(pm/ea) – Die Lesung mit Claudia Michelsen bildete den Abschluss der Kulturnächte 2025 in Erlensee.
Die durch zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen bekannte Schauspielerin verstand es, ihr Publikum durch das Leben von Marlene Dietrich zu führen. Der kleine Saal der Erlenhalle war fast komplett ausverkauft, die Besucher folgten gespannt der Lesung von Michelsen.
Claudia Michelsen berichtete, dass sie in ihrer Jugend in Dresden sehr gerne die alten UFA-Filme gesehen habe. Die im Jahr 1901 in Berlin-Schöneberg geborene Marlene Dietrich erhielt Geigen- und Klavierunterricht. In ihrem gutbürgerlichen Elternhaus wurde sie in Englisch und Französisch unterrichtet. Durch diesen Unterricht entwickelte sie eine frühe Frankophilie, die durch den ersten Weltkrieg schwer erschüttert wurde.
Nach Stationen in Dessau und Weimar, begann die Karriere der Marlene Dietrich im Berlin der Goldenen Zwanziger. Hervorzuheben ist das, die Schauspielerin keineswegs von ihrem Talent überzeugt war. Bei den ersten Dreharbeiten lernte sie ihren späteren Ehemann und Vater ihrer Tochter, Rudolf Sieber kennen. Die Eheleute trennten sich bereits in den 1930er Jahren und blieben bis zu seinem Tod verheiratet. Es folgten weitere Nebenrollen in diversen Filmprojekten, bis ihr im Jahr 1930 der Durchbruch in der Hauptrolle „Der blaue Engel“ gelang. Nach diesem Erfolg folgte sie dem Regisseur Josef von Sternberg nach Hollywood. Hier bestand sie auf ihr Leben als Mutter, was in der Filmbranche sehr kritisch gesehen wurde.
Den Ruf im Deutschland, des Nationalsozialismus, für Propagandafilme zur Verfügung zu stehen, lehnte sie kategorisch ab. Im Jahr 1939 legte sie die deutsche Staatsbürgerschaft ab und nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Sie beschloss sich im Rahmen der Truppenbetreuung als Sängerin für die GIs nahe der Front aufzutreten. Einen näheren Kontakt zu ihrem Publikum sollte sie nie wieder haben. Auch in der Nachkriegszeit war sie eine gefragte Schauspielerin und Sängerin, die bis zum 75. Lebensjahr in verschiedenen Ländern auftrat. Die letzten Lebensjahre verbrachte sie zurückgezogen in Paris, wo sie im Mai 1992 verstarb.
Claudia Michelsen schloss mit den Worten, Marlene Dietrich war der Überzeugung mit ihrem Tod würde sie in Vergessenheit geraten, aber dies sei auch 33 Jahre nach ihrem Ableben nicht der Fall. Das Publikum spendete der Schauspielerin und Sprecherin begeisterten Applaus.

Die Lesung war ein gelungener Abschluss der diesjährigen Kulturnächte und die Jubiläumslesung der Stadtbücherei Erlensee.
Fotos: A. Amberg, Stadt Erlensee
Weitere Informationen und Neuigkeiten über die Stadtbücherei Erlensee gibt es auf der Homepage der Stadtbücherei unter https://buecherei-erlensee.bibliotheca-open.de/, auf dem Instagram-Kanal https://www.instagram.com/buechereierlensee/ telefonisch unter 06183/9151520 und per Mail buecherei@erlensee.de.
