(pm/ea) – „Mein 9-Punkte-Plan sorgt dafür, den Haushalt ohne Steuererhöhungen zu stabilisieren, die Stadt sichtbar weiterzuentwickeln und die Verwaltung digital zu modernisieren – gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, zum Wohle aller Generationen und unserer Vereine“, so Thorsten Keim bei der Vorstellung des Plans.
Sein 9-Punkte-Plan im Einzelnen:
Schleppende Innenstadtentwicklung
In der Mitte unserer schönen Stadt hat sich eine Bauruine – ein „Lost Place“ – entwickelt: das alte Bürgerhaus. Seit Monaten gibt es seitens des Investors Bonava keinerlei Fortschritte. Die Immobilie befindet sich in einem schlechten Zustand. Ich werde unverzüglich Gespräche mit allen Beteiligten aufnehmen, um eine Lösung zu finden und sichtbare Verbesserungen zu erreichen. Auch die Wiederbelebung des „Alten Rathauses“ werde ich unverzüglich anpacken.
Bedarfsanalyse und Bürgerdialog zur Stadtentwicklung
Stadtentwicklung braucht einen intensiven und kontinuierlichen Bürgerdialog. In meinen Gesprächen mit Bürgerinnen, Bürgern und Vertretern der Vereine habe ich erfahren, dass wir in Bruchköbel nicht ausreichend Hallenplätze für den Vereins- und Schulsport zur Verfügung haben. Diese Rückmeldungen sind für mich ein klarer Auftrag, die Bedarfe ernst zu nehmen und gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Personaleinsatz optimieren
Ich stehe für eine verlässliche und verantwortungsbewusste Finanzpolitik. Deshalb werde ich den weiteren Personalausbau der Verwaltung stoppen bzw. zurückfahren – selbstverständlich mit der klaren Ausnahme unserer Kitas und des pädagogischen Personals. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, für die Kleinsten unserer Gesellschaft und ihre Eltern eine stabile Kinderbetreuung zu gewährleisten. In den letzten fünf Jahren wurden 14 neue Stellen in der Verwaltung geschaffen. Dieser Weg ist nicht länger finanzierbar. Freiwerdende Stellen werde ich durch die Straffung von Abläufen und eine konsequente Digitalisierung ersetzen bzw. sinnvoll ergänzen. So schaffen wir eine schlanke, leistungsfähige Verwaltung – zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger.
Transparente Finanzen
Ich werde im Bereich Finanzen moderne Controlling- und Kennzahlensysteme weiterentwickeln. Diese digitalen Systeme schaffen höchste Transparenz in der Haushaltsführung und machen auf einen Blick sichtbar, wo wir stehen. Gleichzeitig zeigen sie finanzielle Spielräume auf, die wir dringend für die Unterstützung unserer Vereine, die Förderung der Jugendarbeit, die Stärkung der Seniorenarbeit sowie für andere freiwillige Leistungen benötigen. Damit wird klar, wofür Geld ausgegeben wird – und wo Einsparungen möglich sind.
Flächenmanagement optimieren
Darüber hinaus werde ich eine umfassende Analyse zur Nutzung vorhandener Flächen in der Verwaltung durchführen – etwa durch Desksharing – und die Anmietung von Räumlichkeiten kritisch prüfen. Ein konsequentes Flächenbedarfsmanagement ist notwendig, um Kosten zu reduzieren und Ressourcen effizienter einzusetzen.
Ausgeglichene Investitionen in den Stadtteilen und der Innenstadt
Einen gerechten Interessensausgleich zwischen den Stadtteilen und der Kernstadt bei der Bereitstellung von Mitteln für die Stadtentwicklung werde ich sicherstellen. Jeder Stadtteil soll von Investitionen profitieren und sichtbar gestärkt werden. Damit schaffen wir eine ausgewogene Entwicklung, die das Miteinander in unserem Bruchköbel fördert.
