(pm/ea) – Vermutlich aufgrund einer massiven Vergiftung mit Pflanzenschutzmitteln muss die stattliche Linde auf dem jüdischen Friedhof in Erlensee-Rückingen gefällt werden, wie die Stadtverwaltung mitteilte.
Nach Feststellung des Schadens durch das von der Stadt beauftragte Baumpflegeunternehmen anlässlich der Regelkontrolle und einer Nachbegutachtung gemeinsam mit Andreas Amberg, Fachdienstleiter Stadtservice und Umwelt, musste die schwerwiegende Entscheidung getroffen werden, den historischen Baum zu fällen.
„Dass die Linde geschädigt ist, konnte anhand der lichten Krone schon vermutet werden. Gewissheit hat dann die Untersuchung der Baumpflege gebracht“, teilt Andreas Amberg mit. „Vor einer Fällung wollten wir zunächst abwarten, ob sich die Linde stabilisiert und die Krone dann entsprechend zurücknehmen. Hier besteht allerdings keine Hoffnung mehr, dass der Baum überlebt.“
Aufgrund des Schadbildes auch rund um den Stammfuß gehen die Baumpfleger und Amberg davon aus, dass der Baum vergiftet wurde. „In Anbetracht der Tatsache, dass wir mit immer längeren Trocken- und Hitzeperioden konfrontiert werden, müssen wir um jeden Baum froh sein, der es bis in dieses Alter schaffen wird“, so Amberg. „Umso fassungsloser lässt einen eine solche Tat zurück.“
Neben dem ökologischen Nutzen hat der Baum auch einen erheblichen monetären Wert. Unterstellt man dem Baum ein Alter zwischen 100 und 150 Jahren, ergibt sich auf der Grundlage der vom Bund Deutscher Baumschulen angesetzten Zahlen ein Wert zwischen 66.000 Euro und 99.000 Euro. Somit ist der Stadt auch ein nicht unerheblicher Sachschaden entstanden.
Die Fällung wird in den kommenden Tagen durchgeführt, so die Stadt am Ende ihrer Pressemitteilung.
Foto: Stadt Erlensee
