(pm/ea) – Manch eine Bürgerin oder mancher Bürger in Erlensee hat sich vielleicht bereits gefragt, was es mit dem großen Holzstapel auf dem Gelände des GAST-GARTENS auf sich hat. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Totholzhaufen – einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Kleinstlebewesen wie Käfer, Spinnen und Igel. Auch Vögel finden dort Unterschlupf und Nahrung.
Durch die langsame Zersetzung des Holzes entsteht neues Leben: Mikroorganismen und Pilze siedeln sich an und fördern den natürlichen Zerfall. So entwickelt sich nach und nach ein wichtiger Rückzugsort für Tiere und Pflanzen. Mit viel Einsatz, Kraft und Engagement haben die Helferinnen diesen besonderen Lebensraum Ast für Ast aufgebaut.
Ein weiterer naturnaher Bereich entsteht derzeit in Form eines Hügelbeets. Dafür wurden dicke Baumstämme parallel auf dem Boden ausgelegt, die Zwischenräume mit kleineren Ästen und Laub gefüllt. Nach diesen Vorarbeiten sollen beim nächsten Treffen noch Kompost und Erde aufgebracht werden. Anschließend kann bereits mit der Bepflanzung, unter anderem mit Zucchini und Kürbis, begonnen werden.
So entsteht im GAST-GARTEN zusätzlicher Lebensraum auf zwei Ebenen: bodennah für Tiere und Insekten sowie im oberen Bereich für Nutzpflanzen. Das reife Gemüse und die Früchte stehen später allen Erlenseer Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. – solange der Vorrat reicht.
Leider kam es auf dem Gelände zuletzt auch zu einer unschönen Veränderung. Das Sandarium wurde umgestaltet, Teile der Trockenmauer abgebaut und Steine in den Teich geworfen. Zudem wurde Müll hinterlassen und einige Holzpaletten beschädigt. Besonders bedauerlich war die Zerstörung der erst kürzlich errichteten „Hummelburg“, die vollständig zerschlagen wurde. Hoffentlich mussten nicht zu viele Tiere darunter leiden.
Bei der jüngsten Aktion im GAST-GARTEN wurden die Erlenseer Blühbotschafterinnen Monika Kühn-Bousonville und Stephanie Wölk sowie Karlheinz Lind unterstützt von Margret Reinhold, Michael Schneider, Vanessa Fornoff, Monika Brotfeld und Brigitte Ulm-Braband. Gemeinsam wurde zunächst aufgeräumt und die Anlage wieder in Ordnung gebracht. Anschließend wurde gesät, gejätet und das neue Hügelbeet vorbereitet.
Zwischen den heimischen Pflanzen hatten sich zudem einige Beikräuter entwickelt, die entfernt wurden, damit die bestehenden Pflanzen genügend Platz zum Wachsen haben. In den Hochbeeten wurden außerdem Radieschen und Karotten ausgesät.

Margret Reinhold und Vanessa Fornoff bei der Arbeit am Hügelbeet
Die nächste gemeinsame Aktion im GAST-GARTEN findet am Samstag, 9. Mai 2026, um 10 Uhr statt. „Wir freuen uns über viele Menschen, die uns bei der weiteren Arbeit am Hügelbeet unterstützen“, sagt Monika Kühn-Bousonville, gerne auch mit Pflanzen.
Alle Erlenseerinnen und Erlenseer sind herzlich eingeladen, sich an den Aktionen im GAST-GARTEN zu beteiligen – ob aktiv mit dem Spaten, als interessierte Gäste oder für Gespräche und Austausch. Die Blühbotschafterinnen sowie die Mitglieder von FöPI (Fördernetzwerk heimischer Pflanzen und Insektenvielfalt) stehen dabei gerne für Fragen und Anregungen zur Verfügung.
Auf dem Titelfoto: Vor dem Totholzhaufen: Monika Kühn-Bousonville, Brigitte Ulm-Braband, Vanessa Fornoff, Stephanie Wölk, Karlheinz Lind, Monika Brotfeld und Michael Schneider
