(ms/ea) – Am 27. Januar konnte an der Wetterstation Erlensee eine 20 cm hohe Schneedecke gemessen werden. Seit Weihnachten 2010 (damals 30 cm) lag nicht mehr so viel Schnee. Allerdings schmolz die Schneedecke schon am nächsten Tag auf die Hälfte zusammen.
Der Januar zeigte sich insgesamt winterlich. Die Monatsmitteltemperatur von 1,1 °C lag zwar um 1,3 °C unter dem „neuen“ 30-jährigen Mittel 1991-2020, allerdings um 0,4 °C knapp über der Referenzperiode 1961-90. Dennoch war der Januar der kälteste seit 2017 (damals – 0,8 °C).
Niederschlag gab es reichlich: Mit 74 l/m² lag der Januar gegenüber 1991-2020 um 23 l/m² darüber, gegenüber 1961-90 um 30 l/m²
An 14 Tagen lag eine geschlossene Schneedecke, wobei diese nach den Richtlinien immer morgens gemessen wird. Eine Schneedecke, die sich am Nachmittag bildet und am nächsten Morgen wieder weggeschmolzen ist, taucht nicht in der Statistik auf.
Es gab 20 Frosttage, davon blieb an 2 Tagen das Thermometer unter 0 °C, so dass 2 Eistage verzeichnet werden konnten.
Im Deutschland-Überblick berichtet der DWD von einem winterlichen Januar
Der Januar zeigte sich in Deutschland winterlich: Im Nordwesten Deutschlands war es, gemessen an der Zahl der Schneedeckentage, der schneereichste Januar seit 2010. Trotz dieser Schneefälle war der erste Monat des Jahres 2026 insgesamt niederschlagsarm. Auffällig war zudem die Sonnenscheindauer, die in Süddeutschland außergewöhnlich hohe Werte erreichte.
Januar mit winterlichem Temperaturniveau und milder Zwischenphase
Der Januar 2026 erreichte in Deutschland eine Gebietsmitteltemperatur von -0,7 °C und lag damit 0,2 Grad unter der Referenzperiode 1961-1990 (-0,5 °C). Im Vergleich zur wärmeren Vergleichsperiode 1991-2020 (0,9 °C) ergab sich eine negative Abweichung von 1,6 Grad. Die Temperaturen lagen insgesamt im Bereich der üblichen klimatologischen Schwankungen, innerhalb des Monats traten jedoch deutliche Unterschiede auf. In der ersten Dekade setzte sich verbreitet Frostluft durch; der bundesweite Tiefstwert wurde dabei am 6. in Oberstdorf mit -21,7 °C gemessen. Zur Monatsmitte folgte eine deutschlandweite Milderung, die am 16. in Emmendingen-Mundingen im Oberrheingraben mit 16,3 °C ihren Höhepunkt erreichte. Im letzten Monatsdrittel stellte sich dann wieder ein winterliches Temperaturniveau ein.
Verbreitet niederschlagsarm, aber in Teilen Norddeutschlands schneereich
Mit rund 45 l/m² blieb der Flächenniederschlag in Deutschland etwa 25 Prozent unter der Referenzperiode 1961-1990 (61 l/m²) sowie rund 30 Prozent unter dem Mittel der Periode 1991-2020 (65 l/m²). Ein Schwerpunkt der Trockenheit lag mit nur rund 25 l/m² vor allem in weiten Teilen Ostdeutschlands. Die höchsten Monatsniederschläge traten dagegen in den Staulagen des Harzes und des Schwarzwaldes auf, wo örtlich über 100 l/m² registriert wurden. Dort wurde an der Station Bernau-Goldbach am 8. mit 41,5 l/m² der bundesweit höchste Tagesniederschlag gemessen. Im Bergland konnte sich eine dauerhafte Schneedecke halten, während sie in den Tieflagen meist nur episodisch bestand. In Teilen Nordwestdeutschland war der Januar, gemessen an der Zahl der Schneedeckentage, verbreitet der schneereichste seit 2010.
Sehr sonniger Januar mit trüben Regionen im Westen
Der Januar 2026 präsentierte sich deutschlandweit mit rund 67 Stunden ungewöhnlich sonnig. Das klimatologische Soll der Referenzperiode 1961-1990 (44 Stunden) wurde um rund 52 Prozent überschritten; auch im Vergleich zur neueren Referenzperiode 1991-2020 (52 Stunden) ergab sich noch ein Plus von etwa 29 Prozent. Außergewöhnlich sonnig verlief der Monat in Süddeutschland, wo gebietsweise deutlich über 100 Sonnenstunden registriert wurden. Deutlich trüber blieb es dagegen im Saarland und Teilen von Rheinland-Pfalz mit rund 35 Stunden.
Rückblick für Hessen:
In Hessen blieb der Januar 2026 mit einer Gebietsmitteltemperatur von -0,3 °C dem Klimawert von -0,4 °C treu. Auf eine ausgeprägte Kältephase in der ersten Monatshälfte mit kräftigem Frost und dem hessenweiten Tiefstwert von -14,6 °C am 11. im nordhessischen Burgwald-Bottendorf folgte zur Monatsmitte eine kurze, deutliche Milderung, die am 16. mit 13,9 °C in Darmstadt und Offenbach ihren Höhepunkt erreichte. Anschließend stellte sich wieder eine überwiegend winterliche Witterung ein. Der Monatsniederschlag summierte sich auf rund 61 l/m² und erreichte damit fast den klimatologischen Referenzwert von 63 l/m². Der Großteil des Niederschlags fiel als Schnee, der sich vor allem im Bergland bis zu 21 Tage halten konnte. Ungewöhnlich war die Sonnenscheindauer, die mit rund 60 Stunden den klimatologischen Mittelwert von 36 Stunden deutlich übertraf.
Bericht und Grafik: Markus Sommerfeld
