November kühler als „neues“ 30-jähriges Mittel

(ms/ea) – Der November lag an der Wetterstation Erlensee mit seiner Durchschnittstemperatur von 6,0 °C um 0,2 °C unter dem „neuen“ Mittel 1991-2020, allerdings um 1,3 °C über dem Referenzmittel 1961-90.

Er ist damit mit dem Juli der zweite Monat in diesem Jahr, der „kühler“ als der Durchschnitt der Jahre 1991-2020 war. Gegenüber dem Mittel davor, welches als Referenzperiode gilt, liegen alle Monate deutlich darüber, was den Anstieg der Temperaturen in den letzten Jahrzehnten widerspiegelt.

Mit – 7,5 °C am 22. weist der November ein zwar deutliches Temperaturminimum auf, was allerdings in der mittlerweile 40-jährigen Messreihe der Wetterstation Erlensee auch schon mehrfach in einem November vorkam und auch unterschritten wurde.

Am 4. stieg das Thermometer auf 16,9 °C und damit auf schon frühlingshafte Temperaturen.

Mit 30 l/m² erreichte die Niederschlagssumme etwas mehr als die Hälfte im Vergleich zum neuen Mittel, gegenüber dem früheren Mittel etwas weniger.

Erste Schneeflocken konnten am 23. beobachtet werden. Am Abend bildete sich sogar eine sehr dünne Schneedecke, die aber am nächsten Morgen verschwunden war und damit nicht in der Statistik auftaucht.

 

Im Deutschland-Überblick berichtet der DWD von einem sehr sonnigen und trockenen November

Im November 2025 folgte auf milde Phasen in der ersten Monatshälfte ein markanter Kälteeinbruch, sodass der letzte Herbstmonat mit Frost und Schnee zum Ende hin bereits für winterliche Eindrücke sorgte. Bei einer ungewöhnlich hohen Sonnenscheindauer blieb der Niederschlag bundesweit deutlich unter dem Klimamittel.

November mit teils spätherbstlicher Wärme und winterlicher Kälte

Der November 2025 erreichte eine Mitteltemperatur von 4,9 Grad Celsius (°C) und lag damit 0,9 Grad über der Periode 1961–1990 (4,0 °C). Im Vergleich zu 1991–2020 (4,8 °C) entsprach er nahezu dem Mittel. Damit bewegte sich der November in der klimatologisch normalen Schwankungsbreite, obwohl der Temperaturverlauf auffallend kontrastreich war. Bis zur Monatsmitte herrschte zeit- und gebietsweise spätherbstliche Wärme. Der Höchstwert wurde dabei am 13. in Emmendingen-Mundingen im Oberrheingraben mit 22,3 °C registriert. Im deutlichen Gegensatz dazu stand die markante Kältephase zu Beginn der dritten Novemberdekade. Ursache dieser Abkühlung war maritime Arktikluft, die unter Hochdruckeinfluss und bei klaren Nächten teils für Temperaturen im strengen Frostbereich sorgte. Die bundesweite Tagesmitteltemperatur sank dabei vorübergehend auf ein Niveau, das üblicherweise im Januar erreicht wird. Den tiefsten Wert des Monats meldete der DWD am 23. in Oberstdorf am Alpenrand mit -18,5 °C.

Markantes Niederschlagsdefizit – Mitte des Landes besonders betroffen

Mit rund 46 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fiel im November 2025 gegenüber der Referenzperiode 1961–1990 (66 l/m²) etwa 30 Prozent weniger Niederschlag, im Vergleich zu 1991–2020 (63 l/m²) lag das Defizit bei 27 Prozent. Besonders niederschlagsarm verlief der Monat in der Mitte Deutschlands, wo gebietsweise nur um 20 l/m² zusammenkamen. Deutlich höhere Mengen traten dagegen im Süden und Südwesten auf. Den höchsten Tagesniederschlag meldete List auf Sylt am 24. mit 44,7 l/m². Die höchsten Monatssummen wurden an den Alpen und im Schwarzwald mit örtlich über 100 l/m² registriert. Dort, aber auch in höheren Lagen der Mittelgebirge endete der Monat mit winterlichen Bedingungen; vor allem im Südosten Bayerns kam es in Verbindung mit gefrierendem Regen temporär zu teils erheblicher Glätte.

Ungewöhnlich sonniger November – über 100 Stunden im süddeutschen Bergland

Mit rund 69 Sonnenstunden zeigte sich der November 2025 deutlich sonniger als üblich. Gegenüber der Referenzperiode 1961–1990 (53 Stunden) entsprach dies einem Plus von etwa 30 Prozent und verglichen mit 1991–2020 (55 Stunden) einem Zuwachs von 25,5 Prozent. Am sonnigsten war es im süddeutschen Bergland und an den Alpen, wo örtlich über 100 Stunden registriert wurden.

 

Rückblick für Hessen:

(In Klammern die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Der November 2025 brachte in Hessen eine Monatsmitteltemperatur von 4,9 °C (3,8 °C). Zu Monatsbeginn und zur Monatsmitte setzte sich zeitweise noch spätherbstlich milde Luft durch. Den Höchstwert registrierte am 1. Schaafheim-Schlierbach im südhessischen Raum mit 18,9 °C. Einen scharfen Gegenpol bildete die Kältephase zu Beginn der dritten Novemberdekade. Unter dem Einfluss maritimer Arktikluft sanken die Temperaturen verbreitet in den Frostbereich. Der absolute Kältepol lag dabei in Fulda, wo am 23. -11,4 °C registriert wurden. Mit der Kälte stellte sich in den Gipfellagen des Vogelsbergs sowie auf der Rhön mit rund 10 Zentimetern Schnee ein winterliches Gepräge ein. Hessenweit fielen im November lediglich 30 l/m² Niederschlag – ein deutliches Defizit von rund 60 Prozent gegenüber dem Klimamittel von 71 l/m². Die Sonne zeigte sich mit etwa 55 Stunden ungewöhnlich häufig und lag rund 28 Prozent über dem Mittelwert von 43 Stunden.

 

Bericht und Grafik: Markus Sommerfeld

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