Informationsabend in der Erlenhalle: Hilfe für Beruwala verbindet Erlensee und Sri Lanka seit über 20 Jahren

(mb/ea) – Mit bewegenden Bildern, persönlichen Geschichten und sri-lankischen Spezialitäten stand am vergangenen Freitag in der Erlenhalle alles im Zeichen der Partnerschaft zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Beruwala in Sri Lanka.

Zum zweiten Informationsabend „Main-Kinzig-Kreis hilft Beruwala“ hatten der ehemalige Kreisbeigeordnete Matthias Zach und seine Frau gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern eingeladen – und auch viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich über die langjährige Hilfsarbeit zu informieren. Bereits beim ersten Sponsorentreffen im vergangenen Jahr war das Interesse groß. Nun wurde die erfolgreiche Veranstaltungsreihe fortgesetzt – mit besonderen Gästen direkt aus Sri Lanka. Auch Vertreter des Schüleraustauschs zwischen dem Albert-Einstein-Gymnasium Maintal und dem Wisdom International College in Beruwala nahmen teil.

Hilfe begann nach der Tsunami-Katastrophe 2004

Das Hilfsprojekt geht auf die verheerende Tsunami-Katastrophe Ende 2004 zurück. Bereits Anfang 2005 startete unter dem damaligen Landrat Karl Eyerkaufer die Unterstützung des Main-Kinzig-Kreises für die schwer betroffene Region Beruwala. Aus der damaligen Nothilfe entwickelte sich über die Jahre eine enge und dauerhafte Partnerschaft. Heute, mehr als 20 Jahre später, ist aus der Initiative ein umfangreiches Hilfsnetzwerk geworden. Insgesamt konnten bislang über 440 Häuser, rund 40 Schulgebäude und 13 Kindergärten mit Hilfe von Spenden finanziert oder unterstützt werden. Hinzu kommen medizinische Hilfen, Ausbildungsförderungen sowie die Unterstützung von Waisenhäusern. Finanziert werden die Projekte ausschließlich durch private Spenden und das Engagement zahlreicher Unterstützer. „Wir können immer nur helfen, wenn auch Geld dafür vorhanden ist“, machte Matthias Zach während seines Vortrags deutlich.

Häuser, Schulen und Hilfe für den Alltag

Besonders eindrucksvoll waren die gezeigten Bilder aus den vergangenen Jahren. Zu sehen waren feierliche Hausübergaben, neue Spielgeräte für Kindergärten und Hilfsaktionen an Schulen, oder auch das Verteilen von gespendeten Brillen, sowie Ausbildungspartnerschaften. Das Ehepaar Zach unterstützt darüber hinaus selbst zwei Patenkinder in Sri Lanka.

Aktuelle Projekte: Kanalnetz und Waisenhäuser

Der Bedarf vor Ort bleibt groß. Zwei Koordinatoren in Beruwala kümmern sich darum, welche Hilfe aktuell am dringendsten benötigt wird. Regelmäßig reisen Matthias Zach und seine Frau selbst nach Sri Lanka, um sich ein Bild von den Projekten zu machen und die Verwendung der Spendengelder zu kontrollieren. Zu den aktuellen Herausforderungen gehören unter anderem die Sanierung eines offenen Kanalnetzes sowie die Unterstützung eines muslimischen Waisenhauses mit kaum zumutbaren Wohnverhältnissen. Die offenen Abwassergräben, häufig voller Plastikmüll, führen bislang direkt ins Meer. Gleichzeitig arbeitet Beruwala inzwischen gemeinsam mit Südkorea an einem modernen Abfallsystem, so Zach.

Freundschaft über 8.000 Kilometer hinweg

Seit 2013 besteht offiziell eine Partnerschaftserklärung zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und Beruwala. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schüleraustausch mit dem Albert-Einstein-Gymnasium in Maintal, dessen Schulleiter Claus Wörn mit seiner Frau ebenfalls unter den Gästen des Abends war.

Während des Abends wurde deutlich, wie eng die persönlichen Kontakte inzwischen geworden sind. „Heute ist es anders – heute sind unsere Freunde aus Sri Lanka persönlich hier“, sagte Matthias Zach mit Blick auf frühere Veranstaltungen, bei denen nur Videoschaltungen möglich waren. Auch die junge Sri-Lankerin Sweta, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in Deutschland absolviert, stellte sich den Gästen auf Deutsch vor und warb für die weitere Unterstützung des Projekts.

Sri Lanka kulinarisch erleben

Nach dem offiziellen Teil wurde es kulinarisch. Über die Jahre hat sich um Matthias Zach und Bürgermeister Stefan Erb, sowie weiteren Unterstützern eine Kochgruppe gegründet, die sich alle sechs bis acht Wochen trifft, um gemeinsam sri-lankische Gerichte zuzubereitet – so wie sie diese auf ihren Reisen kennen gelernt haben. Serviert wurden unter anderem das beliebte Streetfood „Kottu“, ein Süßkartoffel-Curry, Sojaballs sowie die asiatische Suppe „Tom Kha Gai“.

Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie aus einer Katastrophenhilfe eine langjährige Freundschaft entstanden ist – getragen von persönlichem Engagement, vielen ehrenamtlichen Helfern und zahlreichen Spendern aus der Region.

Bericht und Fotos: Mike Bender

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