Bezugnehmend auf den Leserbrief von Ercan Celik, Vorsitzender der SPD Erlensee, kritisiert auch Mostafa Saroukh das Plakat der FREIEN WÄHLER Erlensee als „viel Show und wenig Substanz“.
Der Leserbrief von Ercan Celik ordnet das Plakat der FREIEN WÄHLER Erlensee sachlich und nachvollziehbar ein. Die Fakten sind benannt. Damit ist das Erklären geleistet. Bleibt ein Blick auf die politische Methode, die hinter diesem Plakat steht.
Hinweis der Redaktion
Es geht um dieses Plakat:

Der Slogan „Schluss damit“ klingt entschlossen. Bei näherem Hinsehen wirkt er jedoch wie ein Zwischenruf aus der letzten Reihe: laut, aufmerksamkeitsstark und ohne anschließende Erklärung. Man meldet sich, ruft etwas dazwischen und hofft, dass niemand nachfragt.
Denn die naheliegenden Fragen bleiben offen:
- Was folgt nach dem Schluss?
- Wer trägt die Kosten bereits geschlossener Verträge?
- Wo arbeitet die Verwaltung konkret und wie wird das finanziert?
Diese Fragen sind nicht kompliziert. Sie werden nur nicht beantwortet.
Stattdessen wird ein komplexes Vorhaben auf eine Zahl und ein Ausrufezeichen reduziert. Das ist kommunikativ geschickt, politisch jedoch dünn. Verträge lassen sich nicht wegplakatieren, Rechnungen nicht ausblenden, Verantwortung nicht mit einem Slogan beenden. Die Realität ist weniger plakattauglich.
Auffällig ist ein Muster, das man inzwischen gut kennt: erst Empörung, dann Leerstelle. Je größer der Ruf, desto kleiner das Konzept. Kein Alternativstandort, kein belastbarer Plan, kein Finanzierungsvorschlag. Wer nichts vorschlägt, muss sich auch nicht an Ergebnissen messen lassen. Bequem ist das. Verantwortungsvoll ist es nicht.
Man kann darüber schmunzeln. Man kann es sogar unterhaltsam finden. Regieren lässt sich so allerdings nicht.
Wenn diese Art Politik nun Maßstab für den Kommunalwahlkampf sein soll, darf man gespannt sein, wie viel von dieser plakativen Leichtigkeit trägt, sobald aus Zwischenrufen Verantwortung werden soll.
Bis dahin bleibt vom Plakat vor allem eines: viel Show, wenig Substanz.
In diesem Sinne „Helau“.
Mostafa Saroukh
Hanau
Foto: Mostafa Saroukh
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