In seinem Leserbrief erläutert Roland Glöde seine aufgestellte Gleichung: Energie = Rechenleistung = Zentren der Macht.
Wenn man will, dass sich was bewegt, braucht man Energie.
Von der Wasserkraft, hin zur Windenergie,
über die Verbrennung fossiler Brennstoffe folgt der Sprung in die Neuzeit.
Final die Atomenergie, nur in Deutschland abgelöst von zentralen und dezentralen Solaranlagen.
Der rasante Anstieg des Energiebedarfs, geschuldet der Industrialisierung und des
daraus resultierenden Wohlstands, war so vor 150 Jahren nicht vorhersehbar.
Nicht vorhersehbar war für mich, der enorme Energiebedarf von Rechenzentren,
welcher mit der Globalisierung des Internets seinen Anfang nahm.
Papierlos wollten wir werden, um die Umwelt zu schonen.
E-Mails lösen den Brief oder die Postkarte ab.
Soziale Netzwerke ersetzen den Small Talk an der Straßenecke oder beim Einkauf.
Dating-Plattformen erleichtern die Partnersuche.
Kryptowährung soll unser Bargeld ablösen.
KI scheint so ziemlich alles ersetzen zu können, was uns denkende Menschen ausmacht.
Die aktuellen Kriege in der Welt werden mit Hilfe intelligenter Kriegsführung (Smart Warfare),
um die Verfügbarkeit und Erreichbarkeit von Energie jeglicher Art geführt.
Spannen wir den Bogen nach Deutschland.
Die letzten Jahre entsteht im Rhein-Main-Gebiet ein Rechenzentrum nach dem anderen.
Hier ballen sich ca. ein Drittel der gesamten Kapazitäten Deutschlands.
Ein schleichender Prozess, von vielen lange unbemerkt.
Kein, vor allem grüner Politiker, klärt die Bürger über den grotesk hohen Energiebedarf von
Rechenzentren auf. Zwischen 0,6 und 2,3 % des weltweiten Stromverbrauchs,
entfällt allein auf den Kryptowährungsmarkt.
Der Energiebedarf einer Industriestadt wie Hanau,
wird durch ein großes Rechenzentrum spielend in den Schatten gestellt.
In Norddeutschland, wo Offshore und Onshore Windparks Energie im Überschuss erzeugen und
teure, geplante 380KV Stromtrassen das begehrte Gut in den Süden der Republik bringen sollen,
wäre wohl der geeignetere Standort für diese Rechenzentren gewesen.
Die entsprechenden Glasfaserkabel für den Datenaustausch von Nord nach Süd, wären
wahrscheinlich die günstigere Alternative gewesen.
Der prognostizierte Verbrauch deutscher Rechenzentren für 2030 liegt bei ca. 35 Mrd. kWh.
Bei einem Gesamtjahresverbrauch in Deutschland von rund 500 Mrd. kWh in 2025,
wären das allein 7% des deutschen Stromverbrauchs.
Ist das ökologisch vertretbar?
Wir steuern (durch wen?) einer smarten, energiebasierten Zukunft entgegen,
die in ihrer Komplexität, von Menschen nicht mehr kontrollierbar ist.
Allein heute, entstehen der deutschen Wirtschaft durch Internetbetrug,
ein Schaden im mittleren dreistelligen Milliardenbereich. Tendenz steigend.
Abschließend will ich daran erinnern, das die Entwicklung der Menschheit, durch gemachte Fehler
und der anschließenden Überlegung: “ Wie kann man es besser machen?“ forciert wurde.
Künftig, wird wohl KI diesen wichtigen Prozess, einer gelebten Fehlerkultur übernehmen.
Roland Glöde
Neuberg
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