Digitalisierung & kommunale Zusammenarbeit
Digitalisierung und kommunale Zusammenarbeit sind der Schlüssel für Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen. Zwar gibt es bereits vielfältige Lösungen und Initiativen, doch ein übergeordneter Masterplan fehlt. Eine klare Digitalisierungsstrategie ist notwendig – mit nachvollziehbaren Maßnahmen, transparentem Aufwand und klar erkennbarem Nutzen. In den ersten 100 Tagen werde ich daher die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Region einladen, um Synergien zu identifizieren und konkrete Einsparpotenziale zu diskutieren.
Digitale Bauakte
Ein zentrales Projekt wird die Einführung der „Digitalen Bauakte“ sein. Sie beschleunigt Verwaltungsprozesse, erhöht die Effizienz und schafft die Grundlage für die weitere Digitalisierung der Stadtverwaltung. Ab dem 1. September werden Bauanträge im Main-Kinzig-Kreis ausschließlich in digitaler Form entgegengenommen. Die Integration verschiedener Genehmigungsverfahren, beteiligter Instanzen, eine strukturierte Dokumentenablage, transparente Akteneinsichten sowie die Nachverfolgung des Bearbeitungsstatus stellen dabei die zentralen Herausforderungen dar. Digitalisierung muss dabei stets den Anspruch haben, Kosten zu senken und einen spürbaren Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Die „Verchippung von Mülltonnen“ mit Kosten von 180.000 Euro erfüllt diesen Anspruch nicht.
Bürgerhaushalt und Bürgerbudgets
Ich werde gemeinsam mit allen Vertretern und insbesondere den gewählten Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung die Grundlagen für einen Bürger:innenhaushalt und ein Bürger:innenbudget schaffen. Die Stadtverordneten übernehmen dabei eine zentrale Rolle, indem sie den rechtlichen Rahmen setzen, den Prozess politisch begleiten und die Ergebnisse verantwortungsvoll in die Haushaltsplanung einfließen lassen. Ein Bürgerhaushalt ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern, aktiv an der Finanzplanung mitzuwirken; über das anteilige Bürgerbudget (festzulegen durch die Stadtverordneten) entscheiden sie direkt über konkrete Projekte in Stadtteilen, Vereinen oder im öffentlichen Raum. Der Ablauf ist klar: Vorschläge einreichen, durch die Verwaltung prüfen, öffentlich diskutieren, gemeinsam priorisieren und anschließend durch die Bürger abstimmen. Die bestbewerteten Projekte werden von den Stadtverordneten beschlossen, umgesetzt und deren Fortschritt transparent rückgemeldet.
„Abschließend ist festzustellen: Stellenaufbau und Steuererhöhungen stehen in direktem Zusammenhang – hier ist eine klare Korrektur notwendig. Nach meiner Einschätzung werden die Bruchköbeler Ampelkoalition und die amtierende Bürgermeisterin Sylvia Braun den Hebesatz der Grundsteuer B erneut anheben müssen. Bereits von 2023 auf 2024 wurde der Hebesatz von 530 auf 590 Punkte erhöht. Mit dem Haushalt 2025 folgte die nächste Anhebung von 590 auf 651 Punkte; das entspricht einer Steigerung von rund 10 % pro Jahr. Absehbar ist eine weitere Erhöhung auf 750 Punkte im Jahr 2026. Diese Maßnahme könnte nach der Kommunalwahl im März 2026 beschlossen werden. Für Hausbesitzer mit bislang 1.000 Euro Grundsteuer B pro Jahr würde das eine Mehrbelastung von rund 15 % bedeuten – also etwa 150 Euro jährlich. Das wäre in meinen Augen Wählertäuschung und ein direkter Griff in die Taschen unserer Bürgerinnen und Bürger. Ich werde alles daransetzen, eine weitere Grundsteuererhöhung zu verhindern“, so Thorsten Keim bei der Vorstellung seines 9-Punkte-Plans.
