind, Vanessa Fornoff
Fotos: PM
