(pm/ea) – Nach dem Fund einer 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Lise-Meitner-Straße im Hanauer Stadtteil Großauheim begann am Mittwoch ein zweitägiger Einsatz vieler Hilfsorganisationen. Das Technische Hilfswerk unterstützte mit mehreren Ortsverbänden überregional die Maßnahmen des Kampfmittelräumdienstes und der Stadt Hanau.
Der THW-Ortsverband Erlensee war seit Mittwochmorgen zunächst mit einem Fachberater, ab dem Mittag zusätzlich mit der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (WP), im Einsatz. Auch der THW-Ortsverband Offenbach sowie der Technische Berater Bau aus Frankfurt waren durchgehend beteiligt.
Die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen des OV Erlensee richtete eine leistungsstarke Pump- und Förderstrecke vom Main bis zur Fundstelle ein. Die durchgehende Bereitstellung großer Wassermengen diente der Absicherung der Sprengstelle sowie der Unterstützung des Kampfmittelräumdienstes. Bereits am Morgen des 10. Dezember koordinierte der Fachberater des OV Erlensee die THW-Unterstützung direkt mit der Einsatzleitung vor Ort.
Der OV Offenbach war mit einem Ladekran sowie der Fachgruppe Räumen (mit Teleskoplader) im Einsatz. Die Helferinnen und Helfer übernahmen umfangreiche logistische Aufgaben, im unmittelbaren Umfeld des Blindgänger Fundortes.
Der Technische Berater Bau des THW Frankfurt stand der Einsatzleitung an beiden Tagen für bautechnische Bewertungen zur Verfügung. Nach der Sprengung wurde er – gemeinsam mit einem weiteren Helfer – für die Einschätzung möglicher struktureller Schäden an umliegenden Gebäuden hinzugezogen.
Am Donnerstag (11.12.25), 12:02 Uhr, wurde der am Dienstag gefundene Blindgänger erfolgreich kontrolliert gesprengt. Eine Entschärfung war aufgrund der Lage des Kampfmittels nicht möglich, weshalb sich der Kampfmittelräumdienst für eine Sprengung entschied. Alle vorsorglichen Sicherheitsmaßnahmen griffen wie geplant. Es kam zu Sachschäden, jedoch zu keinerlei Personenschäden.
„Das Wichtigste ist: Allen Menschen geht es gut“, erklärten Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadträtin Isabelle Hemsley. Zum Schutz der umliegenden Bebauung war bereits vorab eine Wand aus insgesamt 15 Übersee-Containern errichtet worden. Dennoch war die Druckwelle in angrenzenden Straßenzügen deutlich sichtbar; mehrere Gebäude weisen Schäden auf.
Die Feuerwehr führte mit dem Gerätewagen „GW Mess“ umfassende Messungen durch. Hinweise auf Gefahrstofffreisetzungen lagen nicht vor.
Entgegen der ersten Annahmen handelte es sich nicht um eine Phosphorbrandbombe, sondern um eine manipulierte Sprengbombe („Störbombe“) mit abweichender Kennzeichnung. Die Auswirkung der Druckwelle wäre bei beiden Bauarten vergleichbar gewesen.
Der festgelegte Evakuierungsradius von 1.000 Metern betraf rund 4.500 Menschen und erwies sich als richtig und notwendig. Aufgrund der vermuteten Bombenbauart waren umfangreiche Sperrungen im Straßen-, Bus-, Bahn-, Schiffs- und Flugverkehr erforderlich, darunter die B43a ab 9:30 Uhr.
Stadträtin und Feuerwehrdezernentin Hemsley dankte allen beteiligten Kräften für ihren engagierten Einsatz. Die Stadt Hanau könne aufgrund früherer Bombenfunde auf gut eingespielte Strukturen zurückgreifen. Neben der Feuerwehr und zahlreichen städtischen Stellen waren unter anderem Polizei, Rettungsdienste, Deutsche Bahn, Kampfmittelräumdienst, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, Hilfsorganisationen und mehrere THW-Ortsverbände eingebunden.
Auch das THW Erlensee dankt seinen Einsatzkräften sowie den ehren- und hauptamtlichen Kräften aller beteiligten Organisationen, insbesondere der Feuerwehr Hanau für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Archivfoto: Markus Sommerfeld
