(ms/ea) – Zur Kommunalwahl am 15. März 2026 hat Erlensee Aktuell die zur Wahl stehenden Parteien AfD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linke, FREIE WÄHLER Erlensee und SPD zu aktuellen Themen in Erlensee befragt. Alle Parteien haben geantwortet. Heute das Thema „Hallenbad“.
Sehen Sie eine Zukunft für das Hallenbad?
(Die Reihenfolge der Antworten entspricht der Reihenfolge der Parteien auf den Stimmzetteln)
Antwort CDU:
Selbstverständlich strebt die CDU einer Wiedereröffnung oder eines Neubaus oder eines neuen Konzeptes (z. B. kombiniert mit einem Freibad) an, realistischerweise zu einem späteren Zeitpunkt.
Antwort AfD:
Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage der Stadt ist eine Wiedereröffnung des Hallenbades eher unwahrscheinlich. Jedoch sind die Analysen des Fördervereines Hallenbad Erlensee e.V. interessant vor allem in Hinblick auf Reduzierung der Kosten und sollten weiter verfolgt werden. Die AfD fordert die Aufnahme der Schwimmbäder in den Bereich der Pflichtaufgabe für die Kommunen, inklusive der daraus resultierenden Erstattung der Kosten durch Bund und Land. Wofür gibt es sonst diese unglaubliche eine Billion „Sondervermögen“für Infrastruktur? Schluss mit weiter so. Wir sind die Alternative für Erlensee!
Antwort SPD:
Falls sich die wirtschaftliche Situation einmal verbessern sollte, gibt es auch eine Zukunft für das Hallenbad. Wenn wir ein solches Thema aus eigener Kraft stemmen wollten, müssten wir einen festen freien Sockelbetrag von in heutigen Preisen rund 3 Mio. € pro Jahr beiseitelegen können. Das Grundproblem ist, dass die Nachbarkommunen zwar das Angebot mitnutzen, sich aber nicht an den Kosten beteiligen. Würden wir einen Zweckverband mit den Nachbarkommunen haben, so wäre das Thema durchaus auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten leistbar. Es wäre auch leistbar, wenn sich Erlensee mit weiteren Nachbarkommunen zu einer größeren Stadt vereinigen würde. Hierbei könnten viele Synergien genutzt werden. Schließlich hat auch der Förderverein noch nicht abschließend erklärt, ob er das Thema leisten kann und will. Hierbei muss aber im Auge behalten werden, dass der Erhalt eines Hallenbades sehr viel mehr Aufwand und vor allem die Übernahme von Verantwortung bedeutet als etwa der Betrieb einer Sporthalle. Dennoch sind wir der Meinung, dass die Wiedereröffnung des Hallenbades am schnellsten Realität werden kann, wenn beide Ansätze des Fördervereins greifen: 1. Das Konzept zum Betrieb durch z.B. eine Genossenschaft in deren Führung Ehrenamtliche Dienst tun. 2. Die Reduzierung der Kosten für die Sanierung im Rahmen der Möglichkeiten einer privatrechtlichen Genossenschaft und den dazugehörigen Unterstützern und Sponsoren. Davon, dass der Haushalt der Stadt das wieder nach altem Modell hergibt, sind wir leider weit entfernt.
Antwort Bündnis90/Die Grünen:
Selbstverständlich würden wir die Wiedereröffnung begrüßen. Das Hallenbad war ein wichtiger Treffpunkt für Jung und Alt, und viele Kinder lernten dort schwimmen. Wir sind uns aber darüber im Klaren, dass das ohne Gelder aus der Stadtkasse, also den Steuereinnahmen nicht funktionieren wird. Und wir reden hier nicht über geringe Summen. Das würde bedeuten, dass das Geld an anderer Stelle fehlt oder wir die Grundsteuer deutlich erhöhen müssten. Das will wohl überlegt sein. Die Unterhaltung (und auch Neugestaltung) kann jedoch nur in einem guten, ja sehr guten Miteinander zwischen der Stadt Erlensee und den freiwilligen Helfern des Fördervereins funktionieren.
Antwort FREIE WÄHLER Erlensee:
Ja, wir sehen eine Zukunft für das Hallenbad. Aber wir werden nichts versprechen, was am Ende nicht finanzierbar ist.
Ohne öffentliche Mittel wird eine Wiedereröffnung nicht funktionieren. Das ist die Realität bei kommunalen Hallenbädern. Entscheidend ist deshalb nicht die Frage „Ob“, sondern „Zu welchen Bedingungen“.
Viele Bürger wünschen sich das Hallenbad zurück. Das nehmen wir ernst. Gleichzeitig muss klar sein: Es darf den Haushalt nicht dauerhaft überfordern. Ein realistischer Weg könnte das Modell des Fördervereins Hallenbad Erlensee (FHE) sein. Der Verein hat ein Konzept vorgelegt und verfügt über Engagement und Erfahrung. Dazu gehört vor allem, zusätzliche Fördermittel zu nutzen und den Betrieb selbst zu organisieren. In diesem Modell würde die Stadt jährlich rund 300.000 Euro beisteuern. Das entspricht etwa zehn Prozent der früheren Betriebskosten.
Wenn sich dieses Modell dauerhaft tragen lässt, hat das Hallenbad eine Chance. Wenn nicht, wäre es unseriös, Hoffnungen zu wecken, die finanziell nicht haltbar sind.
Am Ende gilt auch hier: Wunsch und Wirklichkeit müssen zusammenpassen.
Antwort Die Linke:
Wir stehen klar zum Erhalt des Hallenbads als Teil der kommunalen Grundversorgung für alle Generationen, Schulen und Vereine. Voraussetzung ist jedoch eine tragfähige Finanzierung. Dafür braucht es Transparenz, die enge Zusammenarbeit mit dem Förderverein und die Prüfung aller realistischen Optionen. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft setzen wir uns dafür ein, das Bad wieder zu öffnen.
