(ms/ea) – In die Aufzeichnungen der Wetterstation Erlensee geht der diesjährige Oktober als etwas zu warm und im Vergleich zu beiden Bezugsperioden durchschnitlich nass ein.
Mit einer Temperatur von 11,6 °C lag der zweite Herbstmonat um 0,7 °C über dem Mittel 1991 bis 2020, allerdings um 1,8 °C über dem davorliegenden, kühleren 30-jährigen Mittel. Am 9. war es mit 17,7 °C am wärmsten, am 31. fiel das Thermometer auf das Monatsminimum von 2,7 °C.
Die Regensumme betrug 54 l/m², der regenreichste Tag war der 27. mit 11,5 l/m².
Insgesamt verlief der Oktober witterungsbezogen ereignisarm
Im Deutschland-Überblick berichtet der DWD von einem trüben und nassen Oktober
Der Oktober 2025 war wenig golden. Zwar dominierte vor allem in der zweiten Dekade ein umfangreiches Hochdruckgebiet mit Schwerpunkt über Nordwesteuropa das Wettergeschehen, aber an seiner Ostflanke gelangte feuchte und wolkenreiche Nordseeluft nach Deutschland. Besonders niederschlagsreich erwies sich unter beständigem Tiefdruckeinfluss die dritte Dekade sowie gebietsweise der Monatsbeginn. Die Niederschläge waren dabei sehr unterschiedlich verteilt. Die Temperaturen zeigten im Monatsverlauf deutliche Schwankungen, in der Bilanz am Monatsende wurde im Oktober ein Temperaturüberschuss gegenüber den Referenzperioden verzeichnet, der aber mit weniger als einem Grad gering ausfiel.
Zweiter Herbstmonat mild, aber auch mit Nachtfrost im Osten
Im Oktober 2025 wurde ein Temperaturmittel von 9,9 Grad Celsius (°C) registriert. Die positive Abweichung gegenüber dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 lag damit bei 0,9 Grad (9,0 °C). Im Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (9,4 °C) fiel der vergangene Oktober 0,5 Grad zu warm aus. Dabei zeichnete sich insgesamt ein deutliches Nordwest-Südost-Temperaturgefälle ab. Im Verlauf des Monats kam es landesweit zu erheblichen Schwankungen bei den Temperaturen. Nachdem es zu Monatsbeginn vor allem in den Nächten empfindlich frisch und in der Osthälfte teilweise frostig war, stiegen sowohl die Höchst-, als auch die Tiefstwerte rasch an. Am 4. wurde in Rheinfelden im Dreiländereck (Baden-Württemberg) mit 23,4 °C der deutschlandweite Spitzenwert gemessen. In Verbindung mit dem beständigen Hochdruckgebiet SIEGLINDE in der zweiten Dekade konnte es nachts gebietsweise auflockern und im Osten und Nordosten fielen die Temperaturen stark ab. Den Monatstiefstwert registrierte am 19. in Barth (Mecklenburg-Vorpommern) mit -4,7 °C. Nach oftmals einstelligen Höchstwerten und Tiefstwerten wenige Grad über dem Gefrierpunkt zwischen dem 24. und 27. wurde es zum Monatsende mit Drehung der Strömung von Nordwest auf Südwest wieder milder.
Im Norden und Nordwesten viel nasser als im Osten und Nordosten
Mit 79 Liter pro Quadratmeter (l/m²) war der Oktober deutlich nasser als in den jeweiligen Vergleichsperioden. Gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 (56 l/m²) lag der Überschuss bei 42 Prozent (%). Selbst im Vergleich mit der aktuelleren und deutlich feuchteren Referenzperiode 1991 bis 2020 (63 l/m²) wurde das Soll um 25 % überschritten. Insbesondere der Monatsbeginn und das letzte Monatsdrittel erwiesen sich als nass, wobei Mitte der dritten Dekade in den Hochlagen der Mittelgebirge sogar schon die ersten Schneeflocken vom Himmel rieselten. Die Nase vorn in puncto Niederschlag hatten eindeutig der Norden und Nordwesten sowie einige Mittelgebirge, wo gebietsweise mehr als 100 l/m² fielen. Ganz anders präsentierte sich der Osten und Nordosten mit einer Monatssumme von etwa 40 l/m². Besonders nass war es am 4., als in Schafstedt (Schleswig-Holstein) 62,2 l/m² vom Himmel kamen.
Kein Goldener Oktober: Besonders trüb im Westen und der Mitte Deutschlands
Der Oktober 2025 war sehr trüb. Bisher sind sieben Oktobermonate in der Messhistorie aufgelistet, an denen sich die Sonne seltener am Firmament zeigte. Gerade einmal 79 Sonnenstunden standen am Monatsende auf dem Tableau. Nur im Januar dieses Jahres gab es noch weniger Sonne. Die negative Abweichung gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 (109 Stunden) betrug 27 % und auch mit dem neuen Vergleichszeitraum 1991 bis 2020 (108 Stunden) ergab sich das gleiche Bild. Besonders trüb präsentierten sich der Westen und die Mitte Deutschlands. Dort gab es im Schnitt zwei Sonnenstunden am Tag. Grund dafür waren feuchte Luftmassen, die ständig nach Deutschland geführt wurden. Selbst unter Hochdruckeinfluss in der zweiten Dekade schaffte es die Sonne in vielen Regionen nicht, sich nachhaltig gegen die dichte Wolkendecke durchzusetzen.
Rückblick für Hessen:
(In Klammern die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)
Sonnenschein war im vergangenen Oktober in Hessen ein seltenes Gut. Die Sonne erreichte mit 60 Stunden 60 % des Klimamittels (100 Stunden), was den vorletzten Platz im Länderranking bedeutete. Allein ein Drittel der Sonnenstunden summierte sich bereits gleich zu Monatsbeginn auf. In der Messhistorie stand am Ende Platz sieben der trübsten Oktobermonate. Mit einer Mitteltemperatur von 10,0 °C (8,9 °C) fiel auch der Oktober wie alle anderen Monate in diesem Jahr in Hessen zu warm aus. Die Niederschlagssumme lag bei 73 l/m². Das waren 24 % mehr als im vieljährigen Mittel (59 l/m²). Als besonders nass erwiesen sich mit 100 bis 130 l/m² die Mittelgebirge während im Tiefland meist nur 25 bis 50 l/m² in den Messtöpfen landeten.
Bericht und Grafik: Markus Sommerfeld
