Leserbrief: „Nur wer wählt, entscheidet mit“

Dieter Jenz stellt den Aufruf zur Wahl in den Mittelpunkt seines Leserbriefes.

Genau 11.289 Erlenseer Bürgerinnen und Bürger waren bei der letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren dazu aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben und auf diesem Weg über die weitere Entwicklung unserer Stadt mitzuentscheiden. Doch leider nutzten nur 4.661 Bürgerinnen und Bürger ihr Wahlrecht. Dies entsprach einer Wahlbeteiligung von lediglich 41,3 Prozent. Mit anderen Worten und etwas drastisch ausgedrückt: Der deutlichen Mehrheit der wahlberechtigten Erlenseer Bürgerinnen und Bürger (6.628 Personen) war es anscheinend ziemlich egal, wie sich die Stadt entwickelt, in der sie wohnen und ihren Lebensmittelpunkt haben. Sie haben andere darüber entscheiden lassen, wer sie in der Stadtverordnetenversammlung vertritt.

Bei der bevorstehenden Kommunalwahl am kommenden Sonntag werden alle 31 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Erlensee komplett neu vergeben. Die Stadtverordnetenversammlung ist das höchste politische Entscheidungs- und Beschlussorgan unserer Stadt. Sie bestimmt grundlegende Richtlinien, beschließt den Haushalt und kontrolliert den Magistrat. Die gewählten Stadtverordneten sind ehrenamtlich tätig.

In der nächsten Wahlperiode der Stadtverordnetenversammlung, die von April 2026 bis März 2031 reicht, stehen viele wichtige Entscheidungen an. Sie betreffen die weitere Entwicklung unserer Stadt ganz allgemein, Investitionsvorhaben, Unterhaltungs- und Pflegemaßnahmen und vieles mehr. Die daraus folgenden Beschlüsse wirken darauf, wie wir in unserer Stadt künftig leben. Wird die Innenstadt attraktiver, siedelt sich Gewerbe an, kann vielleicht das Hallenbad wiedereröffnet werden? Die Antworten auf diese Fragen hängen von der Stadtverordnetenversammlung ab, wo im Lauf dieser nächsten fünf Jahre wichtige Weichen gestellt und entsprechende Beschlüsse gefasst werden. Nicht zuletzt bestimmen die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung auch, wie viele Steuern (insbesondere Grundsteuer) wir direkt und indirekt zahlen.

Es gibt also überzeugende Gründe dafür, am kommenden Sonntag persönlich zur Wahl zu gehen oder sich per Briefwahl an der Kommunalwahl zu beteiligen. Ich möchte nur drei schwerpunktmäßig nennen:

1. Jede Stimme zählt. Welche Partei in der künftigen Stadtverordnetenversammlung die Mehrheit hat und welche Personen gewählt werden, kann von wenigen Stimmen abhängen. Es kann sogar nur eine einzige Stimme sein, die den Ausschlag gibt. Deshalb ist jede Stimme wichtig.

2. Nichtwählen lässt andere entscheiden. Wenn das Wahlrecht nicht genutzt wird, fallen Stimmen einfach unter den Tisch. Sie werden vergeudet. Gleichzeitig ist man davon betroffen, wie andere mit ihren Stimmen entscheiden. Und vielleicht passiert dann sogar das, was man gerade nicht will, und eine den eigenen Überzeugungen entgegenstehende Partei gewinnt mehr Einfluss als einem persönlich lieb ist. Nur wer wählt entscheidet aktiv mit.

3. Aktives Stärken. Die gewählte Partei und/oder die gewählten Personen, die den eigenen Interessen, Vorstellungen und Überzeugungen am nächsten steht bzw. stehen, werden gestärkt. Je mehr Stimmen, desto größer die Einflussmöglichkeiten auf die zukunftswirksamen Beschlüsse in der Stadtverordnetenversammlung. Auch deshalb zählt jede Stimme.

Am kommenden Samstag werden meines Wissens nochmals alle Parteien mit Informationsständen auf dem Marktplatz vertreten sein. Dies ist eine gute – und gleichzeitig auch die letzte – Gelegenheit, sich nochmals an einem zentralen Ort, dem Marktplatz, über die Wahlprogramme der einzelnen Parteien sowie über deren Kandidatinnen und Kandidaten zu informieren. Ich selbst stehe auf der Kandidatenliste der FREIE WÄHLER Erlensee. Wenn Argumente gehört, diskutiert und bewertet werden, lassen sich informierte Wahlentscheidungen treffen. Die geben einem dann auch das gute Gefühl, die persönlich richtige und stimmige Wahl getroffen zu haben.

Jede Bürgerin und jeder Bürger kann aktiv an der Demokratie mitwirken und sich einbringen, auch und gerade hier in Erlensee. In vielen Ländern ist das alles andere als selbstverständlich. Ich persönlich bin sehr dankbar dafür, dass ich wählen und auf diese Weise mitentscheiden kann.

Dieter Jenz
Erlensee

 

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