(ms/ea) – Rund 150 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Infoveranstaltung der Kripo am Dienstagabend in der Erlenhalle teil. Kriminalhauptkommissar Uli Stenzel informierte über bislang in der Öffentlichkeit nicht bekannte Details aus den laufenden Ermittlungen zum Tötungsdelikt im Erlenwäldchen am 15. Mai.
Mit dem neuen Format starte man quasi ein „Experiment“ in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft, indem Teile der laufenden Ermittlungen öffentlich präsentiert werden. Man wolle damit noch einmal sensibilisieren, um mögliche Hinweise zur Tat und auch zur Tatwaffe zu erhalten. „Auch die kleinste Kleinigkeit einer Beobachtung kann letztlich zum Ermittlungserfolg führen“, so Stenzel, der zunächst das Privatleben des Getöteten Suren I. als geordnet und ihn als sehr zuverlässig beschrieb.
Am 15. Mai ist er auf einer Überwachungskamera zu sehen, wie er zum Netto-Markt lief. Nach der Rückkehr verließ er um 19.51 Uhr wieder die Wohnung und wollte noch einen seiner gewöhnlichen Spaziergänge machen, der ihn wohl ins Erlenwäldchen führte.
Seine Frau meldete ihn noch am gleichen Abend als vermisst, weil er gegen 21.30 Uhr nicht nach Hause kam. Die Polizei startete noch in der Nacht und am folgenden Tag eine Suchaktion.
Schließlich wurde er im Erlenwäldchen tot aufgefunden. Die mutmaßliche Tatzeit wurde zwischen 20.15 Uhr und 21.30 Uhr am 15. Mai angegeben.
Als Tatwaffe wurde eine angespitzte Holzleiste identifiziert, mit dem der Getötete zunächst geschlagen wurde, wobei diese zerbrach und ein Teilstück anschließend dem Opfer durch den Mund in den Rachen eingeführt und dadurch die Kopfschlagader verletzt wurde, was letztlich zum Tode führte.

Duplikat der als Tatwaffe benutzten Holzleiste

Nicht ganz durchgebohrte Löcher der Tatwaffe

Abstände der Löcher
Die Ermittler halten es für möglich, dass Suren I., der ab und zu weggeworfene Pfandflaschen aufsammelte, diesbezüglich wegen des Pfandes möglicherweise vom Täter angesprochen wurde. Da Suren I. der deutschen Sprache kaum mächtig war, hat sich dadurch offenbar eine Auseinandersetzung entwickelt mit tödlichem Ausgang.
Bislang gibt es keine Zeugen der Tat, die sich wohl im schwer einsehbaren Unterholz ereignet haben soll. Die Ermittler haben zwei DNA-Spuren sichern können, die beide jeweils von einer männlichen Person stammen, die bislang jedoch als Unbekannt gelten.
Während der Veranstaltung wurden Duplikate der Tatwaffe verteilt, die an bestimmten Stellen nicht ganz durchgebohrte Löcher aufweist. Für die Ermittlungen wichtig sind alle Hinweise bezüglich dieser Holzleiste, wo diese eingesetzt wurde, wo diese fehlt oder wo diese herstammen könnte.
Außerdem sind alle Mitteilungen über auffällige Beobachtungen, die am 15. Mai im Bereich des Erlenwäldchens gemacht wurden, immens wichtig, wie Kriminalhauptkommissar Uli Stenzel abschließend betonte.


Bericht und Fotos: Markus Sommerfeld
