(ms/ea) – Der April zeigte sich an der Wetterstation Erlensee deutlich zu trocken. Mit einer Niederschlagssumme von 14,7 l/m² erreichte er gerade einmal 40 % der durchschnittlichen Regensumme der letzten 30 Jahre. Gegenüber der Referenzperiode 1961-90 waren es sogar nur 29 %, was zeigt, wie der April in den letzten Jahren niederschlagsärmer wurde.
Mit 12,1 °C war er um 0,8 °C gegenüber dem Mittel 1991-2020 zu warm, gegenüber der Referenzperiode 1961-90 sogar um 2,9 °C. Auch hier zeigt sich die Erwärmung in den letzten Jahren.
Am 2. gab es mit -1,2 °C noch einmal Luftfrost, mit 23,9 °C wurde am 17. die höchste Temperatur in diesem April gemessen.
An der am nächsten zu Erlensee gelegenen DWD-Wetterstation Kahl wurde eine Temperatur von 11,5 °C und eine Niederschlagssumme von 16,5 l/m² gemessen. In Frankfurt wurde am Flughafen 12,2 °C und 13,3 l/m², im Westend 12,3 °C und 12,9 l/m² gemessen.
Im Deutschland-Überblick berichtet der DWD von einem ungewöhnlich sonnigen und niederschlagsarmen April
Der vergangene April brillierte wie der März mit viel Sonnenschein. Lange Hochdruckphasen in Verbindung mit trockener Festlandsluft sorgten nicht nur für außergewöhnlich viele Sonnenstunden, sondern in vielen Regionen auch für wenig Niederschlag. Lediglich in der östlichen Mitte und im Nordosten regnete es durchschnittlich viel. Die Temperaturen waren vor allem tagsüber frühlingshaft mild, wohingegen sie nachts deutlich abfielen.
Kühle Nächte und frühlingshaft milde Tage
Im vergangenen April gab es zwar frühlingshaft milde Tage, aber vor allem die frischen Nächte verhinderten ein höheres Temperaturmittel; dieses lag bei 9,2 Grad Celsius (°C). Damit betrug die positive Abweichung 1,8 Grad gegenüber dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (7,4 °C). Ein Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (9,0 °C) zeigt ein zartes Plus von 0,2 Grad. Nachdem der Start in den Monat eher kühl und verbreitet mit Nachtfrost einhergegangen war, kletterte die Quecksilbersäule in den darauffolgenden Tagen auf frühsommerlich anmutende Höchstwerte. Auf den deutschlandweiten Tiefstwert, der am 1. mit -8,2 °C in Oberstdorf (Bayern) gemessen wurde, folgte bereits am 5. des Monats mit 25,2 °C in Regensburg (Bayern) der Monatshöchstwert. Insgesamt zeichnete sich ein Nordost-Südwest-Gefälle in der Temperaturverteilung ab. Während im Südwesten die Monatsmitteltemperatur über 10 °C lag, war es im Nordosten im Mittel etwa zwei Grad kühler.
Trockenheit hielt an
Nachdem bereits der März verbreitet sehr trocken war, konnte der April in den meisten Regionen das Niederschlagsdefizit nicht ausgleichen. Die Monatsniederschlagssumme belief sich auf rund 25 Liter pro Quadratmeter (l/m²); das entspricht mit Blick auf die Referenzperiode 1961 bis 1990 weniger als der Hälfte des klimatologischen Solls (58 l/m²). Im Vergleich mit der aktuelleren Referenzperiode 1991 bis 2020 (45 l/m²) ergab sich noch ein Defizit von rund 44 Prozent (%). Am nassesten waren im April die Regionen, die im März noch zu den trockensten gehörten, wie beispielsweise Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Berlin. Die höchste Tagesniederschlagssumme wurde mit 83,4 l/m² am 19. in Röbel/Müritz (Mecklenburg-Vorpommern) in Verbindung mit einem stationären Niederschlagsband, in dem es schauerartig verstärkt regnete, gemessen.
Außergewöhnlich sonnig durch die Zufuhr trockener Festlandsluft
Der zweite Frühlingsmonat präsentierte sich außergewöhnlich sonnig. Durch lange Hochdruckphasen in Verbindung mit trockener Festlandsluft summierten sich bis Monatsende rund 245 Sonnenstunden auf. Damit wurde der vieljährige Mittelwert von 154 Stunden (Referenzperiode 1961 bis 1990) um mehr als 50 % überboten. Im Vergleich mit der jüngeren und sonnigeren Vergleichsperiode (1991 bis 2020) ergab noch ein Überschuss von 62 Sonnenstunden (183 Stunden). Im Südwesten und Nordosten zeigte sich das Zentralgestirn im April im Schnitt acht bis neun Stunden täglich, während es im Südosten durchschnittlich etwas mehr als sieben Stunden waren.
Rückblick für Hessen:
(In Klammern die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)
In der Landesmitte war es im April außergewöhnlich sonnig. 250 Stunden lang schien das Zentralgestirn in Hessen von einem besonders in der dritten Dekade mitunter blankgeputzten Himmel. Der Referenzwert (152 Stunden) wurde um annähernd zwei Drittel überboten und nur in den Jahren 2007 und 2020 war es noch sonniger. Die Mitteltemperatur erreichte 9,9 °C, wobei sich an vielen Tagen ein ausgeprägter Tagesgang der Temperatur widerspiegelte. Im Nord- und Osthessen gab es lokal in fast der Hälfte des Monats Nachtfrost, im Süden wurde mehr als zehnmal die 20-Grad-Marke geknackt. Mit rund 20 l/m² gab es rund ein Drittel dessen an Niederschlag, was im Klimamittel (59 l/m²) im zweiten Frühlingsmonat fällt.
Bericht und Grafik: Markus Sommerfeld
