(pm/ea) – In einer Pressemitteilung reagieren die Erlenseer Grünen auf die Vorwürfe der CDU Erlensee, Bürgermeisterkandidat Reiner Bousonville „habe die Straßenseite gewechselt“.
In der Pressemitteilung der Erlenseer Grünen heißt es:
In der CDU-Pressemitteilung deutet Horst Pabst an, Reiner Bousonville, Bürgermeisterkandidat der Grünen, habe „die Straßenseite gewechselt“. Als Beleg dafür führt er an, in seinen Mitteilungen habe Reiner Bousonville zwei Straßenbauprojekte kritisiert. In einzelnen handelt es sich dabei um die in diesem Frühjahr abgeschlossene Verlängerung der „Anne-Frank-Straße“ sowie die geplante grundhafte Sanierung und Verkehrsberuhigung der Ravolzhäuser Straße. Beiden Projekten seien von der Fraktion der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung zugestimmt worden.
Gegen die Verlängerung der Anne-Frank-Straße hat sich die Grüne Fraktion schon sehr früh ausgesprochen. So wurde bereits in der Sitzung vom 15.09.2022 gegen die Aufhebung des Sperrvermerks bezüglich der Freigabe der Mittel gestimmt. Dies hatte nicht nur Gründe in der angespannten Haushaltslage, sondern und vor allem auch handfeste ökologische Gründe.
In ganz Hessen, ganz Deutschland und weltweit sind die Themen Verkehrswende, Flächenversiegelung, sinkender Grundwasserspiegel, Hochwasserschutz, Biodiversität, Insektensterben, sichere Schulwege, Ausbau des Radwegenetzes und Verminderung des CO2-Ausstoßes präsent. Die Fertigstellung der Verlängerung der Anne-Frank-Straße, oder auch „des teuersten Parkplatzes Erlensees“ zeigt, dass dies jedoch in den Köpfen der Verkehrsplaner Erlensees nicht angekommen sind. Vielmehr wurden durch den Straßenbau weitere Verkehrsflächen für PKW (großzügige Parkplätze) durch weitere Flächenversiegelung geschaffen. „Die im Umweltbericht zum B-Plan beschriebenen Ausgleichsmaßnahmen zeigen, wie stark dieser in die Ökologie eingreift.“ so Werner Scherer, Mitglied des Vorstands der Erlenseer Grünen.
Ja, der PKW Verkehr stößt in Erlensee – besonders in den alten Ortskernen und zu bestimmten Zeiten vor Schulen und Kitas – an seine Grenzen. Es ist aber ein naiver Irrglaube, dass mehr Straßen und Parkplätze die Verkehrsprobleme lösten. Vielmehr führt das in aller Regel zu noch mehr Verkehr. Eine leistungsfähige, bequeme und sichere Fahrrad- und Fußgänger-Infrastruktur kann hingegen zu einer deutlichen Entlastung der Straßen vom PKW-Verkehr führen. Der an den Parkplatz anschließende Rad- und Fußweg ist ein sehr gelungenes Beispiel für sinnvolle Verkehrsplanung, ebenso der Radweg, der im Zuge der Umsetzung des B-Plans Beune 2 vollendet wurde (von Bruchköbel kommend bis zum Toom Baumarkt). Beide werden hervorragend angenommen.
Die grundhafte Sanierung und Beruhigung der Ravolzhäuser Straße ist ein Thema, dem die Grüne Fraktion durchaus offen gegenübersteht. Bei der derzeitigen Haushaltslage verbietet sich jedoch eine derartige Maßnahme. Somit ist es folgerichtig, dass sich der Bürgermeisterkandidat der Grünen dagegen ausspricht.
Weitere Flächenversieglung zugunsten des PKW-Verkehrs ist nicht mehr zeitgemäß, gefragt sind zukunftssichere Verkehrskonzepte, die die Interessen und Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigen.
