Manfred Semmler-Thurner beschreibt in seinem Leserbrief Auswirkungen der neuen Einbahnstraßenregelung und fragt: „Soll das so bleiben?“
Seit einer Woche können die Einwohner von Langendiebach aufatmen. Die Fallbachbrücke ist wieder für den Verkehr freigegeben. Wie schön ist es nun, durch die Friedrich-Ebert-Straße zu fahren, kein Fahrzeug kommt entgegen. Da könnte man doch glatt ein wenig aufs Gaspedal drücken, doch nein, Tempo 30 ist angesagt und das ist auch gut so. Aber wo bitteschön ist nun der Gegenverkehr, von jenen Menschen, die vom REWE Markt Reising in die Friedensstraße und weiter wollen, oder zum Hausarzt, oder der Physiotherapiepraxis, oder gar selbst aus der Friedrich-Ebert-Straße dorthin wollen?
Verkehr ist wie Wasser. Er sucht sich stets den kürzesten Weg, und der geht über die Landwehrstraße. Folgen wir also dem Weg von der Ravolzhäuser Straße in jene Richtung. Den Zustand der August-Bebel-Straße gleich hinter der Abbiegung wollen wir mal nicht so genau unter die Lupe nehmen, da sind viele Dorfstraßen in der Uckermark Gleichgesinnte. Über die Mühlstraße geht es in die Landwehrstraße. Dort erwartet uns ein Verkehr wie vormals in der Friedrich-Ebert-Straße. Gegenverkehr, Gegenverkehr, Gegenverkehr. Mal gespannt, wann die Bewohner auch eine Einbahnstraße bekommen. Schließlich dient diese ja der Verkehrsberuhigung.
Es lohnt sich aber auch ein Blick in die Jahnstraße, südlich der Friedrich-Ebert-Straße, hinter die Kirche. Hier treffen wir vorbeifahrende Fahrzeuge, die bis vor einer Woche diese Straße wahrscheinlich nur vom Hörensagen kannten. Besonders spannend wird es, wenn mal wieder einer der Lieferwagen kommt, die das Navi auf dem Weg in die Ravolzhäuser Straße hierher gelotst hat. Wehe, es kommt ihm ein Fußgänger entgegen. Letzterem bleibt nichts anderes übrig, als sich an die nächstgelegene Wand zu quetschen. Ach ja, ich vergaß zu sagen, dass die Bürgersteige in der Jahnstraße wie auch in der Freiherr-vom-Stein-Straße und der Enge Gasse nur schmale Abstandshalter zu den Hauswänden sind, damit die Lieferwagen nicht daran schrammen. Als wirklicher Bürgersteig sind sie für Fußgänger zu schmal, ihnen bleibt nur der Weg auf der Straße selbst.
Fazit: Mit der Einbahnstraßenregelung in der Friedrich-Ebertstraße, der Bogenstraße und einem kleinen Teil der Uferstraße wurde Verkehr nicht beruhigt, sondern nur in Straßen verlagert, die dazu noch weniger geeignet sind.
Meine Frage: Soll das so bleiben?
Manfred Semmler-Thurner
Erlensee
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