Leserbrief zur Verkehrssituation in der Bogenstraße

Hubert Heck hat als Anlieger der Bogenstraße einen Brief an Bürgermeister Stefan Erb und den Magistrat gerichtet, der nachfolgend als Leserbrief veröffentlicht wird.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Erb,
sehr geehrte Damen und Herren des Magistrats der Stadt Erlensee,

die Verkehrssituation im Ortsteil Langendiebach ist nach wie vor geprägt von der Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße aufgrund des Neubaus der Fallbachbrücke. Damit einhergehend sind die Schleichverkehre durch eigentlich reine Anwohnerstraßen vermehrt ein Ärgernis, die im Falle der Bogenstraße leider immer mehr zur Durchgangsstraßennutzung führen. Die Situation spitzt sich hier zu und es kommt zu überaus brenzlichen Situationen bei Ausfahrten aus dem eigenen Hof und zu Karambolagen mit parkenden Fahrzeugen und abgefahrenen Spiegeln.

Im Zuge der Wiederherstellung der Befahrbarkeit der Friedrich-Ebert-Straße soll ja diese und auch die Bogenstraße zukünftig als Einbahnstraße genutzt werden. Auf dem Straßenfest der ‚Stadtgesellschafter‘ auf dem Kirchplatz am 12. April 2025 ist zu beiden Straßenprojekten von den Anwesenden intensiv und ausgiebig diskutiert, kritische Bewertungen auf der Wandzeitung / Straßenplan formuliert und auch Vorschläge zur Bürgerbeteiligung und Ausgestaltung sind gemacht worden.

Es wurde dabei deutlich, dass eine reine Einbahnstraßenregelung den Verkehr zwar wieder besser in Fluss bringen könnte, aber ohne weitere bauliche Maßnahmen eine Verkehrsberuhigung nicht als erreichbar angesehen wurde. Eine reine Ausweisung als Einbahnstraße ohne bauliche Maßnahmen zur Verkehrssicherheit und entsprechende Verkehrsberuhigung (begehbare und ausreichend breite Bürgersteige, Parkbuchten, Bepflanzung, Sicherung der Bürgersteige vor Befahrung und farblich ausgewiesene markierte Fahrradwege) birgt aber die Gefahr in sich, eher zu einer Beschleunigung des PKW-Verkehrs, statt zu dessen Beruhigung zu führen und damit zu weniger Sicherheit für Anwohner und
Schulkinder.

Bis zum heutigen Tag wurden die konkreten Planungen der Stadt Erlensee in diesen Bereichen bisher nur rudimentär in der Presse / Öffentlichkeit vorgestellt, geschweige denn mit den Betroffenen diskutiert. Für den Bereich der Bogenstraße war hierzu bisher nur in Nebensätzen die Rede.

Mit der anstehenden Fertigstellung der Brücke in der Friedrich-Ebert-Straße steht aufgrund der Planungshoheit der Stadt nun eine baldige Realisierung in Aussicht. Bedauerlicherweise wurde es bisher von der Stadt versäumt, ihre Bürger und insbesondere die betroffenen Anlieger und Bewohner der Bogenstraße überhaupt einmal über ihre Planungen zu informieren oder in Kenntnis zu setzen.

Auf dem schon erwähnten Straßenfest am Kirchplatz habe ich im April 2025 schon auf die Notwendigkeit einer Informationsveranstaltung seitens der Stadt Erlensee hingewiesen und diese wurde auch seitens des Bürgermeisters in Aussicht gestellt. Ich halte es nach wie vor für geboten und notwendig, dass der Magistrat der Stadt und der amtierende Bürgermeister die Bürger der betroffenen Straßen in Kenntnis über die geplanten Maßnahmen setzt und diese mit den Betroffenen auch diskutiert und darüber die Bürgerschaft auch mitnimmt.

Es darf und kann nicht so sein, dass die Bürger vor vollendete Tatsachen in ihrem direkten Wohn- und Lebensumfeld gestellt werden und dass sie vorher dazu nicht gehört werden. Leider sind die umherschwirrenden Gerüchte und die Erzählungen vom Hörensagen dem durchaus berechtigten Ansinnen hier zu praktikablen Lösungen zu kommen, nicht allzu dienlich, angeblich soll alles erst einmal nur eine Testphase werden.

Von daher möchte ich mit diesem Brief eindrücklich die Mitglieder des Magistrats und Herrn Bürgermeister Erb dazu auffordern, vor einer Beschlussfassung oder Umsetzung und Beschilderung der Bogenstraße als Einbahnstraße eine Bürgerinformation mit den betroffenen Anwohnern und Grundstückseigentümern einzuberufen. Die aktuelle Verkehrssituation erfordert eine Lösung, die allen Beteiligten gerecht wird.

Eine wirkliche Beteiligung der Bürger an den Entscheidungsprozessen innerhalb der Stadt ist notwendig, wenn wir nicht dem allgegenwärtigen Politikverdruss ungewollt weiteren Vorschub leisten wollen. Das gilt genauso für die Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße.

Hubert Heck
Erlensee

 

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