Auf den Spuren ihrer Vorfahren

(ms/ea) – Rosalyn Manowitz aus New York besuchte vor kurzem mit ihrer Tochter Michele Erlensee, um die Heimat ihrer Vorfahren zu erkunden. Unterstützt wurden sie dabei von Daniel Schneider von der Firma PASECON und dem Ehepaar Borngräber vom Erlenseer Geschichtsverein.

Rosalyn Manowitz wurde in den USA geboren, ihre Mutter und Großmutter wohnten in Langendiebach in der damaligen Herrnstraße, bis diese 1934 Langendiebach unter dem Druck der NS Verwaltung verlassen mussten.

Dass sie sich auf die Spuren ihrer Vorfahren begeben wollte, berichtete Rosalyn Manowitz in einer E-Mail an die Stadtverwaltung Erlensee, in der sie auch nach den Straßennamen und den Örtlichkeiten fragte. Außerdem berichtete sie von einem „Quetschekuchen“, den ihre Mutter gebacken hat an den sie sich gerne zurückerinnert.

Waltraud Borngräber vom Geschichtsverein konnte ihr nicht nur diesen Wunsch erfüllen und bei Kaffee und Quetschekuchen traf man sich zunächst im Heimatmuseum in der Wasserburg und tauschte Erinnerungen aus.

Der Geschichtsverein hat einige Dokumente und Fotos der Familie Stiefel bereitgehalten. Mutter Lina Stiefel wurde 1909 in der damaligen Kirchstraße in Langendiebach geboren, die Familie wohnte in der damaligen Herrnstraße. Das Haus steht noch, von der Bewohnerin wurde die Gruppe herzlich empfangen und die beiden Frauen konnten sich alles ansehen, auch alte Geschichten wurden dabei erzählt. Bei der Spurensuche im alten Ortskern wurden weitere Gebäude, die Rosalyn von Erzählungen ihrer Mutter kannte, aufgesucht. In einem Haus in der damaligen Friedrichstraße, hier wohnte auch eine jüdische Familie, wurden die Besucher ebenfalls herzlich begrüßt und im Haus herumgeführt.

Die beiden Frauen ließen sich den Platz, wo der jüdische Betraum stand und andere Gebäude jüdischer Familien zeigen. Auch der jüdische Friedhof in Rückingen wurde besucht und es wurden Steine der Erinnerung an einigen Gräbern mit bekannten Namen gelegt.

Die Spurensuche ging anschließend weiter nach Hain-Ulmbach, dem Geburtsort von Rosalyn’s Oma sowie nach Speyer und Oppenheim.

Friedhof in Oppenheim

Mikwe in Speyer

Ein großes Dankeschön der beiden erging am Ende der „Spurensuche“ an ihren „Chaffeur und „Reiseleiter“ Daniel Schneider

Bericht: Werner Borngräber, Markus Sommerfeld

Auf dem Titelfoto (v.l.): Waltraud Borngräber, Rosalyn Manowitz, Werner Borngräber, Michele Yanovee, Daniel Schneider

Fotos: Daniel Schneider, Markus Sommerfeld

 

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