Leserbrief: „Plakat der FREIEN WÄHLER Erlensee ist populistisch und verschweigt zentrale Fakten“

Ercan Celik, Vorsitzender SPD Erlensee, kritisiert in seinem Leserbrief das Plakat „36,5 Mio. Euro für ein Rathaus. Bezahlt mit Ihren Steuergeldern. Wir sagen: Schluss damit.“ der FREIEN WÄHLER Erlensee.

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

das derzeit von den FREIEN WÄHLERN Erlensee verbreitete Plakat mit der Aufschrift „36,5 Mio. Euro für ein Rathaus. Bezahlt mit Ihren Steuergeldern. Wir sagen: Schluss damit.“ ist kein Beitrag zu einer sachlichen politischen Debatte. Es ist populistisch und verschweigt zentrale Fakten, wodurch ein falsches Bild entsteht.

Das Plakat suggeriert, das Projekt ließe sich durch einen einfachen Baustopp stoppen und Kosten sparen. Diese Darstellung ist objektiv falsch. Ein Baustopp würde die Stadt Erlensee trotzdem über 10 Millionen Euro kosten, da Aufträge vergeben, Verträge rechtswirksam geschlossen und Bauleistungen bereits begonnen wurden. Hohe Ausgaben entstünden – und am Ende stünde kein funktionsfähiges Rathaus. Dieser entscheidende Umstand wird auf dem Plakat verschwiegen.

Der bauliche Zustand des Rathauses ist seit Jahren problematisch, die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten teils untragbar. Die Sanierung ist kein Prestigeprojekt, sondern notwendig, um einen funktionierenden Verwaltungsbetrieb sicherzustellen. Wer dies ignoriert, übersieht sowohl die Interessen der Mitarbeitenden als auch die der Bürgerinnen und Bürger.

Besonders auffällig ist, dass die FREIEN WÄHLER Erlensee zwar lautstark fordern, das Projekt zu stoppen, aber keine einzige realistische Alternative benennen – weder ein anderer Standort, noch ein tragfähiges Konzept, noch ein belastbarer Finanzierungsansatz. Eine solche Lösung vermisst man übrigens im gesamten sog. „Programm“ der FREIEN WÄHLER schmerzlich. Forderungen ohne umsetzbare Alternativen sind keine verantwortungsvolle Politik, sondern reine Symbolpolitik.

Zahlreiche Beispiele aus anderen Kommunen zeigen: Sanierungen sind in der Regel nachhaltiger und langfristig wirtschaftlicher als Abriss und Neubau. Außerdem verfügt Erlensee über keinen alternativen Rathausstandort. Das Rathaus ist Teil der Stadt, ihres Stadtbildes und ihrer Identität.

Politische Kritik ist legitim – aber sie muss ehrlich sein. Wer mit plakativen Botschaften zentrale Fakten ausblendet, handelt populistisch und untergräbt das Vertrauen in die kommunale Politik. Die Bürgerinnen und Bürger in Erlensee sind kritisch und informiert – und erwarten zu Recht mehr als vereinfachende Slogans.

Erlensee verdient Sachlichkeit statt Populismus.

Ercan Celik
Vorsitzender SPD Erlensee

 

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