Roland Glöde thematisiert in seinem Leserbrief den Zustand der Gesellschaft.
Jedes Jahr werden wir wieder von der Ungewissheit getrieben, was steht uns bevor. Immer wieder hat man das Gefühl, wie soll das noch weitergehen. Fakt ist, egal was kam, es ging immer weiter. Das für sich genommen ist schon mal beruhigend.
Ob Wehrpflicht, Rente oder Grundsicherung, die Baustellen sind umfangreich und komplex. Es entsteht der Eindruck, dass der Sozialstaat auf dem Operationstisch liegt, aber verschiedene Diagnosen zu unterschiedlichen Eingriffen verleiten. Ein kompetenter Politiker ist in diesem Fall genauso wichtig, wie ein sachkundiger Chirurg. Systemänderungen sind nur schwer umsetzbar, wenn sich wenige mutige Entscheider, zu vielen Innovationsverweigerern mit Veto- oder Einspruchsrecht gegenüberstehen.
Veränderungen (Verbesserungen) leitet man durch den Bau von Brücken, nicht durch das Graben von Gräben ein. Zuhören statt Reden sowie eigene Interessen nicht über das Allgemeinwohl stellen, machen den Unterschied und schaffen Vertrauen in unser Sozialsystem. Loyalität, Wahrheit und Integrität formen eine starke Gesellschaft, nicht Verrat, Lügen und Korruption.
Ob unser viel diskutiertes Sozialsystem jeder verstanden hat.? Wohl kaum. Im Fall, dass im Leben alles gut gegangen ist, wird man weniger aus dem System generieren, als man investiert. Bei einem Sozialsystem fragt man nicht nach der monetären Rendite.
Beim Blick auf die Bundeswehr, werden die globalen Spannungen offenkundig. Wer einen schwachen Eindruck macht, wird leicht Opfer von Gewalt oder Übervorteilung. Deutschland macht einen schwachen Eindruck. Der Jahrzehnte anhaltende Wohlstand hat unsere Gesellschaft nicht nur körperlich geschwächt. Eine schwache Gesellschaft generiert auch schwache Politiker.
In einem Sozialstaat kann man nicht nur Leistungen erwarten, auch ohne vermeintlichen eigenen Nutzen ist man dazu verpflichtet, sich bei Bedarf, in dessen Dienst zu stellen. Wehrpflicht und Zivildienst, waren und sind eine optimale Möglichkeit, diese innere Haltung wieder herzustellen. Die Belastbarkeit des Einzelnen psychisch wie auch physisch, werden dadurch gefördert.
Ohne diese gestärkte innere Haltung in Europa, haben wir bei der globalen Zerstücklung durch die Großmächte Amerika, Russland oder China nicht mal ein Veto-Recht. Ob wir künftig nur noch Statisten sind oder proaktiv unsere (Menschen-) Rechte gegen Dummheit und Egoismus international verteidigen können, wird 2026 das beherrschende Kernthema sein.
Ukraine, Palästina, Taiwan, Venezuela, Iran und Grönland zeigen, dass der Machtkampf längst in vollem Gange ist und die Europäer nur noch belächelt statt gefragt werden.
Roland Glöde
Neuberg
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