Leserbrief: „(A)uch (F)lugblätter machen (D)umm“

Im Leserbrief berichten Beate und Peter Seikel von einem Flugblatt der AfD.

Heute hatten wir ein AFD Flugblatt in unserem Briefkasten, obwohl wir uns Werbung mit einem entsprechenden Aufkleber verbeten haben. Ein solcher Hinweis umfasst per Gerichtsentscheid auch Wahlwerbung.

Auf der Innenseite des Faltblattes wird dann unter anderem Entscheidungsfreiheit für die Wohnungsvermietung gefordert. Was ist damit wohl gemeint ? Im Bundesprogramm der AFD wird die vollständige Abschaffung der Mietpreisbremse gefordert, mit der Konsequenz, dass Wohnen noch teurer werden würde, als bereits ohnehin.

Soweit der gut verdeckte Sinn dieses AFD Programmpunktes, womit die Interpretation der AFD Forderung nach Transparenz auch gleich verständlicher wird.

Ansonsten wird im Stile eines Kulturkampfes eine Attacke gegen die Energiewende geritten. Das kommt nun gerade recht, in einer Zeit in der die Preisanzeige für Benzin auf die 2 Euro Marke gesprungen ist und nur erneuerbare Energien Deutschland weitgehend unabhängig von Krisen und der politischen Willkür von Diktatoren machen können.

Neben vielen inhaltsleeren Floskeln zur Stadtentwicklung fällt noch die Forderung der AFD gegen eine sexuelle Früherziehung unserer Kinder in unseren Schulen auf. Dazu muss man wissen, dass die AFD ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche kategorisch ablehnt. Da Kinder neugierig sind, würde die AFD damit die Sexualerziehung den halbseidenen Akteuren im Internet überlassen, von denen nicht wenige auch kriminelle Absichten hegen.

Zu guter Letzt wird erneut das bei der AFD beliebte Thema Migration und Geflüchtet bemüht, auf welches die Gemeinde aufgrund der Schlüsselzuweisungen von Kreis und Land überhaupt keinen Einfluss hat.

Der Erfolg der AFD mit dem Thema Migration liegt auch nicht im Bereich der Absicht, Probleme zu lösen oder eine bessere Integration von Flüchtlingen zu ermöglichen. Vielmehr schafft die AFD auf Kosten der Schwächsten ein Ventil zum Abreagieren, für Unzufriedene, Benachteiligte und Menschen, die einfach Pech im Leben hatten. Wenn es keine Flüchtlinge mehr gäbe, würde die AFD sich eine neue Minderheit der Schwachen suchen, die sie unter anderem mit der LTBQ Gemeinde bereits anvisiert hat.

Am Ende ist die AFD für uns auch auf kommunaler Ebene nicht wählbar, da die AFD als Ganzes betrachtet in großen Teilen gesichert rechtsradikal ist und auch nachgewiesene Faschisten dort ihre parteipolitische Heimat gefunden haben.

 

Beate und Peter Seikel
Erlensee

 

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